Walter Reuter liebt die Natur
10.02.2026 PersönlichWer sich gelegentlich irgendwo im Fricktal durch den Wald bewegt oder sich dort aufhält, trifft nicht selten auf Walter Reuter. Der hat dort immer etwas zu tun. Manchmal wandert er mit seiner Gattin, manchmal sieht man ihn bei einer Arbeit oder am Feuer.
Hans Zemp
...Wer sich gelegentlich irgendwo im Fricktal durch den Wald bewegt oder sich dort aufhält, trifft nicht selten auf Walter Reuter. Der hat dort immer etwas zu tun. Manchmal wandert er mit seiner Gattin, manchmal sieht man ihn bei einer Arbeit oder am Feuer.
Hans Zemp
«Das begann bereits in jungen Jahren. Ich bin in der Natur aufgewachsen», sagt er mit einem Leuchten in den Augen. Seine Eltern bewirtschafteten nebenberuf lich einen kleinen Bauernhof. Mit ihnen hat er draussen in der freien Natur viele Arbeiten verrichtet, hat er gelernt, wie man Werkzeuge in die Hände nimmt und damit umgeht. Vielfältige Tätigkeiten wie etwa Heuen, Holzen und mehr brachten handwerkliche Fertigkeiten. Für den Zeitvertreib sorgten auch die Tiere auf dem Hof. Ziegen, Schweine und Kühe verlangten bei der Pflege nach Sorgfalt. Die Arbeit drinnen und draussen war spannend und abwechslungsreich und das Wetter spielte ihm nie eine Rolle. «Wir waren einfach draussen. Uns konnte man nicht einsperren.» Schliesslich gab es da für den jungen Walter an allen Ecken und Enden viel zu entdecken. Diese Jugendjahre waren für Walter Reuter denn auch mitentscheidend bei der Berufswahl: er lernte Zimmemann. «Mit Holz arbeiten war nicht nur vielseitig, es war das Schönste.» Nach Lehrabschluss blieb er dem Beruf bei seinem Ausbildner noch zwei Jahre treu.
Neues kam hinzu
Der junge Zimmermann wollte in der Folge sein Wissen in anderen Tätigkeitsfeldern erweitern. Dies geschah auf dem Bau. Halt eben auch draussen. Bald schon engagierte er sich auf einem Werkhof. 32 Jahre lang trug dort die Verantwortung. Der darauf folgende Übertritt ins Rentenalter eröffnete ihm einen neuen Lebensabschnitt. Auf die Frage, wie er mit dem garstigen Wetter umgehen konnte, meinte er lachend: «In der Schweiz haben wir kein Wetter, in der Schweiz haben wir Kleider.» Es sei hier zu sagen, dass in all den Jahren die Entwicklung der Kleider gute Fortschritte machte. «Klar war es nicht an allen Tage gleich toll, bei Hudelwetter hinauszugehen. Aber daran gewöhnte man sich.» Das schöne Wetter brachte jeweils einen wunderbaren Ausgleich.
Vielseitige Tätigkeiten in der Freizeit
Es gab eine Zeit, in der plagten Walter Reuter Rückenbeschwerden. Darum riet ihm der Arzt, viel zu wandern. Das tat ihm gut, half gegen die Schmerzen und führte zum Nordic Walking und Velofahren. An diesen Sportarten hatte er je länger, je mehr Spass. «Heute bin ich viel unterwegs.» Die Natur zieht ihn ganz gehörig an und die wiedererlangte Gesundheit dankt es ihm damit, dass seine Schmerzen weg sind.
