Wie geht es dem Aargauer Wald?

  26.04.2026 Aargau

Start der dritten kantonalen Waldinventur

Zwischen April und November sind vier Aufnahmeequipen in den Aargauer Wäldern unterwegs, um umfangreiche Walddaten zu erfassen. Nach der Methodik des Landesforstinventars nehmen sie rund 1450 Stichprobenflächen auf, um vertiefte Einblicke in den Aargauer Wald und die aktuellen Entwicklungen zu gewinnen.

Nach 2005 und 2016 werden dieses Jahr zum dritten Mal umfassende Daten zum Zustand des Aargauer Waldes erhoben. Auf Flächen in einem regelmässig verteilten Stichprobennetz vermessen vier Teams im Auftrag der Abteilung Wald des Departements Bau, Verkehr und Umwelt unter anderem alle Bäume ab 12 Zentimeter Durchmesser, erfassen die Baumart sowie die Struktur des Waldes, zählen die Jungbäume und erfassen das vorhandene Totholz. Dies ermöglicht es, in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, den aktuellen Zustand des Aargauer Waldes aufzuzeigen. Dafür werden sowohl klassische forstliche Grössen wie Baumarten- und Durchmesserverteilung, Volumen an Holz im Wald (Vorrat), das jährlich zuwachsende Holzvolumen (Zuwachs) und das geerntete Holzvolumen (Nutzung), als auch ökologisch wichtige Kennwerte wie Totholzvorrat (stehendes und liegendes Totholz) herangezogen. Zur Anwendung kommt – wie in den bisherigen Inventuren – die Methodik des schweizerischen Landesforstinventars. Dadurch wird es möglich sein, die Resultate mit jenen der vergangenen zwei Erhebungen zu vergleichen und die Entwicklung des Waldes über die letzten beiden Jahrzehnte zu dokumentieren.

Die vier Aufnahmeequipen sind zwischen April und November 2026 in den Aargauer Wäldern unterwegs und führen die Feldaufnahmen auf den rund 1450 Stichprobenflächen aus. Die Auswertung der Daten wird bis Mitte 2027 fertiggestellt. Die Resultate werden Anfang 2028 den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern, Forstbetriebsleitenden und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Veränderungen werden erwartet
Während sich zwischen der ersten und der zweiten Aargauer Waldinventur der durchschnittliche Vorrat und Zuwachs im Aargauer Wald kaum verändert haben, ist in den letzten zehn Jahren von einer deutlichen Veränderung der beiden Grössen auszugehen. Die aktuellen Aufnahmen der Aargauer Waldinventur werden klarere Aussagen zur Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt erlauben. Die zu erwartenden Veränderungen dürften auf verschiedene Gründe zurückzuführen sein: mehrere Jahre mit ausgeprägten Hitze- und Trockenperioden, den Sturm Burglind im Jahr 2018 und die auf solche Ereignisse folgenden Schäden durch Borkenkäfer sowie die zunehmende Mortalität bei Eschen aufgrund des Eschentriebsterbens. Mit interessanten Erkenntnissen wird auch bei der Entwicklung der Waldreservate zu rechnen sein – insbesondere auf Flächen, die inzwischen seit über 20 Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden. Die Resultate der Aargauer Waldinventur liefern wichtige Grundlagen für die Waldbewirtschaftung. Die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer können von neusten Daten für ihre forstliche Planung profitieren. Die Abteilung Wald verwendet die Zahlen insbesondere zur Nachhaltigkeitskontrolle der Waldbewirtschaftung, zur Erfolgskontrolle des Naturschutzprogrammes Wald und zur Weiterentwicklung von Modellen der künftigen Waldentwicklung. Schliesslich werden die Ergebnisse der Inventurdaten und deren Schlussfolgerungen in die kantonale Waldpolitik einfliessen. (nfz)


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