Windisch als achter Mittelschulstandort
01.09.2026 AargauDer Regierungsrat plant, den achten Mittelschulstandort im Kanton Aargau am Standort Windisch zu realisieren. Ausgehend von der Entwicklung der Schülerzahlen beruht die Entscheidung auf einer umfassenden Abwägung der Einzugsgebiete, der Erstellungskosten, des Potenzials für ...
Der Regierungsrat plant, den achten Mittelschulstandort im Kanton Aargau am Standort Windisch zu realisieren. Ausgehend von der Entwicklung der Schülerzahlen beruht die Entscheidung auf einer umfassenden Abwägung der Einzugsgebiete, der Erstellungskosten, des Potenzials für Synergien und langfristiger, bildungsstrategischer Überlegungen. «Die Errichtung eines neunten Standorts ist aus heutiger Sicht bis zum Jahr 2055 nicht erforderlich», heisst es weiter in der Mitteilung der Regierung. In der Beantwortung der Interpellation Janine Glarner im Juni dieses Jahres erläuterte der Regierungsrat, dass die Errichtung eines achten Mittelschulstandorts im Mittelland ab Mitte der 2030er Jahren dringend notwendig ist. Offen war dabei noch die Frage, welcher der beiden im Schulgesetz verankerten Standorte – Lenzburg oder Windisch – als achter Standort weiterverfolgt werden soll. In der Beantwortung des Postulats von Titus Meier wird dies nun geklärt: Unter Berücksichtigung, dass voraussichtlich bis 2055 nur ein neuer Mittelschulstandort realisiert werden muss, würden verschiedene Faktoren klar für Windisch sprechen.
Eine Analyse der regionalen Bevölkerungsentwicklung, bei welcher das Wachstum der für die Mittelschulen relevanten Bevölkerungsgruppe der 15 bis 19-Jährigen pro Bezirk berücksichtigt wurde, ergab, dass insbesondere das Einzugsgebiet der beiden Kantonsschulen Baden und Wettingen mit den Bezirken Baden, Zurzach, Brugg und Bremgarten zur stärksten Wachstumsregion des Kantons gehört. Es bestätigt sich, dass der Osten des Kantons im Einzugsgebiet der Metropolitanregion Zürich voraussichtlich stärker wachsen wird als die anderen Regionen. Zudem weisen diese Bezirke tendenziell auch eine höhere gymnasiale Maturitätsquote auf. Im Ostaargau wird im Jahr 2055 aufgrund dieser Entwicklung Schulraum im Umfang von rund 40 Abteilungen oder 900 Schülerinnen und Schüler fehlen. Mit dem geplanten Ausbau der Kantonsschule Wohlen von 33 auf 55 Abteilungen wird bis ins Jahr 2055 genügend Schulraum zur Verfügung stehen, um zusätzlich Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Aarau und Lenzburg aufnehmen zu können. Für den Standort Lenzburg hätten die raschere Realisierbarkeit sowie tiefere einmalige Investitionskosten gesprochen.
(nfz)
