Wölflinswil: Gemeinderat beantragt eigenständige Verwaltung - Tür für Oberhof bleibt offen

  05.06.2026 Wölflinswil

Der Gemeinderat Wölflinswil wird der Gemeindeversammlung vom 24. Juni 2026 die Einführung einer eigenständigen Verwaltung per 1. Januar 2028 beantragen. Dies teilte er am Freitagnachmittag mit. An eine allfällige künftige Zusammenarbeit mit Oberhof knüpft er klare Bedingungen.

Simone Rufli

WÖLFLINSWIL. «Die neue Organisation mit 260 Stellenprozenten übernimmt Kernaufgaben intern und lagert spezialisierte Aufgaben aus», heisst es in der Mitteilung. Sie sei gegenüber der heutigen Gemeinschaftsverwaltung mit Oberhof günstiger. Eine Zusammenarbeit auf der neuen Basis sei Oberhof angeboten worden. «Der Gemeinderat Oberhof hat dieses Angebot abgelehnt.» 
Der bestehende Vertrag über die Gemeinschaftsverwaltung Wölflinswil-Oberhof wurde an der Gemeindeversammlung vom 25. Juni 2025 auf den 31. Dezember 2027 gekündigt (die NFZ berichtete). Gleichzeitig wurde der Gemeinderat beauftragt, eine neue Lösung auszuarbeiten, die Organisation und Finanzbelastung adäquat abbildet. «In den anschliessenden Gesprächen zwischen den Gemeinderäten Wölflinswil und Oberhof zeigte sich, dass bei zentralen Fragen wie Kostenteiler, Führungsverantwortung und Organisationsstruktur keine gemeinsame Grundlage gefunden werden konnte. Aus Sicht des Gemeinderats Wölflinswil kann eine gemeinsame Verwaltung nur funktionieren, wenn Führung, Verantwortung und Kostenanteil zusammenpassen», so der Gemeinderat im Communiqué. Und weiter: «Da Wölflinswil den überwiegenden Teil der Kosten sowie die Hauptverantwortung für die Infrastruktur trägt, müssten diese Verhältnisse auch in der Organisation entsprechend abgebildet werden.»


Kostengünstiger und modern
Mit der Verwaltung Wölflinswil 2028 übernehme der Gemeinderat Verantwortung und schaffe die Grundlage für eine effiziente, kostengünstigere und moderne Verwaltung. Die neue Organisation orientiere sich am heutigen Bedarf von Wölflinswil sowie an vergleichbaren Gemeinden. Die Einwohnerdienste und der Schalterbetrieb sollen wie bisher an drei Tagen angeboten werden. Der Stellenplan wird von derzeit 470 Stellenprozenten auf 260 Stellenprozente reduziert. In den 260 Stellenprozenten ist eine Reserve von 20 Stellenprozenten enthalten, die nur bei Bedarf aktiviert wird. Verwaltungszweige, die einen hohen Spezialisierungsgrad erfordern oder situativ einen stark schwankenden Personalaufwand haben, insbesondere Bauverwaltung und Sozialdienst, werden ausgelagert. «Diese Aufgaben werden heute weitgehend je von einer Person bearbeitet. Mit der Auslagerung können Leistungen teilweise nach effektivem Aufwand bezogen, Stellvertretungen sichergestellt, Synergien genutzt und spezialisiertes Fachwissen eingebunden werden.» Trotz Auslagerung sollen Sprechstunden vor Ort bei Bedarf möglich bleiben. 


Führungsrolle bei Wölflinswil 
Dem Gemeinderat Oberhof sei eine Zusammenarbeit auf Basis der neuen Verwaltungsorganisation angeboten worden. «Die politische Eigenständigkeit beider Gemeinden wäre dabei gewahrt geblieben. Voraussetzung dafür war, dass die Leistungen für Oberhof nach effektivem Aufwand verrechnet werden und Führung sowie Administration bei Wölflinswil liegen. Damit hätte Oberhof von der bestehenden Infrastruktur und von der Administration durch Wölflinswil profitieren können; gleichzeitig wären für beide Gemeinden zusätzliche Synergien möglich gewesen.» Auch eine externe Mediation wurde in Betracht gezogen. «Aus Sicht des Gemeinderats Wölflinswil hätte eine Mediation den Dialog und die Gesprächsführung unterstützen können. Sie hätte jedoch keine Einigung über die zentralen inhaltlichen Fragen ersetzt. Voraussetzung für weitere Verhandlungen wäre gewesen, dass Kostenteiler, Führungsverantwortung und Organisationsstruktur grundsätzlich zur Diskussion stehen. Eine solche gemeinsame Grundlage konnte nicht gefunden werden.» Obwohl der Gemeinderat Oberhof das Angebot zur Zusammenarbeit nicht angenommen habe, ermögliche die vorgeschlagene Verwaltungsorganisation weiterhin eine Zusammenarbeit. Das Angebot bleibe bestehen. 
Der Gemeinderat Wölflinswil wird der Gemeindeversammlung am 24. Juni 2026 den Antrag für diese modernisierte und eigenständige Verwaltung unterbreiten. «Der Antrag wird frühzeitig gestellt, damit die personellen und organisatorischen Fragen sorgfältig geklärt und die Umsetzung per 1. Januar 2028 vorbereitet werden können.»


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