Wo sich Vergangenheit und Zukunft begegnen
19.02.2026 LaufenburgLange Monate war das Museum Schiff in der Fischergasse in Laufenburg hinter Gerüsten verborgen. Nun sind diese entfernt und geben den Blick auf eine behutsam sanierte Aussenhülle frei. Auch im Innern liegen die umfassenden Arbeiten gut im Zeitplan.
Susanne Hörth
...Lange Monate war das Museum Schiff in der Fischergasse in Laufenburg hinter Gerüsten verborgen. Nun sind diese entfernt und geben den Blick auf eine behutsam sanierte Aussenhülle frei. Auch im Innern liegen die umfassenden Arbeiten gut im Zeitplan.
Susanne Hörth
Der Charme des Alten ist noch da – und bleibt es auch. Gleichzeitig ist das Neue bereits sichtbar und fassbar: Im Laufenburger Museum Schiff treffen derzeit Vergangenheit und Zukunft unmittelbar aufeinander. Das Bewahren von Geschichte bezieht sich diesmal nicht auf die Ausstellungsinhalte, sondern ist Teil der aktuellen Modernisierung des historischen Altstadtgebäudes. Seit mehr als einem Jahr wird an und in der grossen Liegenschaft in der Fischergasse gearbeitet.
Das Gerüst, das lange den Blick auf die Fassade erschwerte, ist inzwischen verschwunden. Noch bis vor wenigen Tagen war das auf Restaurierungen spezialisierte Team der Firma Ambühl.Hüppi. GmbH damit beschäftigt, die historischen Dekorationsmalereien und Wandbilder an der Fassade fachkundig zu restaurieren. Auch die Mitarbeitenden des Malerbetriebs von Alfons P. Kaufmann aus Wallbach gehen äusserst vorsichtig vor. Bezüglich Farbe und Textur wurde der grobe Putz der Wände nicht verändert – im Gegenteil: Die über die Jahre entstandene Patina blieb bewusst erhalten. Verschwunden sind hingegen Wasserflecken und Schmutzspuren. Diese, erklärt Malermeister Alfons P. Kaufmann, wurden mittels schonender Bicarbonat-Strah lu ng (Backpu lver) entfernt.
Zu den Wandmalereien führt Martin Hüppi aus, die grösste Herausforderung der vergangenen Wochen seien die tiefen Temperaturen gewesen. Bei Kälte lassen sich die Farben nicht auftragen. Geduld und Sorgfalt haben sich ausgezahlt: Die historischen Malereien an der hohen Altstadtliegenschaft sind nun wieder deutlich erkennbar. «Es ist immer ein Spagat zwischen neu malen oder gar nichts machen», sagt Hüppi und macht damit deutlich, wie behutsam die Restaurierung ausgeführt wurde. Mit den gelungenen Arbeiten zeigten sich bei einer gemeinsamen Besprechung auch Judith Bertram von der Kantonalen Denkmalpf lege, Dominique Hunziker von Lenzin Partner Architekten AG in Laufenburg sowie der Projektverantwortliche Joe Schnetzler zufrieden.
Noch nicht ausgeführt sind die Arbeiten über dem Terrain, wo erst nach der Demontage des Gerüsts die Restaurierungsarbeiten abgeschlossen werden.
Auch die Innenausbauten liegen im Plan. Die grösste Veränderung betrifft hier das Erdgeschoss. Die ehemalige Schankstube ist verschwunden, ebenso die dahinterliegende Küche. An ihrer Stelle entsteht ein grosser Raum, der laut Projektleiter Joe Schnetzler künftig für öffentliche Unterrichtszwecke genutzt werden kann. Ebenfalls entfernt wurde die vom Gang steil nach oben führende Holztreppe. Ein bereits eingebauter Lift ermöglicht künftig das barrierefreie Erreichen aller Stockwerke bis unters Dach. Apropos Dach: Der Raum direkt darunter, einst ein reiner Lagerort, entwickelt sich derzeit zu einem vielseitig nutzbaren, offenen Raum mit Blick auf den eindrucks vollen Dachstuhl. Während im Erdgeschoss vieles neu gestaltet werden musste, ist der Wiedererkennungswert in den oberen Geschossen hoch. In den bisherigen Räumen treffen altes Fachwerk und schöne Holzböden auf moderne Haustechnik. Trotz umfassender Restaurierung und punktuellem Ersatz vorgängig getätigter Umbauten ist der ursprüngliche Charakter des Museums Schiff erhalten geblieben.
Noch gibt es viel zu tun. Die Wiedereröffnung des modernisierten Museums Schiff ist auf Frühjahr 2027 geplant.



