Das Ausgehverhalten hat sich verändert
Schwierige Zeiten für die Bar Manhattan und «Werni’s Kellerbar» in der Rheinfelder Brodlaube: Die Betreiber der beiden Lokale überlegen sich, wie es weitergehen kann.
Valentin Zumsteg
Es ist ruhig an diesem Montagabend in der ...
Das Ausgehverhalten hat sich verändert
Schwierige Zeiten für die Bar Manhattan und «Werni’s Kellerbar» in der Rheinfelder Brodlaube: Die Betreiber der beiden Lokale überlegen sich, wie es weitergehen kann.
Valentin Zumsteg
Es ist ruhig an diesem Montagabend in der Bar Manhattan in Rheinfelden. Ein paar wenige Gäste trinken etwas, einige würfeln. «Es läuft schlecht. Die Leute gehen heute weniger aus und sie trinken weniger», sagt Manuela Kläui-Koller, die seit 2018 zusammen mit Rafael Makrini das «Manhattan» in der Brodlaube betreibt. Die Corona-Zeit habe alles verändert. «Die Leute bleiben heute häufiger zuhause, feiern dort mit Freunden. Wir verzeichnen einen grossen Umsatzeinbruch», schildert Makrini. Hinzu komme die Lage; die Brodlaube ziehe deutlich weniger Leute an als die Marktgasse in Rheinfelden.
Manchmal gut besucht, manchmal nicht
Bekannt ist das «Manhattan» für die regelmässigen Live-Konzerte. Fast jeden Samstagabend tritt eine Band auf, am nächsten Samstag spielen zum Beispiel «Black Forest» Bluesrock. Manchmal sind die Konzerte gut besucht, manchmal nicht. «Das ist schade – nicht nur für uns. Die Musiker investieren Zeit, fahren teilweise weit und freuen sich auf ihren Auftritt. Wir organisieren, stellen Personal bereit und machen Werbung. Wenn dann nur wenige Gäste kommen, spüren das alle Beteiligten», erklärt Manuela Kläui-Koller.
Anfragen von Bands, die spielen wollen, bekommt sie zuhauf. «Wir wollen nicht einfach nur eine Bar sein. Unser Wunsch war von Anfang an, ein Ort zu sein, an dem sich Menschen begegnen können – jung und alt», so Kläui-Koller.
Im Keller des «Manhattan» befindet sich eine zweite Bar, das ist eine weitere Besonderheit. «Werni’s Kellerbar» wird von Werner Pailer auf eigene Rechnung im Untergeschoss betrieben, dort ist rauchen noch erlaubt. Auch er spürt das veränderte Ausgehverhalten. «Die Leute haben sich während Corona umorientiert, das ist für alle Beizen ein Problem. Als ich aufgewachsen bin, hatte es in Rheinfelden noch 36 Beizen – und alle haben gelebt.» Er verzeichnet deutlich weniger Gäste als noch vor ein paar Jahren. «Ich habe mindestens 20 Prozent weniger Umsatz. Da ich pensioniert bin, ist die Kellerbar ein Hobby von mir. Doch im Moment zahle ich drauf», sagt er mit Bedauern.
«Wir überlegen, ob wir aufhören sollen»
Die Situation ist für beide Betriebe schwierig. «Wir überlegen uns ernsthaft, ob wir aufhören sollen», sagt Manuela Kläui-Koller. In den nächsten paar Monaten werde sich entscheiden, wie es weitergeht, betont Rafael Makrini. Aufgeben wollen sie aber eigentlich nicht, deswegen suchen sie den Weg an die Öffentlichkeit, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.
«Wir möchten damit aber auch zeigen, was es in Rheinfelden alles an Angeboten gibt. Wer das Manhattan oder die Kellerbar nicht kennt, soll ihnen mal eine Chance geben», so Manuela Kläui-Koller. Sie ist – trotz allem – zuversichtlich, dass es weitergehen kann: «Wir waren schon einmal an diesem Punkt und haben dann die Kurve wieder gekriegt.»
www.barmanhattanrheinfelden.ch