Wertschätzung für freiwilliges Engagement
06.03.2026 AargauProjekte für den Aargauer Sozialpreis 2026 gesucht
Viele Menschen investieren unentgeltlich Zeit, ohne eigennützige Motive zu verfolgen. Dieses freiwillige soziale Engagement ist nicht selbstverständlich. Der Aargauer Sozialpreis honoriert dies alle zwei Jahre mit einer ...
Projekte für den Aargauer Sozialpreis 2026 gesucht
Viele Menschen investieren unentgeltlich Zeit, ohne eigennützige Motive zu verfolgen. Dieses freiwillige soziale Engagement ist nicht selbstverständlich. Der Aargauer Sozialpreis honoriert dies alle zwei Jahre mit einer Auszeichnung.
Der im Jahr 2004 erstmals vergebene Sozialpreis zeichnet Freiwilligenarbeit im Kanton Aargau aus. Wie die vielen in der Vergangenheit eingereichten Projekte zeigen, ist freiwilliges soziales Engagement auch im Aargau weitverbreitet und vielfältig. Im letzten Jahr standen die Teams der IG Alter Konsum aus Suhr auf dem Podest, für den Treff für Flüchtlinge und Migrantinnen und Migranten. Die Anerkennungspreise der Jury gingen an das Projekt «Kultur-ZuZweit» von Caritas und an die Aktion «Wünsch dir was» des Sennhofvereins Vordemwald.
Ständerätin Marianne Binder-Keller würdigte in ihrem Grusswort an der letzten Preisverleihung die vielen Menschen, die unentgeltlich Zeit zum Wohle der Gesellschaft investieren. Sie zeigte sich überwältigt von der Anzahl und Vielfalt der Projekte. «So viel Engagement zum Wohle aller zeigt, was das Zusammenleben ausmacht. Die Sicherheit, füreinander da zu sein und Solidarität zu zeigen, ist gerade in diesen Zeiten nötiger denn je. Dieses freiwillige, soziale Engagement ist nicht selbstverständlich.» Beim Gewinnerprojekt «Alter Konsum in Suhr» hatte sich eine Gruppe von Suhrerinnen und Suhrern zusammengeschlossen, um in einem gemieteten Ladenlokal nachhaltig produzierte regionale Produkte anzubieten und ein Bistro zu betreiben, das als Treffpunkt für Familien und zur Integration Fremdsprachiger dient. Durch selbstorganisierte Apéros, Sprachcafés, Spiel-, Bastel- und Nähnachmittage hat sich im alten Ladenlokal in kürzester Zeit eine sorgende, bunt gemischte Gemeinschaft jeden Alters mit und ohne Migrationshintergrund entwickelt. Gemäss Eli Wilhelm, eines der sechs ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder, wurde das Preisgeld in der Höhe von 5000 Franken vor allem in die Infrastruktur investiert.
Die Gruppe der Freiwilligen der «Suhrer Spielerei» durfte sich über den zweiten Platz freuen, der mit 3500 Franken dotiert ist. Entstanden ist das Projekt als Zwischennutzung einer ehemaligen Asylbaracke, die so zum Ort der Begegnung wurde für Menschen jeglicher Herkunft und jeden Alters. «Denn gutes Zusammenleben gelingt unter anderem, wenn sich Menschen kennen und gemeinsam Positives erleben,» meint Tanja Wicki, Leiterin des siebenköpfigen Organisationsteam. «Zusammen zu spielen ist in jedem Alter sinn- und lustvoll und schafft ohne sprachliche Hürden einen einfachen generationenverbindenden Austausch.»
Der im Pastoralraum Zurzach-Studenland organisierte Treff für Flüchtlinge und Migranten wurde mit dem dritten Preis, dotiert mit 2500 Franken, ausgezeichnet. «Mit viel moralischer Unterstützung sowie finanziellen und mündlichen Zusagen seitens der Kirchen wurde der überregionale Treff für aus der Ukraine gef lüchtete Menschen innert einer Woche auf die Beine gestellt», erklärt Initiantin Theres Germann-Tillmann. Aus dem gemütlichen Ort des Erfahrungsaustausches ist mit Seelsorgerin Bettina Kuster und vielen weiteren Freiwilligen ein helfendes Netzwerk für alle schutzbedürftigen Menschen in der ganzen Region entstanden.
Bewerben bis 14. Juni
Der Sozialpreis von benevol Aargau und der Reformierten, Römisch-Katholischen und Christkatholischen Landeskirche Aargau verhilft Freiwilligen-Projekten zu mehr Öffentlichkeit und regt zur Nachahmung an. Für den Aargauer Sozialpreis 2026 werden wiederum Privatpersonen, gemeinnützige Institutionen und Organisationen gesucht, die im sozialen Bereich Aussergewöhnliches leisten. Bis zum 14. Juni 2026 läuft die Bewerbungsfrist für künftige Preisträgerinnen und -träger. Das sind Menschen und Gruppen, die sich unentgeltlich engagieren. Beispielsweise für respektvolles Zusammenleben, Solidarität zwischen Alt und Jung, Integration von Menschen in Gesellschaft und Wirtschaft, für den Ausgleich zwischen Reich und Arm, Zugang zu Bildung für alle oder für Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. (mgt/nfz)

