An der ersten Grossratssitzung im 2026 ging es hauptsätzlich um die Wahl des neuen Grossratspräsidenten und seinen Vizepräsidenten. Neben dieser Wahl war ein zentrales Thema der Eröffnungssitzung die Diskussion um ein für dringlich erklärtes Postulat betreffend der ...
An der ersten Grossratssitzung im 2026 ging es hauptsätzlich um die Wahl des neuen Grossratspräsidenten und seinen Vizepräsidenten. Neben dieser Wahl war ein zentrales Thema der Eröffnungssitzung die Diskussion um ein für dringlich erklärtes Postulat betreffend der Anpassungen des Eigenmietwertes aufgrund der Abstimmung vom vergangenen Herbst.
Bruno Teuscher, Grossrat FDP
Die erste Sitzung des Jahres stand ganz im Zeichen der Präsidiumswahlen. Nach der Eröffnung durch den Grossratspräsidenten 2025, Markus Gabriel, und einer Schweigeminute um der Opfer von Crans-Montana zu Gedenken, hat der Grosse Rat Urs Plüss (EVP) mit 123 Stimmen offiziell zum Grossratspräsidenten für das Amtsjahr 2026 gewählt. Er erhielt eine breite Zustimmung aller Fraktionen. Plüss betonte in seiner Antrittsrede die Bedeutung von Inklusion (gleichzeitig sein Motto im Präsidialjahr), Zusammenarbeit und einem respektvollen Umgang im Parlament – auch über parteipolitische Grenzen hinaus. Sein Fokus soll darauf liegen, dass der
Grosse Rat ein offener Ort des politischen Austauschs und der konstruktiven Debatte bleibt. Der Präsident wünschte dem Parlament ein produktives, respektvolles Zusammenspiel und betonte, wie wichtig es sei, die Anliegen aus dem ganzen Kanton ernst zu nehmen. An seiner Seite wurden Ralf Bucher (Die Mitte) mit 121 Stimmen als 1. Vizepräsident und Daniel Notter (SVP) mit 115 Stimmen als 2. Vizepräsident gewählt.
Debatte über den Eigenmietwert und Regierungsentschuldigung
Am 28. September hat das Schweizer Stimmvolk die Abschaffung des Eigenmietwertes beschlossen. Doch bevor dieser im Kanton Aargau abgeschafft wird, wird der Eigenmietwert auf 62 Prozent der Marktmiete aufgrund eines Gerichtsbeschlusses angehoben. Regierungsrat Markus Dieth musste sich entschuldigen, weil es beim Versand der entsprechenden Schreiben an die Bevölkerung diverse Fehler gegeben hatte. Dieses Thema stiess im Rat auf kritische Rückfragen, vor allem, was Kommunikation, Transparenz und Bürgernähe angeht – Forderungen, die aus verschiedenen Parteien kamen. Beim für dringlich erklärten Postulat der FDP- und SVP-Fraktion ging es darum, dass der Eigenmietwert nicht mehr steigen soll, bis dieser dann in rund zwei Jahren abgeschafft ist. Nach einer intensiven und emotionalen Debatte wurde das Postulat mit 69 zu 63 an den Regierungsrat überwiesen. Die Debatte zeigte, dass die Herausforderungen rund um die Umsetzung der Eigenmietwert-Anpassung im Kanton noch nicht abgeschlossen sind und im Lauf des Jahres für weitere Diskussionen sorgen werden.