Dem ausgebildeten Zimmermann blieb das Holz lieb. Viele schöne Stunden verbringt er im Wald. Holz rüsten, den Jägern für den Aser Feuer bereit halten, als Treiber bei den Bewegungsjagden und vieles mehr machen ihm enormen Spass. Bei der Jagdgesellschaft Zuzgen Ost amtet er seit zwanzig Jahren als Treiberchef. Er macht das sehr gerne. Sogar Jagdgesellschaften aus der Umgebung fragen ihn gelegentlich an, ob er treiben komme. Er lacht und sagt, dass er schon im Berner Oberland auf der Hochwildjagd dabei sein durfte. «Dies aber ohne Flinte», lacht er. Aber auch das Setzen von Weihnachtsbäumen, deren Pf lege und Ernte liebt er. Er lacht dazu und meint: «Der Erlös geht zwar nicht in meine Tasche, die Wurst im Magen nach getaner Arbeit bleibt mir aber.» Generell ist er überzeugt, dass er das Leben seit seiner Pensionierung etwas ruhiger nehmen kann. «Ich habe Zeit für die Hobbys.» Ferien in Europa und anderen Gebieten machen ihm Freude. Er war schon in Kanada und Brasilien. «Die USA haben keine Priorität!» Auf dem Velo ist er in der Schweiz, im Südtirol und an vielen weiteren Orten unterwegs. Das sei für ihn und seine Gattin Trudi schön. Hinzu kommen viele Wanderungen in den Bergen mit Kollegen. Die Schweizer Berge sind seine Favoriten. Im Nordwestschweizer Jura, aber ebenso im nahen Schwarzwald kennt Walter Reuter fast jeden Wanderweg. Diese zu begehen erfüllt ihn mit grosser Zufriedenheit. «Vielseitigkeit macht Freude. Solange ich kann und die Gesundheit es zulässt, bleibe ich dabei. Ich freue mich, wenn das noch eine Weile so anhält.»
Den Wanderwegen trägt Walter Reuter Sorge
Leute, die sich in der Natur bewegen, sollten dies unbedingt auf den ausgezeichneten Wanderwegen tun. Walter Reuter hilft mit, diese Wege und die Wegweiser instand zu halten. Diese Tätigkeit findet im Frühjahr und im Herbst während ungefähr drei bis vier Tagen statt. «Das Schöne daran ist, dass man nicht nur arbeitet, sondern immer wieder naturverbundenen Leuten begegnet und spannende Diskussionen führen darf.» Der Verein Aargauer Wanderwege fragte bei der Gemeinde Zuzgen an, ob jemand die Betreuung der Wanderwege übernehmen könnte. Und weil man wusste, dass Walter Reuter gerne zu Fuss unterwegs ist, erhielt er vor fünf Jahren diesen Job. Die Aufgaben beinhalten das Reinigen und das Ersetzen von beschädigten Wegweisern, aber auch das Aufmalen der Rhomben an Bäume, dort wo es nötig ist. Das Freihalten der Sicht auf alle Markierungen und die Kontrolle des Zustandes des Wandernetzes gehören ebenso dazu. An Mitarbeitertagungen werden den Teilnehmern die neusten Erkenntnisse zu den Arbeiten näher gebracht. Das Gesellige liegt Walter Reuter halt im Blut. Tradition pflegen, mit Gleichgesinnten nützliche Arbeiten machen, wertvolle Beiträge in der Natur leisten, all das sind Dinge, die Walter Reuters Hobbys einen tieferen Sinn geben. «Man hat die Chance, die Natur bei einem gemächlicheren Tempo wahrzunehmen. Die verschiedenen Jahreszeiten, die Wetterwechsel und ebenso die Tageszeiten präsentieren einem viele Bilder. Morgen ist nicht gleich Abend und warmer Sommer ist nicht gleich goldiger Herbst.»
Freude an dieser Arbeit und gelegentliches Lob von Vorbeiwandernden machen Freude und spornen an. Einmal sei ein Landwirt vorbei gekommen, als er Arbeiten an Wanderwegweisern erledigte. Dieser war begeistert und gab Walter Reuter gleich ein unerwartetes Trinkgeld. «Es ist schön, wenn die Leute die Augen für das Spezielle in der Natur offen halten und zur Natur Sorge tragen. Das macht auf breiter Basis Freude.»

