Viele Zuschauer, viel Drama
14.07.2026 RheinfeldenDas Rheinfelder Städtchen war in der Nacht von Samstag auf Sonntag sehr belebt. Zahlreiche Gastrobetriebe boten ab 3 Uhr ein Public-Viewing des WM-Spiels Schweiz gegen Argentinien. Viele Leute nutzten die Gelegenheit, das spannende und dramatische Spiel gemeinsam zu verfolgen. Hier ein Foto aus ...
Das Rheinfelder Städtchen war in der Nacht von Samstag auf Sonntag sehr belebt. Zahlreiche Gastrobetriebe boten ab 3 Uhr ein Public-Viewing des WM-Spiels Schweiz gegen Argentinien. Viele Leute nutzten die Gelegenheit, das spannende und dramatische Spiel gemeinsam zu verfolgen. Hier ein Foto aus der Rheinfelder Kupfergasse. Auch in Frick und an zahlreichen anderen Orten schauten die Fricktalerinnen und Fricktaler gemeinsam das historische Fussballspiel.
Wenn auch das Resultat am Ende nicht stimmte, das Aufstehen fürs Public Viewing im Werk7 in Frick hat sich gelohnt.
Simone Rufli
Morgens um drei ist die Welt noch in Ordnung. An diesem Sonntagmorgen in Frick ganz besonders, kann man im Nachhinein sagen. Aber zurück in die Nacht. Die Gemeinde hat die Bewilligung für eine Freinacht erteilt und so haben einige Fans der Schweizer Nati im Werk7 an der Dammstrasse bereits England gegen Norwegen siegen sehen. Jetzt hoffen sie – umsorgt von freiwilligen Helferinnen und Helfern im Service – auf das Wunder von Kansas City, auf einen Sieg der Schweiz gegen Argentinien.
Das 1:0 erzielt durch Mac Allister nach zehn Minuten drückt auf die Stimmung. Es wird ruhig. Bis zur Pause passiert auf dem Platz nicht viel. Vielleicht melden sich deshalb drei von fünf Bildschirmen ab: «Der Inhalt kann nicht abgespielt werden.» Jetzt kommt Barbetreiber Marc Rüede ins Spiel und er liefert. Bemüht, den Ball flach zu halten, bleibt er die Ruhe selbst – und bringt die Technik kurz nach dem Start zur zweiten Halbzeit wieder zum Laufen.
Jubel in der 67. Minute
Im Arrowhead Stadium in Kansas City laufen jetzt wieder die Schweizer um jeden Ball. Das zahlt sich aus: Nach gut einer Spielstunde übernehmen sie – zur Freude der Fans – allmählich das Zepter. Erst Ndoye, dann Xhaka mit einem Weitschuss stellen Martinez im Tor der Argentinier auf die Probe. Über links entwickelt sich Vielversprechendes und von dort startet in der 67. Minute Dan Ndoye und trifft. 1:1!
Der Ausgleich gegen den Weltmeister! Im Werk7 wird es laut, man liegt sich in den Armen, jubelt, klatscht Beifall.
Dann fliegt Embolo – zuerst im Stil einer Schwalbe, kurz darauf nach Gelb-Rot vom Platz. «Skandal!», ruft SRF-Moderator Sascha Ruefer und nimmt diese Aussage später wieder zurück. «Parmelin soll Infantino anrufen, damit die rote Karte auf Bewährung ausgesetzt wird», ruft einer aus dem Liegestuhl. Es wird diskutiert über den Unparteiischen, über Breel Embolo. Murat Yakin handelt. Er bringt Muheim, Amdouni und Widmer für Rieder, Sow und Ndoye. Dann ist die offizielle Spielzeit um, kollektives Aufatmen.
Dann die harte Realität
Noch zweimal 15 Minuten in Unterzahl überstehen. Man denkt bereits ans Penalty-Schiessen. Wie stehen die Chancen? Die Antwort auf allen fünf Bildschirmen gibt Julian Alvarez in der 112. Minute – 2:1 für Argentinien, das Team, das mit neun amtierenden Weltmeistern auf dem Platz steht. Es ist eine Tatsache, wenn einer hier im Publikum in die Enttäuschung hinein sagt: «Wir sind noch keine Weltmeister-Mannschaft, Argentinien aber schon, vergesst das nicht.» Es läuft die 120. Minute, Lautaro Martinez trifft zum 3:1. Die ersten verabschieden sich.
Am Ende verhält es sich mit dem Traum vom Halbfinal wie mit vielen anderen Träumen – sie zerplatzen, kaum dass der Tag anbricht. Ein letzter Applaus für die Leistung dieser Schweizer Mannschaft, die so viel erreicht hat und die Fans wochenlang träumen liess; dann leert sich das Areal.
Es bleibt still in Frick
Hie und da ein Postauto mit müden Fans im roten Trikot, gelegentlich ein paar heimwärts radelnde Velofahrer im Fussballdress, die Spielszenen nachbesprechen. War um halb drei in auffallend vielen Häusern und Wohnungen Licht und drangen die Stimmen von Beni Huggel und Paddy Kälin aus offenstehenden Fenstern, kehrt jetzt Ruhe ein. Die Gemüter kühlen ab, es übernimmt die Sommerhitze.




