«Wir haben viele Gäste aus den USA und England»
11.09.2026 RheinfeldenMarcello und Sandra Flückiger vermieten in der Rheinfelder Altstadt zwei Ferienwohnungen. Die Gäste kommen aus aller Welt. Schlechte Erfahrungen haben die beiden bislang kaum gemacht.
Valentin Zumsteg
Sie lernen Leute aus vielen Ländern kennen – und müssen dafür nicht ...
Marcello und Sandra Flückiger vermieten in der Rheinfelder Altstadt zwei Ferienwohnungen. Die Gäste kommen aus aller Welt. Schlechte Erfahrungen haben die beiden bislang kaum gemacht.
Valentin Zumsteg
Sie lernen Leute aus vielen Ländern kennen – und müssen dafür nicht einmal Rheinfelden verlassen. «Demnächst kommt ein Gast aus Paris wieder. Er bleibt längere Zeit, auch weil ihm die Wellnesswelt im Sole uno so gut gefällt», erzählt Marcello Flückiger beim Gespräch mit der NFZ. Zusammen mit seiner Frau Sandra vermietet er im Schelmengässli und beim Obertorplatz zwei Ferienwohnungen. Die erste haben die beiden 2014 gekauft, die zweite kam während der Corona-Zeit 2020 dazu.
«Es gibt nicht mehr so viele Hotelzimmer»
Natürlich könnten sie die Wohnungen permanent vermieten – das wäre einfacher und gäbe weniger Arbeit. Doch das wollen sie nicht. «Ich habe viele Verwandte und sehr gute Kollegen aus dem In- und Ausland. Wenn sie uns für ein paar Tage besuchen, können wir sie in einer der Ferienwohnungen unterbringen», erklärt Marcello Flückiger. Es gibt aber noch einen zweiten Grund, warum sie diesen Weg gewählt haben: «Rheinfelden hat nicht mehr so viele Hotelzimmer. Deswegen wollen wir etwas anbieten, das sich auch Familien leisten können.» So liegt zum Beispiel der Startpreis für die Wohnung im Schelmengässli für eine fünfköpfige Familie bei 130 Franken pro Nacht.
Den beiden gefällt es, internationale Gäste zu empfangen. «Ich spreche vier Sprachen, die kann ich dank den Ferienwohnungen regelmässig nutzen», erklärt der 60-Jährige, der beruflich in leitender Funktion bei der PostFinance AG tätig ist.
Hohe Auslastung
Die beiden Wohnungen in der Altstadt sind gefragt, die Auslastung ist hoch, wie Flückiger sagt. «Den Leuten gefällt die Lage mitten im Städtchen.» Rund 50 Prozent der Gäste buchen über Online-Plattformen wie Booking oder Airbnb, der Rest reserviert direkt bei den Flückigers oder informiert sich für Reservationen über das Tourismusbüro Rheinfelden.
Schlechte Erfahrungen haben die beiden bislang kaum gemacht: «Es kam in den vielen Jahren schon mal vor, dass sich Gäste nicht wunschgemäss verhalten haben und die Hausregeln zu wenig beachteten. In diesen Fällen sprechen wir sie jeweils direkt darauf an und stossen auf grosses Verständnis.» Im Allgemeinen haben die beiden aber vor allem Positives erlebt. «Vielleicht deshalb, weil wir die Gäste persönlich empfangen und ihnen alles zeigen. Das wird geschätzt.»
Die grösste Gästegruppe sind Deutsche, die aus verschiedenen Gründen das Städtchen besuchen. «Wir haben aber auch viele Gäste aus den USA und England. Sie finden die Lage nahe bei Basel, Zürich und dem Schwarzwald perfekt.» Daneben buchten schon Leute aus Neuseeland, der Mongolei, Kasachstan, Kolumbien, Indien, Peru, Russland und Hongkong. «Sie geniessen die Unbeschwertheit in der Schweiz und das gemütliche Alltagsleben in Rheinfelden. Vielleicht schätzen sie es besonders, dass sich die Leute in den Altstadtgassen noch grüssen», erklärt Flückiger mit einem Lachen. Es gibt zahlreiche Stammkunden, die immer wieder kommen. «Den Gästen gefällt Rheinfelden sehr gut. Die Einheimischen sehen ihre Stadt deutlich kritischer als die Touristen.»
Marcello Flückiger ist im Städtchen aufgewachsen, seine Eltern führten eine Bäckerei an der Marktgasse 35, die 1925 vom Grossvater gegründet worden war. «Natürlich ist das Einkaufserlebnis heute nicht mehr so wie in den 1970er-Jahren, als es noch viel mehr Geschäfte gab. Doch für Touristen ist das Städtchen sehr attraktiv», findet Flückiger. Wichtig sei, dass es weiterhin zahlreiche Restaurants und Läden gebe. «Die Stadtverwaltung stellt den Kundendienst wieder vermehrt ins Zentrum und unterstützt die Gastrobetriebe und Veranstalter bei Anlässen in der Altstadt. Alle zusammen tragen dazu bei, dass in Rheinfelden etwas läuft und das Städtli lebt», betont Flückiger. Er und seine Frau freuen sich jedenfalls schon auf die nächsten Gäste.

