Waldseilpark mit Freude eröffnet
16.06.2026 RheinfeldenNeues regionales Freizeitangebot in Rheinfelden
Die gesetzlichen Auflagen im Wald machen es nicht einfach, einen passenden Standort für einen Seilpark zu finden. Bei den Sportanlagen im Schiffacker hat Rheinfelden einen solchen gefunden. Am Wochenende waren es viele Kinder, die ihn ...
Neues regionales Freizeitangebot in Rheinfelden
Die gesetzlichen Auflagen im Wald machen es nicht einfach, einen passenden Standort für einen Seilpark zu finden. Bei den Sportanlagen im Schiffacker hat Rheinfelden einen solchen gefunden. Am Wochenende waren es viele Kinder, die ihn einweihten.
Boris Burkhardt
Am Samstagnachmittag wuselte es mächtig im Wald bei der Sportanlage Schiffacker auf rund zwei Metern Höhe zwischen den Baumstämmen. Allein der Kiwanis Club war mit mehreren Dutzend Kindern zum Eröffnungswochenende des neuen Waldseilparks gekommen – erkennbar waren alle an den weissen Schutzhelmen. Furchtlos hangelten sie und viele weitere Kinder über Hängebrücken, balancierten auf Hühnerleitern und fuhren auf einem Schaukelpferd auf Drahtseilen von einer Baumplattform zu nächsten.
Neben zwei Parcours für Kinder sind bereits vier weitere Parcours fertiggestellt. Zwei blaue, mittelschwere Parcours auf vier bis sieben Metern Höhe, stehen Erwachsenen und Kindern ab 8 Jahren und ab einer Greifhöhe von 140 Zentimetern zur Verfügung. Die schwierigere rote Strecke endet mit einem senkrechten Abseilen aus 17 Metern Höhe; die schwarze und anspruchsvolle beinhaltet einen Pendelsprung – «ein cooler Adrenalinkick, wenn man ihn braucht», erklärte Parkbetreiber Reto Schweizer.
70 der 90 genehmigten Bäume des Parks sind laut Schweizer bereits «bebaut», also mit Holzplattformen in unterschiedlicher Höhe versehen. Zwischen ihnen sind jeweils die unterschiedlichsten Verbindungen angebracht, die es zu überwinden gilt. Dabei werden die Nutzer vom neuesten Sicherheitssystem geschützt, bei dem der Haken am Sicherheitsseil nicht mehr umgehängt werden muss, sondern von Anfang bis Ende des Parcours durchläuft. Dieses Sicherheitssystem ermöglicht auch Menschen mit Beeinträchtigung die Teilnahme.
Insgesamt haben Schweizer und sein Team in rund 5000 Arbeitsstunden einen Kilometer Drahtseile, 250 Meter Stahlketten, 35 Kubikmeter Holz und 1300 Meter Sicherungsleinen verbaut. Weil die Baukosten höher gewesen seien als geplant, werde der grüne, leichteste Parcours erst in zwei Wochen fertig sein. Über Crowdfunding will Schweizer ausserdem weitere Mittel im Umfang von 40000 Franken generieren, um einen zusätzlichen schwarzen und einen grünen Parcours zu bauen.
Professionelle Organisation
60 ausgebildete Retter arbeiten für Schweizers Unternehmen Adventure Coaching & Rope Solutions mit Sitz in Frenkendorf; bereits seit 17 Jahren betreibt er auch den Seilpark auf der Wasserfallen in Reigoldswil. Das war ein wichtiger Grund, warum die Ortsbürgergemeinde Rheinfelden auf ihn zukam, um ihren Wunsch nach einem Waldseilpark zu verwirklichen. «Für uns ist das heute ein Freudentag», sagte deren Präsident Walter Herzog. Seit 20 Jahren gebe es in der Ortsbürgergemeinde bereits die Idee; vor sieben Jahren seien die Pläne konkret geworden.
Die Ortsbürgergemeinde wolle sich neben der Natur im Wald und der Kultur im Fricktaler Museum auch für die Gesellschaft engagieren, erklärte Herzog: «Der Seilpark ist etwas Wertvolles für die Jugendlichen und für die Gesellschaft.» Mit der Adventure Coaching & Rope Solutions habe die Ortsbürgergemeinde «die beste Firma» gefunden. Gemeinsam gründeten sie die Betreiberfirma Waldseilpark Rheinfelden GmbH. Die Ortsbürgergemeinde ist an diesem «Joint Venture» beteiligt und stellt für einen Teil der Finanzierung ein zinsloses Darlehen zur Verfügung.
Stadtpräsidentin Claudia Rohrer betonte bei der offiziellen Eröffnung, wie anspruchsvoll es sei, einen Standort für einen Waldseilpark zu finden. Der Kanton gestatte dies nur «einmal in einer Region», sodass sich Rheinfelden erst das Einverständnis der Fricktaler Nachbargemeinden eingeholt habe. Der Standort am Schiffacker sei ideal, weil hier bereits viel Betrieb herrsche und der Wald durch die verschiedenen Sportanlagen bereits lärmbelastet sei. Als Ausgleich sei nun der Querweg, der hier als Waldweg verläuft, so umgestaltet worden, dass er nur noch für Fussgänger genutzt werden könne. So solle die Lärmbelastung für die Waldbewohner reduziert und auf den Tag konzentriert werden. Claudia Rohrer sieht im Seilklettern für Kinder und Erwachsene gleichermassen eine Herausforderung, die Angst zu überwinden und die eigenen emotionalen Grenzen zu erweitern. Herzog kletterte mit seinen Enkelkindern selbst bereits auf der Wasserfallen, Rohrer im mittlerweile geschlossenen Seilpark Rütihof bei Gränichen. Am Eröffnungswochenende konnten die Gäste ausserdem in einem Wettbewerb ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und Photos von sich im Park einreichen. Die Gewinner bekamen den Eintrittspreis zurückerstattet.



