Hart. Härter. Hirter.

Do, 23. Aug. 2018
Teufelskerl: Thomas Hirter auf der Berner Aare unterwegs zum Meistertitel. Foto: zVg

Kleine Geschichte über einen grossen Sieger

Mit 56 wird der Möhliner Wasserfahrer Thomas Hirter Schweizermeister bei den Veteranen. Selbst den Jüngeren fuhr er davon.

Ronny Wittenwiler

Der Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin kehrte am Sonntagabend von der Berner Aare zurück. Beim Empfang im Restaurant Schiff mit an Bord: Thomas Hirter, Schweizermeister. Insgesamt zum dritten Mal holte er sich den Titel im Einzelfahren. In den Jahren 2006 und 2009 durfte er sich in der Seniorenkategorie feiern lassen, nun erstmals bei den Veteranen. Vor drei Jahren in Rheinfelden noch verpasste er diesen Titel um eine Sekunde.

Ein richtig Aktiver, dieser Veteran
Auch dieses Mal war es eine knappe Angelegenheit. Sechs Zehntelsekunden schneller war Hirter am Ende gegenüber dem Zweitplatzierten vom RC Breite Basel. Und so fiel irgendwann am Sonntag gegen 13.30 Uhr, als alle Mitfavoriten bereits ihre Fahrt absolviert hatten, die grosse Anspannung ab. «Das ist wahrscheinlich mein wertvollster Titel», sagt Hirter zur NFZ. In der Tat steht die jüngste Leistung unter ganz besonderen Vorzeichen: Mit seiner Fahrt gelang dem 56-Jährigen nicht nur die schnellste Zeit aller Fahrer vom WFV Ryburg-Möhlin überhaupt; ein Blick auf die Gesamtrangliste zeigt zudem, dass diese Leistung bei den Senioren gar für den Vize-Meistertitel gereicht hätte und selbst bei den Aktiven wäre Hirters Zeit gut genug gewesen für eine der begehrten Kranzauszeichnungen – und Platz sieben. Doch nicht bloss Thomas Hirter selber freut sich diebisch über seinen Coup auf der Berner Aare, nicht lange dauerte es, und unzählige Gratulanten überhäuften ihn mit Glückwünschen und wussten diese Willensleistung, gepaart mit der Erfahrung eines Routiniers, durchaus einzuordnen.

Er hat noch nicht genug
Für den Wasserfahrverein Ryburg-Möhlin insgesamt aber waren die Schweizermeisterschaften die schlechtesten seit über drei Jahrzehnten (die NFZ berichtete). Man habe insgesamt die Leistung nicht abrufen können, sagt Präsident Pascal Sacher. Neben Thomas Hirter fuhr einzig Reto Wunderlin bei den Senioren aufs Podest. Er wurde Dritter. In der Vereinswertung resultierte ein vierter Rang. «Es wäre für den Verein auf jeden Fall mehr drin gelegen», sagt auch der neue Schweizermeister Hirter, der gleichzeitig als sportlicher Leiter beim Wasserfahrverein verantwortlich zeichnet.

Er selber übrigens, Stand jetzt, wird Ruder und Stachel noch nicht an den Nagel hängen. Ob er aber in drei Jahren nochmals nach den Sternen beziehungsweise dem Titel im Einzel greift, ist noch offen. «Ab einem gewissen Alter wird es mit jedem einzelnen Jahr schwieriger», sagt er. Und lächelt verschmitzt. Wie ein Lausbub. Mit seinen 56 Jahren.

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