Der Mann mit dem Piccolo

Sa, 22. Sep. 2018
Ist vielseitig aktiv: «Ich bin mir gewöhnt, dass ich jeden Abend Termine habe. An den Wochenenden wird die Koordination manchmal etwas schwierig», erklärt Patrice Bühler. Foto: Valentin Zumsteg

Musik, Judo und Studium

Der angehende Ingenieur Patrice Bühler spielt leidenschaftlich Querflöte und Piccolo – unter anderem bei der Stadtmusik Rheinfelden und dem Armeespiel. Im nächsten Jahr wird er in der neuen Basler Vorfasnachtsveranstaltung «Kopfladäärnli» zu hören sein.

Valentin Zumsteg

An seinen bisher eindrücklichsten Auftritt kann er sich lebhaft erinnern: «Das war 2013. Ich spielte zum ersten Mal mit dem Schweizer Armeespiel im KKL Luzern vor rund 1500 Zuschauern. Ich hatte ein Solo auf dem Piccolo. Das ist ein unvergessliches Erlebnis», sagt Patrice Bühler. Seine Augen beginnen zu leuchten, wenn er davon erzählt.

Den Nachwuchs fördern
Seither folgten weitere Auftritte im KKL sowie an anderen renommierten Orten im In- und Ausland. In diesem Jahr spielte er beispielsweise mit der «Swiss Army Central Band» am Tattoo in Basel. «Das war eine tolle Show. Wir haben zwei Wochen lang intensiv geprobt. Alles war bis ins kleinste Detail einstudiert, da blieb kaum Raum für Nervosität. Wenn ich hingegen im KKL ein Solo spielen muss, dann spüre ich das Lampenfieber, auch wenn man es mir offenbar nicht anmerkt», schildert der 25-Jährige.

Die Musik spielt im Leben von Patrice Bühler, der in Rheinfelden aufgewachsen ist und seit ein paar Jahren mit seinen Eltern und Geschwistern in Magden lebt, eine grosse Rolle. Im Alter von sieben Jahren hat er mit dem Querflöten-Unterricht begonnen. «Als ich bei der Instrumentendemonstration zum ersten Mal eine Querflöte ausprobieren durfte, war für mich sofort klar, dass dies mein Instrument ist.» Schon bald musizierte er in verschiedenen Jugendorchestern. Seit 2009 gehört er der Stadtmusik Rheinfelden an, wo er Querflöte und Piccolo spielt. Als Präsident der Musikkommission ist er zudem mitverantwortlich für alle musikalischen Belange. «Wir organisieren die Noten, wählen die Stücke aus und erstellen den Probenplan.» Ein wichtiges Anliegen ist ihm die Förderung des Nachwuchses. «Ich möchte die Freude an der Musik weitergeben. Die Jungen sollen tolle Orchester-Erfahrungen sammeln können.» Wenn Not am Mann – oder der Flöte ist – dann hilft er bei der Musikgesellschaft Magden oder Hellikon aus.

Auf der Bühne der Elisabethenkirche
Neben der Stadtmusik und dem Armeespiel ist er Mitglied bei der Märtplatz-Clique Basel und der Pfeifergruppe «Piccobelli». «Die Fasnachtsmusik macht grossen Spass. Aufwändig und herausfordernd ist das Auswendiglernen der Stücke.» Im Februar und März 2019 tritt «Piccobelli» bei der neuen Basler Vorfasnachtsveranstaltung «Kopfladäärnli» von Renato Salvi in der Elisabethenkirche auf. «In dieser Formation hatten wir bisher nur kleinere Auftritte. Das wird eine neue Erfahrung für uns», so Bühler.

Während der RS bei der Militärmusik kam kurz der Gedanke auf, ganz auf die Karte Musik zu setzen. Doch er entschied sich dagegen. Nach dem Gymnasium in Muttenz hat er an der ETH Zürich den Bachelor in Maschinenbau gemacht. Derzeit ist er am Master in Verfahrenstechnik und muss dafür regelmässig nach Bern pendeln. «Ich beschäftige mich an der Hochschule für Agrar-, Forstund Lebensmittelwissenschaften mit der Frage, wie man aus Buchenholz Bioethanol herstellen kann.» Im Oktober wird er seine Master-Arbeit einreichen und anschliessend ein neues Projekt an der Hochschule in Angriff nehmen. Dann geht es darum, wie aus Kuhmist Methan gewonnen werden soll.

Ein paar Monate Kanada
Die Musik ist das grösste Hobby von Patrice Bühler, aber nicht sein einziges. Seit seinem sechsten Lebensjahr betreibt er intensiv Judo. Beim Judoclub Magden engagiert er sich als Cheftrainer. Studium, Musik und Sport – wie bringt er das alles unter einen Hut? «Bis jetzt hat es noch immer funktioniert. Ich bin mir gewöhnt, dass ich jeden Abend Termine habe. An den Wochenenden wird die Koordination manchmal etwas schwierig», erzählt er mit einem Lachen. In eineinhalb Jahren will er aber eine etwas längere Auszeit nehmen: «Ein paar Monate in Kanada sind geplant.»


«Piccobelli» am «Kopfladäärnli»

FRICKTAL/BASEL. Die Region Basel bekommt mit dem «Kopfladäärnli» eine neue Vorfasnachtsveranstaltung. Vom 21. Februar bis 3. März 2019 finden die Aufführungen in der offenen Kirche Elisabethen in Basel statt. Auf dem Programm stehen sieben Schnitzelbank-Formationen, satirische Texte und überraschende Einlagen. Für einen musikalischen Höhepunkt soll «Piccobelli» mit dem Fricktaler Patrice Bühler sorgen. Die 2014 gegründete Pfeifergruppe hat ihr Probelokal in der Musikschule Rheinfelden-Kaiseraugst. (nfz)

www.kopfladäärnli.ch

www.piccobelli.ch

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