Ein Grossrat aus Würenlos will von der Aargauer Regierung wissen, warum der geplante Schweizer Hauptsitz von Hitachi nicht auf einer bereits eingezonten Strukturbrache – etwa im Sisslerfeld – gebaut werden könnte.
Simone Rufli
Die Energiefirma Hitachi Energy will in ...
Ein Grossrat aus Würenlos will von der Aargauer Regierung wissen, warum der geplante Schweizer Hauptsitz von Hitachi nicht auf einer bereits eingezonten Strukturbrache – etwa im Sisslerfeld – gebaut werden könnte.
Simone Rufli
Die Energiefirma Hitachi Energy will in Wettingen im Gebiet «Tägerhardächer» einen neuen Schweizer Hauptsitz mit bis zu 3000 Arbeitsplätzen errichten. Das Projekt ist umstritten. Würenlos fürchtet eine Belastung durch mehr Verkehr und steigende Immobilienpreise, während Steuern andernorts anfallen. Unverständnis herrscht in politischen Kreisen in Würenlos auch, weil offenbar kein anderer Standort im Kanton geprüft wurde.
Im Zusammenhang mit der angestrebten Anpassung des kantonalen Richtplans im Gebiet «Tägerhardächer», Wettingen, übt Thomas Zollinger, SVP, Würenlos, deshalb Kritik am Vorgehen der Aargauer Regierung. Dem Interpellanten stösst unter anderem sauer auf, dass der Regierungsrat in einem Schnellverfahren eine Richtplananpassung durchsetzen möchte, «die in ihrer Geschwindigkeit einzigartig ist und die hinsichtlich Einhaltung der raumplanerischen Verpflichtungen Fragen aufwirft».
Rolle der Standortförderung
Kein Verständnis hat Zollinger dafür, dass der Regierungsrat, «gemäss Angaben in den kantonalen Vernehmlassungsunterlagen, nur einen Standort im Gebiet zwischen Baden und der Kantonsgrenze zu Zürich gesucht hat – dabei würden in anderen Gebieten des Kantons durchaus geeignete Flächen zur Verfügung stehen, die gemäss Raumplanung für Firmenansiedlungen vorgesehen sind». Von der Regierung will Zollinger deshalb unter anderem wissen, welche Rolle die Aargauer Standortförderung bei der Evaluation und Empfehlung des Standorts «Tägerhardächer» für den geplanten Hitachi-Campus hatte, nach welchen Kriterien im Kanton alternative Standorte und Landreserven geprüft wurden und weshalb dabei offenbar nicht systematisch das gesamte Kantonsgebiet einbezogen wurde.
Sisslerfeld vermarktungsreif
Zum Thema Sisslerfeld will Zollinger von der Regierung etwa wissen: «Aus welchen Gründen wurde das Sisslerfeld gemäss Erläuterungsbericht der Gemeinde Wettingen als Standort ausgeschlossen?» Und allgemein: «Wäre es nicht Aufgabe der Standortförderung, bereits eingezonte Strukturbrachen zur Vermarktung zu bringen?» Zollinger stellt auch die Frage nach dem Einfluss von Hitachi auf die Standortwahl: «Inwiefern wurden qualitative Aspekte wie die von Hitachi geltend gemachte ‹Lebensqualität für die Mitarbeitenden› bei der Standortwahl höher gewichtet als raumplanerische Vorgaben?» Zollinger möchte vom Regierungsrat weiter wissen, ob es rechtlich nicht riskant ist, «dass Standorte primär auf Wunsch oder Vorgaben eines einzelnen Unternehmens hin priorisiert und andere Standorte ausgeschlossen werden».