Lehrertheater Möhlin spielt das Stück «Der Polenweiher»
Die Verantwortlichen des Lehrertheaters Möhlin haben sich dieses Jahr für das Stück «Der Polenweiher» entschieden. Es führt das Publikum in die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs und beleuchtet die Herausforderungen einer ...
Lehrertheater Möhlin spielt das Stück «Der Polenweiher»
Die Verantwortlichen des Lehrertheaters Möhlin haben sich dieses Jahr für das Stück «Der Polenweiher» entschieden. Es führt das Publikum in die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs und beleuchtet die Herausforderungen einer Dorfgemeinschaft nach dem mysteriösen Tod einer polnischen Zwangsarbeiterin.
Janine Tschopp
Eine Blätterwand, ein Bett, ein Korbgef lecht, Holzkisten, ein Podest und viele Teppiche prägen das Bühnenbild im Bata Club Haus in Möhlin. In zehn Tagen feiert hier das Lehrertheater Möhlin Premiere des Stücks «Der Polenweiher».
Die verschiedenen Szenen werden alle mit demselben Bühnenbild gespielt, ohne Umbauten, phasenweise gleichzeitig. Das ständige Dabeisein und Mitspielen erfordern eine grosse Wachheit des ganzen Ensembles, erklärt Regisseur Peter Ender anlässlich des Pressegesprächs im Vorfeld der Aufführungen. Insgesamt sind es 13 Schauspielerinnen und Schauspieler des Lehrertheaters Möhlin, die beim aktuellen Stück eine Rolle spielen.
Eine geforderte Dorfgemeinschaft
Das Theaterstück «Der Polenweiher» wurde 1984 von Thomas Strittmatter geschrieben und später auch verfilmt. Es spielt in einem Dorf im Schwarzwald gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Anna, eine junge polnische Zwangsarbeiterin, wird tot im Weiher aufgefunden. Dieser tragische Vorfall löst eine Kette weiterer schicksalhafter Ereignisse aus, und die Dorfgemeinschaft ist gefordert zusammenzuhalten. Der Kommissar interessiert sich mehr für die Bäuerin als für die Aufklärung des Mordes. Entsprechend zitiert er ihr Goethe und setzt alles daran, ihren Mann an die Front zu schicken. «Es war eine mörderische, menschenverachtende Zeit», sagt Peter Ender. Viele Menschen haben weggeguckt und Menschenverachtendes wurde unter den Teppich gekehrt. Ist «Der Polenweiher» jetzt eine Liebesgeschichte, ein Krimi oder ein Politdrama? Peter Ender schildert: «Ich möchte ein Stück über Menschlichkeit, Liebe und Gemeinschaft erzählen.» Obschon gewisse Szenen das Publikum wahrscheinlich zum Lachen bringen würden, verrät der Regisseur: «Es gibt kein Happy End.»
Peter Ender kam vor zwei Jahren zum Lehrertheater Möhlin
Der Schauspieler und Regisseur Peter Ender wurde in Duisburg geboren und lebt heute in München. Vor zwei Jahren kam er zum Lehrertheater Möhlin, als er im Stück «Geh auf Bata – Du träumst gut» die Rolle des Kurt Wilhelm übernommen hatte und das Publikum mit auf eine Reise durch die Vergangenheit nahm. Auch letztes Jahr war er Teil des Ensembles, als in Möhlin «Der Diener zweier Herren» gespielt wurde. Dieter Schlachter und Nadine Condor, die bei der letztjährigen Produktion gemeinsam Regie führten, spielen dieses Jahr beide mit. Während Peter Ender beim aktuellen Stück die Regie übernimmt, fungiert Dieter Schlachter als Regieassistent.
Das Lehrertheater feiert Premiere am Freitag, 21. August, um 20.15 Uhr im Bata Club Haus in Möhlin. Bis am 12. September werden zwölf weitere Vorstellungen gespielt. Informationen und Tickets unter lehrertheater.ch oder bei der Papeterie Isenegger in Möhlin.