Gegner sind zu Befürwortern der Brückenschliessung geworden

Do, 12. Jul. 2018

Valentin Zumsteg

Die Wogen gingen hoch, als 2008 die alte Rheinfelder Rheinbrücke endgültig für den motorisierten Privatverkehr gesperrt werden sollte. Ein grenzüberschreitendes Komitee wehrte sich gegen das Fahrverbot. Es gab eine Lichterkette mit rund 200 Teilnehmern, um zu protestieren. Doch das alles nützte nichts. Zwei Jahre nach Eröffnung der neuen Rheinfelder Rheinbrücke, die sich westlich der Stadt befindet, wurde der alte Übergang für Autos, Lastwagen und Motorräder plangemäss geschlossen. Nicht betroffen sind der öffentliche Bus, Taxis, Mofas und landwirtschaftliche Fahrzeuge.

Bessere Lebensqualität
Seit der Schliessung sind nun gut zehn Jahre vergangen. Wie wird die Situation heute beurteilt? Stadtammann Franco Mazzi zieht eine durchwegs positive Bilanz: «Die Befreiung der beiden Innenstädte vom täglichen Pendlerverkehr war das Hauptziel. Das haben wir erreicht. Das neue Verkehrsregime bewährt sich.» Heute herrsche in den angrenzenden Quartieren eine viel bessere Wohn-, Arbeits- und Lebensqualität. «Die Fröschweid war früher eine Ansammlung von schwarzen Häusern, heute sieht es dort ganz anders aus», sagt Mazzi. Die Brücke werde jetzt auch für grenzüberschreitende Aktivitäten – wie zum Beispiel das Strassentheaterfestival «Brückensensationen» – genutzt.

Mazzi erinnert daran, dass sich fast täglich lange Verkehrskolonnen über die alte Brücke und die Zubringerstrassen gezwängt haben. «Teilweise staute sich der Verkehr bis zur Kohlplatzkreuzung. Rund 14000 Fahrzeuge nutzten täglich diese Brücke.» Mazzi stellt aber nicht in Abrede, dass es der Detailhandel im Städtchen sehr schwer hat. Dies habe aber mit der Schliessung nichts zu tun. «Das Einkaufsverhalten der Leute hat sich verändert. Dies führt zu einem Strukturwandel.»

Zu Staus kommt es heute allerdings auch bei der neuen Brücke, welche die Schweizer A3 mit der deutschen A98/ A861 verbindet. Vor allem zu den Stosszeiten am Morgen und Abend sowie am Samstag braucht es häufig viel Geduld, wenn man den neuen Übergang nutzen will. «Das liegt daran, dass die neue Brücke nicht nur vom lokalen Verkehr genutzt wird, sondern auch vom überregionalen.» Das Bundesamt für Strassen und der Zoll würden Massnahmen prüfen, um die Situation zu verbessern. «Während den meisten Stunden des Tages funktioniere der neue Übergang heute gut», so Mazzi.

Gewerbe hat Meinung geändert
Marco Veronesi, Präsident der Detaillistenorganisation «Pro Altstadt», setzte sich vor zehn Jahren gegen die Schliessung der alten Brücke ein. «Ich habe eine Einsprache dagegen gemacht. Heute sehe ich die Sache positiv. Es war der richtige Schritt», sagt er. Dieses Fahrverbot habe sich nicht negativ auf die Geschäfte im Städtchen ausgewirkt. Veronesi würde es aber gut finden, wenn die Brücke für den kleinen Grenzverkehr mit dem Auto weiterhin genutzt werden könnte. «Das würde aber wahrscheinlich wegen des Schleichverkehrs nicht funktionieren.»

Auch Gustav Fischer, Vorsitzender des Gewerbevereins von Badisch Rheinfelden, war vor zehn Jahren ein überzeugter Gegner der Schliessung. Heute beurteilt er das Fahrverbot ebenfalls positiv: «Das Resultat hat mich überzeugt. Man darf seine Meinung auch mal ändern.» Den vielen Verkehr über die alte Brücke wünscht sich jedenfalls niemand zurück.

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Kommentare

das ist alles gelogen Geschäfte im Städtchen sind fast alle tot nur wegen der Brücke wo zu ist ...

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