Was ist los mit Laufenburgs Beizen?
17.01.2025 LaufenburgNach kurzen Gastspielen geben die Pächter auf
Laufenburgs Altstadt ist sehenswert. Die historische Zweiländerstadt am Rhein versteht in vielfacher Hinsicht zu punkten. Wer die Altstadt auf Schweizer Seite erleben und das auch mit einem Restaurantbesuch verbinden möchte, ...
Nach kurzen Gastspielen geben die Pächter auf
Laufenburgs Altstadt ist sehenswert. Die historische Zweiländerstadt am Rhein versteht in vielfacher Hinsicht zu punkten. Wer die Altstadt auf Schweizer Seite erleben und das auch mit einem Restaurantbesuch verbinden möchte, steht aber gleich mehrfach vor verschlossenen Türen.
Susanne Hörth
Als bekannt wurde, dass das «Meerfräulein» in der Fischergasse ab April 2024 wieder Gäste empfangen wird, löste das Freude und Erwartungen aus. 13 Jahre stand der Betrieb still. Doch kaum gestartet, musste die Pächterfamilie Jankoski einen Tag nach der Eröffnung aufgrund eines technischen Defektes in der Küche temporär schliessen. Wenn es auch keine Schliessung zur Folge hatte, so sorgte der Brand des zum Restaurant gehörenden Gartenmobiliars Mitte August nicht nur bei den Pächtern für einen Schockmoment. Eine unbekannte Täterschaft hatte die Tische und Stühle direkt vor der Eingangstüre aufgetürmt und dann angezündet.
Ein paar Wochen später im Spätherbst: «Zum Glück hatten wir alle warme Jacken dabei, es war unglaublich kalt im Restaurant», meinte eine Frau, die zu einer Gruppe gehörte, die für ein Abendessen im «Meerfräulein» reserviert hatte. Ob der Ausfall der Heizung letztlich Ausschlag für die Schliessung des Restaurants im November gegeben hatte, bleibt spekulativ. Auf die damalige telefonische Anfrage der NFZ wollte die Familie keine Auskunft geben.
«Probstei»
«Am 7. September beginnt im Laufenburger Altstadt-Restaurant Probstei mit Misel und Sandra Djokic eine neue Ära. Sie wollen die «Probstei» wieder zum Leben erwecken», schrieb die NFZ Ende August letzten Jahres. Der Weckruf scheint nicht wirklich gehört worden zu sein. Seit November ist die Türe zum kleinen Restaurant in der Marktgasse verschlossen. Der Aushang im Schaukasten neben der Türe informiert darüber, dass nur noch auf Reservation ab zwei Personen zwischen 16.30 bis 22 Uhr geöffnet wird. Eine Telefonnummer ist nicht angegeben, sie ist mit entsprechender Suche im Internet zu finden. Die NFZ versuchte mehrfach vergeblich, über diese Nummer den Pächter zu erreichen. Guido Maier, dem das Altstadtgebäude mit dem Gastrobetrieb im Erdgeschoss gehört, weiss, dass die Eheleute Djokic zusätzliche Jobs angenommen haben. Mit den wenigen Gästen in der «Probstei» könnten sie die laufenden Kosten sonst nicht tragen. Guido Maier hofft, dass sich mit Abschluss der Bauarbeiten (Werkleitungssanierungen in der Altstadt) die Situation wieder zum Guten wendet. Er ist im engen Austausch mit dem Pächterpaar, unterstützt sie, wo möglich. So etwa am dreitägigen Laufenburger Weihnachtsmarkt, das Restaurant hatte damals offen. «Wenn möglich, wird die ‹Probstei› auch an Fasnacht geöffnet haben», meint der Liegenschaftseigentümer.
Er ist sich bewusst, dass es Gastrobetriebe im Vergleich zu früher deutlich schwerer haben. «Das Verhalten der Bevölkerung hat sich geändert.» Dass in der Altstadt betreffend Gastro immer weniger geht, bedauert er. Seit kurzem habe auch das «Castillo» (Restaurant Bahnhof) beim Wasentor den Betrieb eingestellt. Guido Maier hofft, dass beim stadteigenen «Adler» bald etwas geht. Die Sanierung der Werkleitungen und die damit verbundene grosse Baustelle vor der «Adler»-Liegenschaft seien aber auf jeden Fall eine Erschwernis bei einem Start des aktuell noch geschlossenen Restaurants.
Laufenburger Fasnacht und die Beizen
«Wenn immer mehr Restaurants fehlen, verändert das auch das kulturelle Leben in der Stadt.» Damit spricht Maier unter anderem die in Laufenburg gepf legte Fasnachts-Tradition an. Während der närrischen Jahreszeit werden die Gastrobetriebe in beiden Laufenburger Altstädten in das kunterbunte Geschehen einbezogen. Mit der Modernisierung des Museums Schiff in der Fischergasse fehlen der Fasnacht und dem jeweils grossen Publikum gleich zwei beliebte Treffpunkte: die Zunftstube der Narro-A lt-Fischerzunft und die Salmigrotte. 40 Jahre lang befand sich das Zunftlokal mit gern genutzter Gaststube im Erdgeschoss des Museums. Ende 2023 ist die Fasnachtszunft mit ihrer Zunfttaverne in den ehemaligen Circolo-Raum in der Wasengasse umgezogen.

