Der Politnachwuchs kreuzte die Klingen
Fünf Jungpolitiker, ein Ringrichter und das Lehrstück in Demokratie: die Bezirksschule Rheinfelden wurde kurzerhand zur Arena.
Ronny Wittenwiler
Cedric Meyer stand nicht auf verlorenem Posten. Dafür ist sein Fell bereits dick ...
Der Politnachwuchs kreuzte die Klingen
Fünf Jungpolitiker, ein Ringrichter und das Lehrstück in Demokratie: die Bezirksschule Rheinfelden wurde kurzerhand zur Arena.
Ronny Wittenwiler
Cedric Meyer stand nicht auf verlorenem Posten. Dafür ist sein Fell bereits dick genug. Aber Meyers Meinung teilte keiner der anderen Podiumsteilnehmer: Weder Nika Jenni (Juso) und Finlay McIntyre (Junge Grüne) noch Leander Rüede (Junge GLP) und Janis Eberle (Junge FDP).
«Wichtig, dass wir fair bleiben»
Hier also Meyer von der Jungen SVP, dort die anderen, und im Fokus die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz». Zu diesem Thema stiegen die fünf Jungpolitiker in den Ring und Peter Schmid, ehemaliger Bezirksschul-Lehrer, der quasi als Ringrichter das Podium moderierte, meinte noch: «Wir sehen, Cedric hat einen schweren Stand. Wichtig ist, dass wir in der Diskussion fair bleiben.» Dann schob er mit den Worten einer ehemaligen Bundeskanzlerin nach: «Wir schaffen das.» Rund eine Stunde lang galt es, diesen Beweis zu erbringen.
Der «Tag der Politik» an der Bezirksschule Rheinfelden hat sich etabliert. Eine Art Lehrstück in Demokratie und mit einem Podium zum Auftakt, das vor Augen führte: Statistiken lassen sich je nach politischem Standpunkt unterschiedlich interpretieren; Debatten zwischen Jungparteien mit ihren jeweiligen Ideologien verlaufen nicht weniger engagiert. Politik bleibt Politik. Nebst der SVP-Initiative standen an diesem Dienstagmorgen weitere Themen auf der Agenda. In die Diskussion brachten sich vereinzelt auch Schülerinnen und Schüler ein.
Dass für das letzte Thema nicht genügend «Sendezeit» dieser Arena übrigbleiben sollte, ist vielleicht schade – andererseits hätte dieser Umstand nicht treffender aufzeigen können, wie politische Themen manchmal Hochkonjunktur haben, um dann plötzlich wieder von der Agenda verdrängt zu werden. Das Thema, für das die Zeit nicht mehr reichte, lautete ironischerweise: «Klimaerwärmung – war da was?»
Und dann rückt man zusammen
Fazit: Um die besten Argumente wurde gestritten, gerungen, gekämpft, vor den Augen der Bezirksschülerinnen und Bezirksschüler. Und am Ende: Standen sich SVP und Juso fürs gemeinsame Foto deutlich näher als zuvor beim verbalen Austausch. Eine faire Diskussion? «Wir schaffen das», hatte Ringrichter Schmid prophezeit. Er sollte recht behalten. Und Churchill lag wohl auch nicht wirklich daneben, als er feststellte: «Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.»