Deutliche Zunahme der Fälle an den Aargauer Gerichten
Der Geschäftsbericht der Gerichte im Aargau für das Jahr 2025 vermittelt einen Überblick zum Geschäftsgang und den Geschäftszahlen. Mit 55’565 Falleingängen waren die Aargauer Gerichte im ...
Deutliche Zunahme der Fälle an den Aargauer Gerichten
Der Geschäftsbericht der Gerichte im Aargau für das Jahr 2025 vermittelt einen Überblick zum Geschäftsgang und den Geschäftszahlen. Mit 55’565 Falleingängen waren die Aargauer Gerichte im Berichtsjahr wiederum stark belastet.
Mit 55’565 eingegangenen Gerichtsfällen nahmen die Falleingänge gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent zu. Konkret verteilen sich diese Verfahren auf das Obergericht, die elf Bezirksgerichte, das Spezialverwaltungsgericht, das Zwangsmassnahmengericht, die Anwaltskommission und die Schlichtungsbehörden.
Zahlenmässig lag die Hauptlast nach wie vor bei den elf Bezirksgerichten. Bei ihnen gingen im vergangenen Jahr insgesamt 45’245 (Vorjahr 41’153) neue Fälle ein. Davon entfielen mit rund 22’800 mehr als die Hälfte auf Verfahren des Familienrechts (inklusive Kindesund Erwachsenenschutz). Beim Obergericht, beim Zwangsmassnahmengericht, beim Spezialverwaltungsgericht sowie bei den Friedensrichterinnen und Friedensrichtern waren insgesamt rund 5’800 Falleingänge zu verzeichnen.
545 Mitarbeitende an den Gerichten
Der gesamte Personalbestand der Gerichte belief sich auf 413,7 ordentliche Stellen, die von 545 Mitarbeitenden besetzt wurden. Zusätzlich bestanden neun Lehr- und 58 Praktikumsstellen. Die Bezirksgerichte zählten 43 Gerichtspräsidentinnen und Gerichtspräsidenten mit einem Gesamtpensum von 37,9 Stellen. Zudem waren 92,7 Gerichtsschreiberpensen besetzt, verteilt auf 112 Personen. Das Obergericht zählte 27 Oberrichterinnen und Oberrichter. Zudem waren 40 Stellen von Gerichtsschreiberinnen und -schreibern besetzt, verteilt auf 50 Personen. Die Rechnung der Gerichte des Kantons Aargau wies für 2025 Ausgaben in der Höhe von 106,5 Millionen Franken und Einnahmen in der Höhe von 38,5 Millionen Franken aus.
Neukonzept in Rheinfelden
Im letzten Jahr konnte die Planung zur Umsetzung des 3-Zonenkon zept s a m Bez i rk sger icht Rheinfelden sowie die Standortevaluation fortgeführt werden. In Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden wurden die notwendigen A bklärungen vorgenommen. Am Ende des Berichtsjahrs wurde vom Regierungsrat ein Projektierungskredit bewilligt und die Information an die grossrätlichen Kommissionen für A nfang 2026 vorbereitet.
Projekt Justitia 4.0
Mit dem gesamtschweizerischen Projekt «Justitia 4.0» wird der digitale Wandel in den Schweizer Justiz in Straf-, Zivil- und Verwaltungsgerichtsverfahren umgesetzt. Künftig sollen alle an einem Justizverfahren beteiligten Parteien auf kantonaler und eidgenössischer Ebene mit den rund dreihundert Gerichten, den Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsbehörden Daten elektronisch in einem hochsicheren zentralen Portal austauschen können. Im Zuge d ieses Wandels werden Papierakten nach und nach durch elektron ische Dossiers ersetzt und die Arbeitsumgebung in der Justiz sow ie die Infrastruktur optimiert. (mgt/nfz)