Ronny Wittenwiler
Was haben die Fasnacht und Olympische Spiele gemeinsam? Ganz einfach: Ende. Aus. Vorbei.
Höchste Zeit also für eine Bilanz: Im Medaillenspiegel sind leichte Vorteile für Milano-Cortina gegenüber Möhlin-Ryburg auszumachen. Die Schweizer ...
Ronny Wittenwiler
Was haben die Fasnacht und Olympische Spiele gemeinsam? Ganz einfach: Ende. Aus. Vorbei.
Höchste Zeit also für eine Bilanz: Im Medaillenspiegel sind leichte Vorteile für Milano-Cortina gegenüber Möhlin-Ryburg auszumachen. Die Schweizer Athleten haben mit 23-mal Edelmetall zünftig abgeräumt und wurden herzlich empfangen, als sie wieder nach Hause gekommen waren.
Nehmen wir zum Beispiel den Freestyle-Skier Noé Roth. Er stand im Aerials-Superfinal in Livigno als letzter Athlet noch oben. Roth musste liefern, um der Schweiz eine Medaille zu bescheren und damit einen chinesischen Dreifachsieg zu verhindern! Und er hat geliefert, das SRF flippte aus:
«Der 25-Jährige zeigte den Back-Double-Full-Double-Full-Full und stand den Sprung souverän.»
Ich mag dem das ja von Herzen gönnen. Aber als eine Woche zuvor ich 45-jähriger Dubel Full-Full vom Schnitzelbankabend heimkam, da hat natürlich wieder mal kein Mensch applaudiert. Wahrscheinlich, weil ich im Gegensatz zu Noé Roth meinen Sprung in den Schirmständer nicht mehr stehen konnte.
Gerade an diesem Beispiel zeigt sich, wie kleine Details über Ruhm und öffentliche Aufmerksamkeit entscheiden. Ist wahrscheinlich besser so, habe ich mir zwar am andern Tag dann auch gedacht, und ganz ehrlich – mit den Ski über eine solche Schanze springen? So Full kann man ja im Leben nie sein.
witte@nfz.ch