Ronny Wittenwiler
Ich möchte an dieser Stelle mal ein Kompliment aussprechen, und zwar an mich: Es ist bewundernswert, wie gut ich mittlerweile ganz allein im Coop zurechtkomme.
Doch am Montag war alles anders. Statt wie immer mir einen Einkaufszettel mit klaren Vorgaben ...
Ronny Wittenwiler
Ich möchte an dieser Stelle mal ein Kompliment aussprechen, und zwar an mich: Es ist bewundernswert, wie gut ich mittlerweile ganz allein im Coop zurechtkomme.
Doch am Montag war alles anders. Statt wie immer mir einen Einkaufszettel mit klaren Vorgaben bezüglich Anzahl der jeweils spezifischen Produkte mitzugeben, stand da einfach nur:
➢ Früchte
➢ Getränke
Ich so: «Früchte?»
Maus: «Was halt grad so da ist.»
Ich: «Getränke?»
Maus: «Genauso. Entscheide nach Gefühl.»
Toll. In der Woche davor musste ich schon das neue Instrument für Brösmeli nach Gefühl aussuchen. Und was war? «Ich wurde einfach nur kritisiert.»
Brösmeli: «Du bist mit einer Kesselpauke nach Hause gekommen!»
Ich so: «Cool, oder?»
Brösmeli: «Geige. Mein Instrument nennt sich Geige!»
Ich würde gerne beim eigentlichen Thema bleiben. Früchte? Getränke? Ich hätte also schon gerne genauere Angaben.
«Aber du siehst doch selbst, was jeweils im Haushalt fehlt», sagt Maus, hängt mir einen Einkaufsbeutel um den Hals und schickt mich los: «Du schaffst das. Vertrau einfach mal auf dein Gefühl.»
Früchte. Getränke. Einfach so nach Gefühl? Geht am Ende einfacher, als ich befürchtet hatte. Unter grosser Mühsal schleppe ich die Einkäufe nach Hause und räume sie ein: Ich lege den Apfel in die Früchteschale, jetzt muss ich nur noch die drei Kisten Bier in den Keller bringen.
witte@nfz.ch