Velos ausleihen und losfahren
05.05.2026 RheinfeldenNeues grenzüberschreitendes Projekt
In sieben Gemeinden am Hochrhein können ab sofort Velos ausgeliehen werden. Das Pilotprojekt «PubliBike Hochrhein», das vorerst drei Jahre läuft, ist am Freitag in Rheinfelden lanciert worden.
Valentin Zumsteg
Wie heisst es so schön im Mundartlied? «Mir sind mit em Velo do.» Das ist künftig im Fricktal und am Hochrhein auch möglich, wenn man kein eigenes Fahrrad besitzt oder gerade keines dabeihat. Am Freitag ist auf der alten Rheinbrücke in Rheinfelden das Projekt «PubliBike Hochrhein» lanciert worden. Neben den beiden Rheinfelden beteiligen sich die beiden Laufenburg sowie Kaiseraugst, Stein und Bad Säckingen. «Mit dem Bike-Sharing schaffen wir eine zeitgemässe Verbindung über Grenzen hinweg», betonte die Rheinfelder Stadtpräsidentin Claudia Rohrer. Das Veloverleih-System ergänze den öffentlichen Personennahverkehr ideal. Sie hofft, dass sich neben Feldschlösschen auch weitere Firmen am Projekt beteiligen werden.
Verkehrsprobleme gemeinsam angehen
Mit dem neuen Angebot will die Hochrheinregion ihr Angebot für nachhaltige Mobilität stärken. Das Pilotprojekt, das vorerst auf drei Jahre angelegt ist, soll Bürgern, Pendlern und Touristen eine attraktive Alternative zum motorisierten Verkehr bieten. Ausgeliehen werden können E-Bikes und klassische Velos, bezahlt wird per App oder auf der Webseite. Dazu muss man sich vorher anmelden. Das Gute daran: Dank eines sogenannten One-Way-Systems können die Velos an jeder PubliBike-Station im gesamten Netzwerk zurückgegeben werden – egal ob im Hochrheinnetz, in Grenzach-Wyhlen (D) oder in Basel.
«Heute haben wir Probleme mit dem motorisierten Nahverkehr. Ich bin sehr froh und glücklich, dass wir diese im Verbund angehen», sagte der Kaiseraugster Gemeindepräsident Jean Frey. Auch er sieht Potential bei den in der Gemeinde ansässigen Firmen. Aus Sicht von Klaus Eberhardt, Oberbürgermeister von Badisch Rheinfelden, stehen ebenfalls vor allem die Pendler im Fokus des neuen Angebots. «Wir wollen den grenzüberschreitenden Verkehr entlasten», sagte er. Der Input für das neue Angebot stamme von Rheinfelden/Schweiz. «Ich finde die Idee sehr gut, dass wir den Verkehr grenzüberschreitend denken», so Eberhardt.
Gemeinden beteiligen sich finanziell
Die beiden Rheinfelden unterstützen das Projekt während der Pilotphase mit je rund 70 000 Franken, wie Claudia Rohrer und Klaus Eberhardt ausführten. Auch die anderen Gemeinden beteiligen sich an den Kosten. Betrieben wird das Netz, das bei Bedarf ausgebaut werden kann, von der Firma PubliBike, die ihren Hauptsitz in Biel hat und in vielen Kantonen der Schweiz vertreten ist. «Am Hochrhein bieten wir mit dem Pendler-Abo etwas Einzigartiges», sag te Markus Bacher, CEO von PubliBike AG. Er ist zuversichtlich, dass dieses Angebot gut ankommt.
Die Velostationen am Hochrhein:
Rheinfelden/Schweiz beim Bahnhof, vor dem Rathaus, bei der Brauerei Feldschlösschen; Rheinfelden (D) beim Bahnhof und beim Kastanienpark; Kaiseraugst beim Bahnhof; Stein beim Bahnhof; Bad Säckingen beim Bahnhof und beim Aqualon; Laufenburg/Schweiz beim Bahnhof; Laufenburg (D) beim Ostbahnhof.
Die «letzte Meile» mit dem Leihvelo
Neues Bike-Sharing grenzüberschreitend in Laufenburg gestartet
Dass nach Rheinfelden am Freitag am Montagmorgen auch in Laufenburg das grenzüberschreitende Publi-Bike Hochrhein starten konnte, freut die beiden Stadtoberhäupter René Leuenberger und seinen deutschen Amtskollegen Ulrich Krieger sehr. «Es ist nicht nur ein grenzüberschreitendes Projekt, sondern auch ein überregionales», betonte Ulrich Krieger. Am Hochrhein gehen in diesen Tagen mit Kaiseraugst, den beiden Rheinfelden, den Schwesterstädten Laufenburg sowie Stein und Bad Säckingen gleich sieben Stationen des Veloverleihs in Betrieb. Vor einem Jahr wurde das Projekt lanciert, erklärte Veronika Geiler vom Landratsamt Waldshut beim Treffen auf der alten Rheinbrücke in Laufenburg. Das Bike-Sharing-Angebot ergänze den öffentlichen Nahverkehr und entlaste insbesondere die «letzte Meile». So könne die Strecke vom Bahnhof zum Arbeitsplatz oder nach Hause effizient und umweltfreundlich überbrückt werden.
In Laufenburg Schweiz werden am Bahnhof sowie auf deutscher Seite beim Ostbahnhof je vier E-Bikes sowie zwei unmotorisierte Velos zur Verfügung stehen. Mittels PubliBike-App können die Fahrräder entsperrt und genutzt werden. Ein Zurückbringen an den Ausleihstandort braucht es nicht. Die Fahrräder können an jeder der PubliBike-Stationen deponiert werden. Das Netz reicht bis nach Basel. «Eine gute Sache und auch eine einfache Bedienung», ist René Leuenberger überzeugt, der sich wie auch Ulrich Krieger selbst für eine kurze Runde auf eines der E-Bikes setzte. (sh)


