«Wir wollen sicht- und spürbar sein»
21.09.2024 FricktalDen Stimmenanteil behalten oder gar etwas steigern und die bisherigen vier Grossratssitze verteidigen, ist das oberste Ziel der SP in den Bezirken Rheinfelden und Laufenburg an den kommenden Wahlen.
Susanne Hörth
Den Fokus legt die SP weiterhin auf Bildungs- und ...
Den Stimmenanteil behalten oder gar etwas steigern und die bisherigen vier Grossratssitze verteidigen, ist das oberste Ziel der SP in den Bezirken Rheinfelden und Laufenburg an den kommenden Wahlen.
Susanne Hörth
Den Fokus legt die SP weiterhin auf Bildungs- und Gesundheitsthemen. Bezogen auf das Fricktal hoffen die beiden Bezirksparteipräsidien auf noch engere Zusammenarbeit für eine starke Region.
Ausgangslage: Bei den Grossratswahlen 2020 wurden im Bezirk Laufenburg beide bisherigen SP-Grossrätinnen Elisabeth Burgener Brogli und Colette Basler wiedergewählt. Die Partei gewann 1,02 Prozentpunkte dazu und kam damit auf einen Wähleranteil von 19,89 Prozent. Während der Amtsperiode trat Elisabeth Burgener zurück, Rolf Schmid rückte nach.
Im Bezirk Rheinfelden verteidigte die SP ebenfalls ihre zwei Plätze. Neben der Bisherigen Claudia Rohrer zog auch Carole Binder-Meury ins Kantonsparlament ein. Sie hatte mehr Stimmen erreicht als der bisherige Werner Erni. Die SP verlor im Bezirk Rheinfelden vor vier Jahren jedoch Stimmen. Mit einem Minus von 1,4 Prozentpunkten erreichte sie einen Wähleranteil von 19,41 Prozent.
Ziele für die diesjährige Wahl: Die 20-Prozent-Grenze beim Wähleranteil zu knacken, ist ein Ziel, aber nicht das oberste, so Grossrat Rolf Schmid, Präsident der SP Bezirk Laufenburg. Hauptziel sei es, den Stimmenanteil zu behalten und die beiden Grossratssitze zu verteidigen. Carole Binder-Meury, Co-Präsidentin der Bezirkspartei Rheinfelden, sieht es ebenso. Auch das untere Fricktal soll weiterhin mit zwei Sitzen im Grossen Rat vertreten sein. Sie fügt gleichwohl an: «Ein dritter Sitz wäre natürlich schön.» Für sich selbst hoffen Carole Binder-Meury wie Rolf Schmid auf eine Wiederwahl.
«Die Mitte»-Partei möchte ihren im Jahr 2016 an die SP verlorenen Platz im Bezirk Laufenburg wieder zurückgewinnen. Rolf Schmid und Carole Binder-Meury sind jedoch überzeugt, dass sie mit ihrer bisherigen Arbeit wie auch mit sehr guten Kandidatinnen und Kandidaten überzeugen können. Die Anzahl der Vorstösse mit Bezug auf regionale Anliegen oder die Teilnahme an den Vernehmlassungen von Bund und Kanton sind Beleg für die aktive Arbeit der SP.
Wo steht die Partei? «Wir machen eine sichtbare Politik», so Rolf Schmid. Sichtbar nicht nur während der Wochen vor den Wahlen mit vielen Plakaten und Versprechen, sondern vor allem, «und das zählt doch», mit der Arbeit innerhalb der vierjährigen Legislatur. «Wir haben viele Themen, die im Grossen Rat behandelt werden, angestossen», erklären Carole Binder-Meury und Rolf Schmid. Sie erwähnen den öffentlichen Verkehr, Anliegen aus dem Gesundheitswesen, Bildungs- und Integrationsthemen. Carole Binder-Meury merkt erfreut an, dass die Leute sehr gut wahrnehmen, was im Grossen Rat behandelt wird. «Sie merken, wer was aktiv einbringt und lösungsorientiert arbeitet.»
Politische Ziele: Eine Herzensangelegenheit in ihrem politischen Wirken ist Carole Binder-Meury die Bildung. Vielmehr die Chancengleichheit in der Bildung. «Integrative Schule abschaffen wäre der falsche Weg», betont sie deshalb. Das Bildungssystem zurück auf Feld 1 zu stellen, wie es aus anderen Parteien tönt, sei bei allen Überlegungen für eine gut funktionierende und gerechte Schule keine Option, «nicht zumutbar». Integration um jeden Preis gehe gleichwohl nicht, weiss die SP-Grossrätin. Es gebe noch viel zu tun, bis die integrative Schule da ist, wo sie sein sollte. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es Kompromissfähigkeit auch mit anderen Parteien. «Die haben wir», betont Rolf Schmid. «Nur zusammen kommen wir ans Ziel», so Carole Binder-Meury.
