Fusionsgegner soll Präsident werden

| Do, 09. Mär. 2017

Nach einem intensiven Geschäftsjahr mit Diskussionen über die Zukunft ist bei der Raiffeisenbank Wegenstettertal wieder Ruhe eingekehrt. Die Fusion mit Möhlin zur Raiffeisenbank Unteres Fricktal ist momentan kein Traktandum mehr. In den Verwaltungsrat soll ein neuer Präsident gewählt. Portiert ist der Zuzger Fusionsgegner Jascha Schneider.

Von Hans Zemp

Während neunzehn Jahren wirkte Hansruedi Neuenschwander im Verwaltungsrat der Raiffeisenbank. Zuerst gehörte er dem Gremium in Wegenstetten während sieben Jahren an. Zwölf Jahre –  davon deren elf als Präsident – setzte er sich nach der Fusion mit Zeiningen für die Bank im Wegenstettertal ein. Besondere Pfeiler in dieser Zeit waren der Ausbau der beiden Standorte Zeiningen und Wegenstetten sowie die Schliessung der Geschäftsstelle in Hellikon.

Mit Beginn der Fusionsverhandlungen mit der Raiffeisenbank Möhlin ergab sich eine neue Situation. Wäre diese Fusion zustande gekommen, hätte sich sein Rücktritt daraus ergeben. Da sie nun aber scheiterte, drängte sich für Hansruedi Neuenschwander ein Wechsel an der Spitze des Verwaltungsrates ebenfalls auf. Für ihn bleibe das Wohlergehen der Bank zentral.

 

Selbstbestimmung nicht aufgeben

Neuer Verwaltungsratspräsident soll Jascha Schneider werden. Der promovierte Zuzger Jurist mit Anwaltspatent ist nach seinen Worten nicht fundamentaler Gegner einer Fusion. Er sieht aber die einzigartige Lebensqualität und die Vorzüge im Tal. Dazu zählt er die noch bestehenden Läden, die Raiffeisenbank und die Schule. Diese Vorzüge sollen darum nachhaltig sein, weil die Erhaltung der Kleinstrukturen vieles einzigartig, lebenswert macht. Die im Wegenstettertal lebenden Menschen brauchen laut Schneider eine Bank, die ihnen gehört. Er habe selber diesbezüglich positive Erfahrungen gemacht.

Für Schneider ist es wichtig, dass man über die Bank und deren Nähe mitentscheiden kann und nicht die Selbstbestimmung mit einer Fusion aufgibt. Dies wäre aus seiner Sicht ein echter Verlust.

All dies macht ihn zum überzeugten Vertreter für den Erhalt dieser Strukturen. «Nicht alles Grosse ist a priori besser», sagt er dazu. Mit seiner Kandidatur als Verwaltungsratspräsident will er einen Beitrag dafür leisten, dass man im Tal in den nächsten Jahren selbstbestimmen kann. Menschen, die hier wohnen, sollen Ansprechpartner in der Nähe haben.

 

Alle an Bord geblieben

Marc Meier, Vorsitzender der Bankleitung ad interim, stellt fest, dass sich bei seinen Leuten nach dem Abbruch der Fusionsbestrebungen mit Möhlin zur Raiffeisenbank Unteres Fricktal viele Unsicherheiten gelegt haben. Der im letzten November publizierte Beschluss des Verwaltungsrates, die Zukunft in den nächsten Jahren alleine zu bewältigen, habe im Team Ruhe und das Gefühl für einen sicheren Arbeitsplatz ausgelöst. Marc Meier windet seinen Leuten ein Kränzchen dafür, dass in dieser für sie unsicheren Zeit alle an Bord geblieben sind. Er ist dafür dankbar.

Das geschäftliche Umfeld wurde erneut herausfordernder. Banken stechen sich in ihren Angeboten aus. Pensionskassen und Versicherungen schneiden sich ebenfalls ihr Stück vom Kuchen ab. Der Konkurrenzkampf hat sich weiter verschärft. Meier meint, dass heute gewisse Offerten so ausfallen, dass ein Mitziehen keinen Sinn mehr macht. Er ist aber dezidiert der Meinung, dass für die Raiffeisenbank Wegenstettertal die Negativzinsen kein Thema sind.

Strengere Liquiditätsvorschriften haben eine Verschiebung von Spargeldern auf Transaktionskonti ausgelöst. Die Durchsetzung dieser Vorschriften hat die konsequente Einhaltung der Rückzugslimiten zur Folge. Beim Kunden wird die Verfügbarkeit über das Geld höher gewertet als das Zinsniveau. Das Geld ist aber nicht von der Bank abgewandert, wie man aus der Bilanz herauslesen kann. Die Generalversammlung der Raiffeisenbank Wegenstettertal wird am 25. März in Zuzgen durchgeführt.

 

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