Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft soll verkauft werden
Die Verantwortlichen der Firma United Waterways haben grosse Pläne für die Basler Personenschifffahrt. Sie wollen das Unternehmen nicht nur aus den roten Zahlen führen, sondern auch deutlich mehr Fahrten ...
Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft soll verkauft werden
Die Verantwortlichen der Firma United Waterways haben grosse Pläne für die Basler Personenschifffahrt. Sie wollen das Unternehmen nicht nur aus den roten Zahlen führen, sondern auch deutlich mehr Fahrten – unter anderem ins Fricktal – anbieten.
Valentin Zumsteg
Heute fährt die Basler Personenschifffahrt noch zwei Mal pro Woche nach Rheinfelden. Aus Sicht von Robert Straubhaar, CEO der Firma United Waterways, reicht das nicht: «Das ist viel zu wenig. Da muss man mehr machen. Rheinfelden ist eine grossartige Stadt, die vor ein paar Jahren eine wunderbare neue Anlegestelle realisiert hat. Da gibt es ein grosses Potential. Aber nicht nur in Rheinfelden selbst, sondern auch auf dem Weg dorthin», sagt Straubhaar, der mit seiner Firma vielleicht bald neuer Besitzer der Basler Personenschifffahrts-Gesellschaft (BPG) wird.
«Das trauen wir uns zu»
Die Basler Regierung will die BPG, die sich heute im Besitz des Kantons befindet und seit Jahren Defizite einfährt, verkaufen (die NFZ berichtete). Für 250 000 Franken soll die United Waterways die Gesellschaft mit ihren drei Schiffen übernehmen. Der Kaufvertrag sieht eine Betriebsgarantie für zwölf Jahre vor.
Robert Straubhaar ist überzeugt, dass es seiner Firma gelingen wird, das Unternehmen auf ein finanziell solides Fundament zu stellen. «Da wir bereits mehrere Schifffahrtsgesellschaften besitzen, die Tagesausflüge bieten, trauen wir uns zu, die kleine BPG aus dem strukturellen Defizit zu führen.» United Waterways hat ihren Hauptsitz in Basel und betreibt insgesamt 120 Schiffe, unter anderem in Dresden, Köln, Amsterdam und London. Die Firma beschäftigt über 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 200 eigene Kapitäne.
Der Weg nach vorne
«Diese geplante Übernahme ist fast ein Heimspiel für uns», so Straubhaar. Für ihn ist klar, dass es für die BPG nur den Weg nach vorne gibt, mit Sparen könne man das Unternehmen nicht retten. Drei konkrete Massnahmen schweben ihm vor. «Es braucht mehr verlässliche Planfahrten, zum Beispiel nach Rheinfelden.» Hier könnte er sich vorstellen, dass das Zähringerstädtchen künftig vier Mal pro Woche angefahren wird – wenn möglich auch wieder sonntags. «Wir könnten auch die Saison verlängern. In Dresden fahren wir das ganze Jahr über.»
Zweitens sollen mehr Eigenveranstaltungen angeboten werden. «Da können wir aus dem Vollen schöpfen. Wir haben Angebote in Köln und Dresden, die wir angepasst auch hier durchführen können», so Straubhaar. Drittens soll das Chartergeschäft mehr Einnahmen bringen. «Das ist die Crème obendrauf. Die Schiffe sollen für Anlässe und Partys gebucht werden können. Das wird heute noch zu wenig gemacht. Damit wollen wir die ganze Region ansprechen, neben den beiden Basel auch den Aargau, das Badische und das Elsass.»
Ideen sind also vorhanden, um die Personenschifffahrt auf dem Rhein rund um Basel zu beleben. Ob die United Waterways diese umsetzen kann, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Als Voraussetzung für den Verkauf muss der Grosse Rat zustimmen, dass die Aktien der BPG vom Verwaltungsins Finanzvermögen umgewidmet werden.