Anfang Juni haben Unbekannte alle Bücher aus der kleinen kostenlosen Bibliothek beim Bahnhof Rheinfelden auf die Gleise geworfen. Noch ist unklar, wie es mit dem beliebten Angebot weitergeht.
Valentin Zumsteg
«Das war ein Schock für uns. So etwas ist in diesem Ausmass noch nie ...
Anfang Juni haben Unbekannte alle Bücher aus der kleinen kostenlosen Bibliothek beim Bahnhof Rheinfelden auf die Gleise geworfen. Noch ist unklar, wie es mit dem beliebten Angebot weitergeht.
Valentin Zumsteg
«Das war ein Schock für uns. So etwas ist in diesem Ausmass noch nie vorgekommen», erklärt Isabelle Cladé, Leiterin der Stadtbibliothek Rheinfelden.
Seit vielen Jahren betreibt die Bibliothek auf dem Perron des Rheinfelder Bahnhofs in einer ehemaligen Telefonkabine eine Aussenstelle. Dort können alle Interessierten kostenlos Bücher mitnehmen, welche die Bibliothek aus ihrem normalen Bestand aussortiert hat. Das Angebot erfreut sich grosser Beliebtheit.
Grosses Bedauern
Doch in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni hat eine unbekannte Täterschaft alle Bücher aus dem Regal genommen und sie auf die Gleise geworfen (die NFZ berichtete). Eine Mitarbeiterin der Bibliothek ist an jenem Samstag von der SBB über den Vorfall informiert worden. Ein Bahnmitarbeiter hat die Bücher schliesslich von den Gleisen entfernt und entsorgt. «Wie uns die SBB mitteilte, hatte sie Kontakt mit der Polizei. Sie verzichtet aber auf eine Anzeige. Auch wir verzichten deswegen darauf», sagt Isabelle Cladé.
Sie bedauert den Vorfall sehr. Wie es jetzt mit der kleinen Bibliothek weitergeht, sei noch offen. «Die Abklärungen laufen. Wenn uns die SBB grünes Licht gibt, dann eröffnen wir die Bücherkabine bald wieder.» Cladé findet, dass man sich von einem solchen aussergewöhnlichen Vandalenakt nicht entmutigen lassen soll. «Wir bekommen immer wieder positive Rückmeldungen. Viele Leute freuen sich, dass sie dort regelmässig Lesefutter finden. Wir haben aber auch viele Reaktionen nach dem Vorfall erhalten», schildert Isabelle Cladé.
Sollte dieser Standort künftig nicht mehr möglich sein, dann will sie sich nach einem anderen Ort in Rheinfelden für eine kleine Aussenstelle der Bibliothek umschauen. Eine weitere Variante ist es, die kleine Bücherkabine jeweils abends und an den Wochenenden abzuschliessen. Doch dies wäre mit Kosten und einem grösseren Aufwand verbunden. Die Bibliothekarin hofft, dass der Vandalenakt ein einmaliger Ausreisser bleibt.