Von der Leichtathletik in den Eiskanal

| So, 18. Feb. 2018

Hochbauzeichner und angehender Wirtschaftsingenieur, «Athlet des Jahres 2015» der Leichtathletikvereinigung (LV) Fricktal und vor ein paar Wochen WM-Zweiter in der Kategorie U23 im Vierer-Bob – Sandro Michel ist im Sport wie im Beruf erfolgreich unterwegs.

Von Simone Rufli

«Es ist super, mit diesem Team zu arbeiten.» Sandro Michel klappt den Laptop auf und zeigt ein paar Fotos aus St. Moritz. Bilder, die ihn auf der Fahrt durch den Eiskanal zeigen und zusammen mit seinen Kollegen vom Bob-Team Vogt bei der Siegerehrung. Ende Januar wurden die vier jungen Männer WM-Zweite – Vize-Weltmeister in der Kategorie U23 (die NFZ berichtete). Als hinterster Mann schob der 21-jährige Fricktaler den Schlitten am Start am längsten an. Dabei komme ihm seine Schnellkraft aus dem Leichtathletik-Training zugute, sagt der 188cm grosse und kräftige Athlet und er erinnert daran, dass oft Leichtathleten die idealen Voraussetzungen mitbringen, um im Bobsport als Anschieber erfolgreich zu sein. Die Komponenten Kraft und Schnelligkeit sind die Grundvoraussetzungen, doch einen Bob anzuschieben ist eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit. In einen angeschobenen Bob hineinspringen, mit gesenktem Kopf und über 140 km/h durch den kurvenreichen Eiskanal zu donnern – dazu sind noch andere Eigenschaften nötig. Braucht das nicht ein gehöriges Mass an Überwindung? Der junge Mann schüttelt den Kopf, meint, die Konzentration liege beim Anschieben, der Rest ergebe sich von selbst. «Plötzlich sitzt man drin und dann wird es immer schneller.» Der Druck auf den Körper sei von Bahn zu Bahn unterschiedlich. «In St. Moritz ist die Bahn ruhiger, der Druck geringer und die Fahrt praktisch frei von Schlägen, weil eine Natureisbahn durch die Bearbeitung weicher ist», erklärt Michel den Unterschied zur Premiere auf der Kunsteis-Bobbahn von Igls bei Innsbruck. Und er hält fest: «Technik und Timing sind die alles entscheidenden Faktoren am Start. Christoph Langen sagt, ich hätte noch viel Verbesserungspotential. Da hat er bestimmt recht.» Langen, der zweifache Olympiasieger, siebenfache Welt- und Europameister aus Deutschland, ist seit Frühling 2016 Nachwuchs-Chef in der Schweiz. Wie Michel startete auch Langen seine sportliche Karriere in der Leichtathletik.

 

Lesen Sie den ganzen Bericht in der abonnierten Digital- oder Printausgabe vom Freitag.

Neuen Kommentar schreiben

CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und automatisiertem Spam vorzubeugen.

Kommende Events

Stellen

Immobilien

Diverses