Verborgenes wird öffentlich
17.09.2026 RheinfeldenDie Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern geschieht oft zurückgezogen im Verborgenen, Stillen. Letztes Wochenende stellte sich in Rheinfelden eine gegenteilige Situation dar: Im Rahmen der Offenen Ateliers hatten Interessierte die Gelegenheit, die Kunstschaffenden an ihren Wirkungsstätten aufzusuchen.
Peter Schütz
Der auf Samstag und Sonntag verteilte Anlass kam gut an. Einerseits spielte das sommerliche Wetter der Veranstaltung in die Hände. Zumal viele Ateliers in Rheinfelden gut zu Fuss erreichbar waren. Andererseits überzeugte das vielfältige Angebot von winzigen bis grossen Kunstwerken, von Zeichnung und Malerei bis zu Skulpturen und Objekten. 42 Kunstschaffende in Rheinfelden und Umgebung gaben Einblicke in ihre Tätigkeiten. 25 Ateliers waren für Besucher geöffnet, davon zwei in Möhlin und eines in Rheinfelden auf deutscher Seite. Hinzu kamen Präsentationen in der Kurbrunnenanlage von 13 und im Bohème Art-Restaurant von zwei Kunstschaffenden. Gespräche wurden geführt, Techniken erklärt, neue Kontakte geknüpft. Einige Kunstwerke fanden sogar ein neues Zuhause. Ein optimaler Einstieg also für die Künstlerinnen Bettina Costa, Margrit Imper und Gabriela Lützelschwab, die erstmals im Trio den Anlass auf die Beine gestellt hatten. «Die Stimmung war wunderbar – künstlerisch, inspirierend und sehr interessiert», berichtete Margrit Imper. Und: «Ich habe den Austausch mit den Besuchern und die besondere Atmosphäre sehr genossen. Auch das Wetter hat fantastisch mitgespielt und sicher dazu beigetragen, dass es ein rundum gelungener und schöner Anlass war», so Margrit Imper. Ähnlich das Fazit von Bettina Costa: «Ich bin sehr zufrieden. Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung.» Sie selbst hatte viele Besucher, aber «keine Menschenmassen, das ist auch nicht ideal», betonte sie, «aber stets drei oder vier Personen gleichzeitig, mit denen ich mich unterhalten konnte.»
Volle Ateliers
Beatrice Berner, die die offenen Ateliers 2001 initiiert hatte, freute sich über «full house», Ettore Antonini sah sein Atelier «gut besucht». Auch ausserhalb von Rheinfelden herrschte reger Betrieb – so im Atelier von Kathrin Kunz im Bata-Park in Möhlin. «Es ist ja keine Sache», sagte sie, «man kann einfach die Tür aufmachen und sich für die Besucher Zeit nehmen». Viel los war in der Kurbrunnenanlage. Dort sei schon am Donnerstag mit dem Aufbau begonnen worden, berichtete Bettina Costa. «Glücklicherweise hatten wir die Hilfe von zwei Freiwilligen, die die Künstler unterstützten. Sonst wäre es sehr schwierig gewesen. Aber das Ergebnis war sehr gut: Mit den Trennwänden sah es wie eine kleine Messe aus. Es wirkte harmonisch.» Keine Selbstverständlichkeit: «Wir kuratieren das nicht. Es liegt im guten Urteilsvermögen der Künstler, dafür zu sorgen, dass es nicht zu überladen wirkt», hielt sie fest. Als Nächstes wollen die Organisatorinnen allen Teilnehmern einen Fragebogen zusenden, damit diese ein Feedback geben können. Denn: «Wir sind offen für Vorschläge und Kritik und möchten uns verbessern.»
Ein besonderer Dank der Veranstalterinnen ergeht an die Stadt Rheinfelden für ihre finanzielle Unterstützung sowie an das Kulturbüro Rheinfelden für die Weitergabe des Fachwissens. Seit November 2024 sassen Bettina Costa, Margrit Imper und Gabriela Lützelschwab regelmässig mit Brigitte Brügger vom Kulturbüro zusammen, «die uns durch den Prozess begleitet und uns gezeigt hat, was wir tun und was wir vermeiden sollten – einfach unschätzbare Ratschläge». Fazit der Organisatorinnen: «Das Ganze motiviert uns weiterzumachen. Wir sehen uns 2027 wieder.»





