Wiederaufbau der Sisslerfeld-Plattform gestartet

  06.08.2026 Fricktal

Holzturm erhält definitiven Standort

Diese Woche hat der Wiederaufbau des über zehn Meter hohen Holzturms am südlichen Ende des Sisslerfeldes begonnen. Die Aussichtsplattform soll zum ganzjährig begehbaren «Fenster zur Zukunft» über einem bedeutenden Entwicklungsgebiet der Region und der Schweiz werden.

Der Holzturm mit einer Aussichtsplattform für 40 bis 50 Personen wurde im vergangenen Jahr von Lernenden des Holzbauunternehmens Häring (Eiken) projektiert, konstruiert und an der Kantonsstrasse zwischen Sisseln und Stein aufgebaut – mit tatkräftiger Unterstützung lokaler Unternehmen und auf Initiative von Christoph Grenacher und dem ehemaligen Eiker Gemeinderat Ingo Anders. Als privates Projekt wurde die Plattform im Rahmen des Sisslerfeldtages 2025 provisorisch installiert, anschliessend wieder abgebaut und vor dem nun anlaufenden Wiederauf bau zwischengelagert: «Was 2025 als privates Provisorium begann, erhält jetzt sein definitives Fundament – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn», sagt Projektleiter Christoph Grenacher.

Definitiver Standort dank AEW
Dem zwischenzeitlich gegründeten Verein unter Gründungspräsident und alt Nationalrat Peter Bircher gelang es, mit der AEW Energie AG einen Vertrag für einen festen Standort im Sisslerfeld abzuschliessen. Auf einer Parzelle am südlichen Ende des Areals, in der Verlängerung der aktuell realisierten Südspange, kann der Turm nun dauerhaft auf dem Gemeindegebiet von Münchwilen installiert werden. Von der 5,8 Meter hohen Plattform aus reicht die Sichtachse bis zum Holzheizkraftwerk, zum geplanten Neubau der Bachem und zu den bestehenden Pharmawerken im nördlichen Sisslerfeld. Für die dauerhafte Nutzung und Verankerung der rund 18 Tonnen schweren Konstruktion waren verschiedene stabilisierende Massnahmen nötig.

Ein Lernort beidseits des Rheins
Der ab diesem Spätsommer ganzjährig begehbare Aussichtspunkt soll für Exkursionen, Führungen und Dialogformate genutzt werden und steht den Vereinen in den vier Anrainergemeinden sowie in Bad Säckingen für eigene Zwecke offen. Mit einem eigens erarbeiteten Bildungskonzept strebt der Verein zudem eine Zusammenarbeit mit Fachhochschulen, der Kantonsschule Fricktal in Stein und dem Scheffel-Gymnasium in Bad Säckingen an. Grenzüberschreitend kommen Berufsschulen sowie Oberstufen und Bezirksschulen im Aargau und Werkreal-, Haupt- und Realschulen in Baden-Württemberg hinzu – eine seltene Gelegenheit, zwei Bildungssysteme, zwei Rechtsordnungen und zwei Planungskulturen an einem einzigen Ort erlebbar zu machen. «Die Plattform ist kein blosser Aussichtsturm für schöne Fotos. Sie ist ein Werkzeug, um Raumentwicklung sichtbar, verständlich und mitgestaltbar zu machen – für Schulen dies- und jenseits des Rheins ebenso wie für die Bevölkerung», so Grenacher.

Archivprojekt bewahrt die Geschichte des Sisslerfeldes
Bereits lanciert hat der Verein das Archivprojekt «Das Sisslerfeld neu entdecken». Gesucht werden Fotos, Filme, Dokumente und Erzählungen, die die Geschichte des Industriegebietes nachzeichnen und künftigen Generationen als Grundlage für wegweisende Entscheide dienen sollen. Möglich gewesen wäre der Wiederauf bau nicht ohne breite Unterstützung, hält der Verein fest. Die vier Anrainergemeinden Sisseln, Eiken, Stein und Münchwilen tragen die Ziele der Plattform ideell mit, ebenso der Planungsverband Fricktal Regio, dem alle 32 Fricktaler Gemeinden angehören. Zahlreiche Einzelpersonen, Stiftungen sowie lokal und regional verankerte grenzüberschreitende Unternehmen leisten namhafte Beiträge. Weitere Sponsoren sind willkommen.

Inbetriebnahme und Sisslerfeldtag
Die definitive Inbetriebnahme der Plattform ist für Anfang September geplant. Am 4. Sisslerfeldtag vom Samstag, 12. September, öffnen ab 14 Uhr zahlreiche im Sisslerfeld angesiedelte Betriebe ihre Türen für das interessierte Publikum. Am Nachmittag wartet auch die Plattform Sisslerfeld mit einem speziellen Programm vor Ort auf. (mgt/nfz)

www.plattform-sisslerfeld.com


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