Witte's Welt: Schlimmer geht immer
18.09.2026 KolumneDas ist mal ein Service, Teil II
Ronny Wittenwiler
Vielleicht erinnern Sie sich, wie ich ums Verrecken darauf bestanden habe, meinen Vater nach Pratteln zu fahren: «Jetzt lass mich endlich mal was für dich tun und steig gefälligst ein.»
Soweit, so ...
Das ist mal ein Service, Teil II
Ronny Wittenwiler
Vielleicht erinnern Sie sich, wie ich ums Verrecken darauf bestanden habe, meinen Vater nach Pratteln zu fahren: «Jetzt lass mich endlich mal was für dich tun und steig gefälligst ein.»
Soweit, so gut.
*
Angekommen in Pratteln, der Werkstattleiter dann so zu meinem Vater: «Ah, der Herr Wittenwiler. Bringt sein Auto in den Service.»
Stille.
«Ja und wo ist denn jetzt das Auto?»
Ich so: «Das haben wir zuhause vergessen.»
Mein Vater bekommt Schnappatmung, ich aber bleibe die Ruhe selbst: «Du wartest hier!»
Ich bin dann alleine mit meinem Smart wieder zurück nach Möhlin gefahren, um das Auto von meinem Vater zu holen. Es war die längste halbe Stunde seines Lebens. Egal.
Wieder zurück in Pratteln, jetzt der Werkstattleiter: «In zwei Tagen ist das Auto wieder abholbereit.»
«Super, und wie kommen wir jetzt heim?» Ich muss zugeben: Die Frage von meinem Vater hat was. Schliesslich steht jetzt der Smart in Möhlin.
Ich so: «Lass mich das machen.»
Vater: «Heilige Mutter Gottes!»
Werkstattleiter: «Jesses.»
Ich hab’ dann meinem Vater gesagt, er solle sich entspannen: «Du setzt dich jetzt mal schön in das Café nebenan – um alles andere kümmere ich mich. Die haben hier doch sicher einen Ersatzwagen.»
Bingo!
Fünfzehn Minuten später fahre ich mit dem Ersatzwagen der Autowerkstatt von Pratteln nach Möhlin, um meinen Smart zu holen, mit dem ich dann wieder zurück nach Pratteln fahre, um meinen Vater einzuladen. «Siehst du, jetzt brauchen wir nicht mal mehr den Ersatzwagen.»
Er so: «Aber dafür steht er jetzt bei mir zuhause rum.»
Ich überlege kurz. «Du kannst ja den Ersatzwagen morgen früh nach Pratteln fahren und dein Nachbar, der Jörg, soll dich dann mit seinem Auto abholen.»
Am anderen Tag ruft mich mein Vater an. «Jetzt leck mich alles am Arsch!»
«Was ist denn passiert?»
Vater: «Der Jörg sagte, ‹jetzt lass mich doch auch mal etwas für dich tun und steig gefälligst ein! Ich fahr dich gleich selbst.›»
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