Verfehlt der TSV Frick sein Saisonziel?
27.03.2026 Frick, SportDen Erstliga-Handballern droht die Abstiegsbarrage
Um den vorzeitigen Verbleib in der 1. Liga aus eigener Kraft zu sichern, müssen die Fricker aus den letzten zwei Spielen vier Punkte und damit die volle Punktzahl erreichen.
In Frick herrscht betrübte Stimmung. Trotz zuletzt starken Auftritten und guter Entwicklung der Mannschaft steht sie vor der Verfehlung des Saisonziels, dem Entgehen der Abstiegsbarrage-Spielen. Nach dem letztwöchigen Kantersieg gegen die bereits abgestiegene HSG Mythen-Shooter muss aus den letzten zwei Spielen mit vier Punkten die volle Punktzahl erreicht werden, um den vorzeitigen Verbleib in der 1. Liga aus eigener Kraft zu sichern.
Auf die Fricktaler wartete zunächst das Kantonsderby «TSV Frick-HSG Siggenthal» in der Badner Auenhalle. Eine Herkulesaufgabe für die Fricker, deren Gegner auf dem 1. Tabellenplatz stehen und bereits für die Aufstiegsplayoffs für die Nationalliga B qualifiziert sind. Dennoch startete das Heimteam mit deutlich mehr Feuer in die Partie. Der TSV hatte keinen Zugriff gegen die grossgewachsenen Rückraumshooter der Siggenthaler und auch offensiv haperte es. Daraus resultierte das erste Teamtimeout von Marcel Keller, welches sich direkt auf die Partie auswirkte.
In der Abwehr gingen die Füchse mit mehr Härte zur Sache, im Angriff führte eine Fricker Systemänderung zu zwingenderen Chancen. Schritt für Schritt kämpften sie sich wieder heran und wandelten einen 2:6-Rückstand in eine kurzzeitige 13:12 Führung in der 22. Minute, dies mit tatkräftiger Unterstützung des Schlussmannes Mike Bienz. Bis zur Pause war es ein offener Schlagabtausch, zur Halbzeit stand es 18:18. Ähnlich sah es zu Beginn der 2. Spielzeit aus, bis zur 40. Minute herrschte eine ausgeglichene Fehlerquote. Dann jedoch ereignete sich eine kuriose Szene im Strafraum der Siggenthaler, als der Abwehrspieler Duffner und Fricker Angreifer Bitter sich gegenseitig zu Boden rissen, was folglich eine 2-Minuten-Strafe für beide bedeutete.
Das 5 gegen 5 Spiel schien den Fricktalern besser zu liegen. Innert kurzer Zeit erzwangen sie Fehlwürfe und technische Fehler des Heimteams, welche die Quittung postwendend in Form von Gegentoren bekam. Die Füchse zogen bis zur 45. Minute mit einer Fünf-Tore-Führung davon. Schliesslich schwanden aber die Kräfte der Gäste merklich, offensiv agierten sie weniger zwingend und defensiv ging der Zugriff erneut verloren. In der 58. Minute gelangten die Siggenthaler dann erneut in Front, in den restlichen zwei Minuten konnten sich die Fricker nicht mehr rehabilitieren. Die Partie endete mit 35:33 zugunsten der HSG Siggenthal. Damit reiht sich dieses Spiel in eine Reihe von Spielen dieser Saison gegen Topteams ein, worin der TSV mit fünf, sechs, sieben oder acht Toren führte und dennoch eine knappe Niederlage hinnehmen musste. Trotz der Niederlage war es ein starker Auftritt, der die gute Entwicklung des Fricker Teams zeigt. Das allerdings ist ein schwacher Trost, denn mit der Erkenntnis allein lässt sich der Ligaerhalt nicht sichern. Denn sollte der STV Willisau nicht gegen die HSG Mythen-Shooter patzen – wovon auszugehen ist – werden die Fricker den Gang in die Abstiegsbarrage antreten müssen. Voller Fokus gilt dennoch dem letzten regulären Spiel der aktuellen 1. Liga-Saison gegen den KTV Muotathal, welches morgen Samstag, 28. März, um 19 Uhr, in Muotathal stattfindet. (mgt/sir)

