Aargauer Pendlerbarometer gibt Aufschluss
41 Prozent der ausserkantonal arbeitenden Aargauerinnen und Aargauer geben an, im Kanton keine passende Stelle gefunden zu haben. Nur 18 Prozent nennen den Lohn als Hauptgrund für ihren Arbeitsort.
Work Life Aargau publiziert ...
Aargauer Pendlerbarometer gibt Aufschluss
41 Prozent der ausserkantonal arbeitenden Aargauerinnen und Aargauer geben an, im Kanton keine passende Stelle gefunden zu haben. Nur 18 Prozent nennen den Lohn als Hauptgrund für ihren Arbeitsort.
Work Life Aargau publiziert regelmässig ein Pendlerbarometer. Die aktuelle Ausgabe zeigt, dass der Aargau Fachkräfte nicht in erster Linie wegen höherer Löhne in anderen Kantonen verliert. Entscheidend ist häufig bereits die Stellensuche: Wer im Aargau keine passende berufliche Möglichkeit findet, orientiert sich ausserhalb des Kantons. «Der Fachkräftemangel beginnt häufig nicht erst beim Recruiting, sondern bereits bei der Stellensuche. Wenn passende Stellen nicht sichtbar sind, gehen Unternehmen potenzielle Bewerberinnen und Bewerber bereits früh verloren», sagt Karsten Bugmann, Präsident von Work Life Aargau.
Sichtbarkeit der Arbeitgeber ist zentral
Die Ergebnisse des Pendlerbarometers zeigen: Der Wettbewerb um Fachkräfte beginnt häufig schon bei der Stellensuche. Werden Unternehmen als Arbeitgeber nicht wahrgenommen, verlieren sie potenzielle Talente oft schon, bevor es überhaupt zu einer Bewerbung kommt. Die Umfrage zeigt, wie wichtig die Sichtbarkeit als Arbeitgeber ist».
Die Umfrage zeigt ein grosses Potenzial für den Aargauer Arbeitsmarkt: Rund zwei Drittel der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, wieder im Kanton Aargau zu arbeiten, sofern sich eine vergleichbare beruf liche Möglichkeit bietet. Besonders gross ist diese Offenheit bei Personen mit längeren Arbeitswegen.
Über 100 000 pendeln aus dem Aargau
Gemäss den veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik pendelten 2024 täglich rund 104 500 Aargauerinnen und Aargauer zur Arbeit in einen anderen Kanton. Gleichzeitig weist der Kanton einen negativen Pendlersaldo von über 55 000 Personen auf. Viele der Fachkräfte, die Unternehmen heute suchen, wohnen bereits im Aargau. Entscheidend ist, sie mit passenden Stellen und attraktiven Arbeitgebern zu erreichen. «Gerade dort, wo Unternehmen qualifizierte Fachkräfte suchen, lohnt sich der Blick vor die eigene Haustür», sagt Christoph Enderli, Geschäftsführer von Work Life Aargau. «Der Aargau verfügt über ein grosses Potenzial an qualifizierten Arbeitskräften. Die Herausforderung besteht darin, dieses Potenzial für den regionalen Arbeitsmarkt besser zu nutzen.»
Für viele Fachkräfte ist nicht nur die passende Stelle entscheidend. Auch die Lebensqualität spielt eine wichtige Rolle. Zwar nennen 53 Prozent ein höheres Gehalt als wichtigen Anreiz für einen Stellenwechsel in den Kanton Aargau. Jedoch würden 45 Prozent bereits bei gleichem Gehalt und einem kürzeren Arbeitsweg einen Wechsel in Betracht ziehen. 39 Prozent wünschen sich mehr Freizeit durch kürzere Pendelzeiten, rund ein Viertel sieht im Wegfall von Pendelstress einen entscheidenden Vorteil. Kürzere Arbeitswege, mehr Zeit für Familie und Freizeit und somit eine höhere Lebensqualität sind starke Argumente für eine Rückkehr in den Aargau.
Chancen für Unternehmen
Für den Wirtschaftsstandort Aargau eröffnet sich daraus eine grosse Chance. Gelingt es Unternehmen, ihre Arbeitgebermarke zu stärken und offene Stellen sichtbarer zu machen, können mehr qualifizierte Fachkräfte aus der eigenen Region für den Aargauer Arbeitsmarkt gewonnen werden. Für das Pendlerbarometer befragte Work Life Aargau vom 26. Juni bis 7. Juli 148 Erwerbstätige, die im Kanton Aargau wohnen und aktuell ausserhalb des Kantons arbeiten.
(mgt/nfz)