Parkieren mittels App ist bequem, am Bahnhof in Frick aber nicht ganz einfach, wie der Fall von Michel Dietiker zeigt. Das Problem: Drei verschiedene Parkräume, drei Grundeigentümer, verschiedene Bezahl-Systeme – und Apps, die Verwirrung stiften.
Simone Rufli
Als Michel ...
Parkieren mittels App ist bequem, am Bahnhof in Frick aber nicht ganz einfach, wie der Fall von Michel Dietiker zeigt. Das Problem: Drei verschiedene Parkräume, drei Grundeigentümer, verschiedene Bezahl-Systeme – und Apps, die Verwirrung stiften.
Simone Rufli
Als Michel Dietiker aus Zeihen sein Auto am Bahnhof in Frick rechts des Gebäudes in Fahrtrichtung Basel abstellt, um mit dem Zug weiterzufahren, ist er sicher, dass er alles richtig macht. In seiner EasyPark-App hat er den Parkprozess in Gang gesetzt. Mit der App ist er bestens vertraut, benutzt sie in ganz Europa zum Bezahlen von Parkgebühren, sofern sie am jeweiligen Standort akzeptiert wird. Dass sie am Bahnhof Frick akzeptiert wird, daran zweifelt er am Morgen des 6. Mai keine Sekunde. «In der App auf meinem Smartphone wurde mir das SBB-Parking Frick direkt als möglicher Parkplatz vorgeschlagen. Dass das SBB-Parking in der App verfügbar war, zeigt für mich, dass die Zahlung dort offiziell unterstützt wird. Ich musste lediglich die Parkdauer eingeben, alle anderen Angaben waren bereits hinterlegt.»
Und so ist für ihn auch Tage später völlig klar, dass es sich um ein Missverständnis handelt, als er von der Firma Transsicura, einem Unternehmen der SBB AG, eine Gebührennachforderung in der Höhe von 50 Franken erhält. Als Beweis dafür, dass er für die Benutzung des Parkplatzes bereits bezahlt hat, reicht er den Rechnungsbeleg von EasyPark ein, bittet um Nachprüfung und Stornierung der Gebührenforderung.
Keine Kooperation
Die SBB jedoch beharrt auf ihrer Forderung. Vom zuständigen Fachspezialisten Parkraummanagement der Transsicura erhält Michel Dietiker eine Antwort, die ihn irritiert: «Wir haben keine Kooperation mit Drittanbietern, in ihrem Fall EasyPark. Es tut mir leid, doch wurde für die Nutzung der P+R gegen geltende Nutzungsrichtlinien verstossen und so wurde ihnen dann rechtmässig eine Gebührennachforderung ausgestellt.» Das ist der Moment, in dem sich Michel Dietiker an die NFZ wendet. Ihm gehe es ums Prinzip, nicht um die 50 Franken betont er und sagt: «Für Kundinnen und Kunden ist am Bahnhof in Frick nicht klar ersichtlich, welche Parking-Apps akzeptiert werden und welche nicht.» Unverhältnismässig und konsumentenunfreundlich findet er deshalb auch, dass die SBB trotz nachgewiesener Zahlung auf der vollen Nachforderung bestehen.
Mit QR-Code zur P+Rail-App
Ein Augenschein am Bahnhof zeigt: Wo einst die zentrale Parkuhr stand, steht ein Schild mit QR-Code, darauf die Aufforderung die P+Rail-App herunterzuladen. Weitere Bezahlmöglichkeiten: der Onlineshop auf sbb.ch/parking, das SBB-Reisezentrum und der SBB-Billettautomat für Tagestickets (mit Bargeld). Eine Aufzählung, die ganz offensichtlich abschliessenden Charakter hat. Verwirrend, wenige Meter unterhalb auf dem «Platanenparking Bahnhof Frick» (im Besitz der Firma Alpha Schweiz AG) wird EasyPark akzeptiert, ebenso auf dem P+R Nord Bahnhof (im Besitz der Gemeinde Frick). Drei Parkräume, drei Eigentümer, verschiedene Bezahl-Systeme – man muss am Bahnhof Frick schon sehr genau schauen, wem man was wofür bezahlt.