«Viel zu tun, gibt es ebenfalls im Gesundheitswesen», nennt Rolf Schmid eine weitere Aufgabe, welcher sich die SP weiterhin mit grossem Engagement widmet. «Wir brauchen eine bezahlbare Gesundheit für alle.» Dass im Fricktal immer mehr Menschen keinen Hausarzt mehr finden, bereitet ihm grosse Sorgen. Hier besteht Handlungsbedarf.
Auch Personen, die nicht SP wählen, würden der Partei bei den verschiedensten sozialen Themen eine hohe Glaubwürdigkeit attestieren, nehmen Carole Binder-Meury und Rolf Schmid erfreut wahr. Der Begriff Sichtbarkeit fällt wieder. Selbstverständlich hoffen die beiden SP-Politisierenden auch auf die Stimmen dieser Leute bei den kommenden Wahlen.
Ziele für das Fricktal: «Wir brauchen klimaverträgliche Lösungen», betont Rolf Schmid. Zu den Hauptverursachern für Treibhausgasemissionen gehört der Verkehr, vor allem der motorisierte Individualverkehr. Schmid spricht das Sisslerfeld an, auf welchem aktuell viel geplant ist. Die Ansiedlung von neuen Firmen bringt auch mehr Verkehr mit sich. «Wir müssen mutiger sein», meint er. Um zu vermeiden, dass immer mehr Menschen alleine im Auto fahren, brauche es vielmehr Anreize für den ÖV und neue Ideen, um die Dörfer ringsum zu entlasten.
«Das Fricktal geht manchmal vergessen. Deshalb sollten das obere und das untere Fricktal mehr und über die Parteigrenzen hinaus zusammenspannen», setzt sich Carole Binder-Meury für eine starke Region ein.
Der Gegenstand: Carole Binder-Meury hat eine kleine, drehbare Weltkugel zum Treffen mitgebracht. «Ich wollte etwas mitnehmen, das zum Thema Bildung passt. Die Welt dreht sich immer weiter.» Es gebe noch in vielen Bereichen so viel zu tun.
Die kleine Blechdose mit Rescue Pastillen aus Bach-Blüten-Essenzen, die Rolf Schmid dabeihat, «habe ich an meinem ersten Tag im Grossen Rat von Carole Binder-Meury erhalten». Sie helfen ihm, wenn es mal hitzig wird. Überhaupt würde mehr Gelassenheit wohl zu noch besseren Lösungen führen.
Grossratswahlen am 20. Oktober
Am 20. Oktober wird im Aargau das 140-köpfige Kantonsparlament neu gewählt. Der Bezirk Laufenburg kann sieben, der Bezirk Rheinfelden zehn Grossrätinnen und Grossräte nach Aarau schicken. Im Bezirk Rheinfelden treten acht Parteien mit insgesamt 68 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl an. Im Bezirk Laufenburg sind es neun Parteien mit 54 Kandidatinnen und Kandidaten. Die NFZ stellt die grösseren Parteien vor und zeigt die Gesichter auf den Listen. (nfz)
Stich-Worte
Die Meinung der SP zu drei Themen
AKW
«Auf keinen Fall!», so Carole Binder-Meury. Rolf Schmid: «Nein danke!»
1. Mai
«Sehr wichtiger Feiertag. Leute sind sich nicht klar, was er bedeutet.» Rolf Schmid erinnert daran, dass etwa die Einführung der Fünf-Tageund der 40-Stunden-Woche diesem Tag gewidmet ist. Carole Binder-Meury ergänzt: «Wir müssen daran festhalten und daran denken, was es noch alles zu tun gibt.»
Integration
«Wir müssen Geduld haben.» Mit den Leuten, die hierherkommen und sich erst zurechtfinden müssen, bevor sie sich integrieren können, sagt Rolf Schmid. «Integration braucht zusätzlich Wohlwollen und Zuversicht. Sie ist keine Einbahnstrasse. Wir müssen bereit sein, etwas dafür zu tun.» Für Carole Binder-Meury ist Integration das Herzstück in der Gesellschaft.



