Viel Regen, Fisch und Freude am Pontoniernachwuchs
29.08.2023 Rheinfelden, SportWährend zwei Tagen kämpften Pontoniere in Rheinfelden um Punkte, Kränze und Medaillen. Am Samstag waren die erwachsenen Frauen und Männer dran, am Sonntag, im Rahmen der Junioren-Schweizermeisterschaften, die Jungpontoniere.
Edi Strub
Pontoniere lassen sich ...
Während zwei Tagen kämpften Pontoniere in Rheinfelden um Punkte, Kränze und Medaillen. Am Samstag waren die erwachsenen Frauen und Männer dran, am Sonntag, im Rahmen der Junioren-Schweizermeisterschaften, die Jungpontoniere.
Edi Strub
Pontoniere lassen sich von ein bisschen Nässe nicht abschrecken. Regen, wie vor allem am Samstag, und starke Strömungen – mit dem wissen sie umzugehen. Mutig stiegen sie in ihre Boote und Weidlinge und machten sich auf die Strecke. Am Rheinufer standen ihre Freunde, Eltern und Verwandten und verfolgten – mit den Füssen oft im Nassen stehend – das Wettkampfgeschehen. Da waren zum einen drei Ziellandungen hinzulegen, dann eine Durchfahrt zwischen Stangen mitten im Fluss und schliesslich das möglichst nahe Anfahren eines gedachten Felsens, markiert durch ein Ponton. Für die Jugendlichen war der Parcours etwas einfacher, aber gemessen an den körperlichen Möglichkeiten der oft noch sehr jungen Teilnehmer dennoch sehr anspruchsvoll. Auch sie mussten Strömungen richtig einschätzen, wenden und dann mit kräftigen «Streichen» auf das Ziel oder den «Felsen» zusteuern. Je nachdem, wie akkurat sie das schafften, gab es Punkte. Dazu wurde natürlich die Zeit gemessen.
Fricktaler fuhren vorne mit
In der Kategorie C bei den Erwachsenen, der Elite sozusagen, siegte am Samstag Bremgarten vor den Wallbachern mit Mario Guarda als Steuermann und Dominik Habiger als Vorderfahrer. In der Kategorie D holten die Mumpfer Stefan Sacher (Steuermann) und Urs Stocker (Vorderfahrer) den Sieg. Bei den Frauen dominierten die Teams aus Aarwangen und Ottenbach. Die besten Fricktaler Frauen kamen aus Wallbach (Plätze 6, 12 und 18). Der Pontoniersport ist bei den Frauen – und jungen Mädchen – in den letzten Jahren populärer geworden. Die viel Kraft, Reaktionsschnelligkeit und manchmal auch Verwegenheit fordernden Wettbewerbe sprechen offenbar auch Frauen an. Früher war der Pontoniersport eine typische Männerdomäne und hatte ein ähnliches Image wie das Schwingen: Muskulöse, breitschultrige Männer gaben den Ton an. Dazu hatte der Sport etwas Patriotisches. Pontoniere brauchte es im Militär zum Brückenbauen. Das war zwar auch in andern Ländern so, aber den Sport gab es immer nur in der Schweiz – wie Jodeln und Schwingen etwa.
Der Nachwuchs ist wichtig
Und damit das so bleibt, muss für Nachwuchs im Sport gesorgt werden. Zum Beispiel durch eine Schweizermeisterschaft, bei der sich die Besten unter den Jungen, aber auch die Anfänger, im nationalen Wettbewerb messen können. Viele Pontonierfahrvereine investieren sehr viel in den Nachwuchs. Auch die Rheinfelder Pontoniere: «Wir organisieren jedes Jahr ein Lager für unsere Jungen, das ist ein bisschen wie bei der Pfadi. Man trainiert nicht nur im Boot, sondern muss auch eigenhändig mit Armeematerial ein Zelt aufbauen, kochen und aufräumen,» erzählt Peter Kym, Chef Sponsoring und PR, der NFZ.
Gut trainiert hat offenbar der Fricktaler Nachwuchs, das zeigte sich am Sonntag: In der Kategorie 1 gewann Laufenburg (Sylvan Leuenberger, Samuel Stocker) vor Wallbach (Gioele Hürbin, Andrin Kim) und Schwaderloch (Ben Schwere, Tobias Bottlang). Andere hatten grosse Mühe mit den Anforderungen und schafften es oft nicht, überhaupt an den «Felsen» ranzukommen. Applaus von den Zuschauern erhielten sie allemal.
Gleichzeitig mit den Pontonierwettkämpfen luden die Pontoniere Rheinfelden am Wochenende auch zum traditionellen jährlichen Fischessen. Trotz zeitweise sehr regnerischem Wetter glaubte OK-Mitglied Roman Ackeret am Sonntagnachmittag, dass genügend Leute gekommen seien, um einen schönen Überschuss zu generieren. Geld für den Verein komme im Übrigen von zahlreichen Sponsoren und indirekt auch vom Militär – in Form von kostenlos zur Verfügung gestellten Booten und Motoren.





