Über 1500 Besucherinnen und Besucher kamen am Samstag zum Jubiläum des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt. Tags zuvor blickten Politik und Behörden auf die lange Geschichte zurück.
Ronny Wittenwiler
Nicht, dass der Hitzesommer ein Spielverderber gewesen wäre am Freitag. ...
Über 1500 Besucherinnen und Besucher kamen am Samstag zum Jubiläum des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt. Tags zuvor blickten Politik und Behörden auf die lange Geschichte zurück.
Ronny Wittenwiler
Nicht, dass der Hitzesommer ein Spielverderber gewesen wäre am Freitag. Mahnmal aber war er alleweil. «Ich wünsche dem Kraftwerk stets genügend Wasser im Rhein», sagte Pascal Previdoli vom Bundesamt für Energie, kurz nachdem David Gautschi – VR-Präsident der Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt AG – mit Blick auf die Pionierleistung beim damaligen Bau des Kraftwerks bekräftigt hatte: «Unsere Aufgabe ist es, das Erreichte nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln, damit auch nächste Generationen darauf aufbauen können. Es mangelt nicht an Herausforderungen.»
Das Fest
«Das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt steht für 100 Jahre Energie für die Region und für 100 Jahre gemeinsame Verantwortung», sagte Gautschi beim Zusammenkommen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Der Anlass markierte den Auftakt in ein Wochenende, das den Menschen aus der Umgebung die Geschichte des Bauwerks quer über den Rhein näherbringen sollte. So standen am Samstag Mitarbeitende für Gespräche zur Verfügung und beantworteten Fragen rund um das Kraftwerk, um die Wasserkraft und die Energieversorgung. Gekommen waren sie zuhauf an diesem Tag des offenen Kraftwerks, über 1500 Besucherinnen und Besucher, wie die Jubilarin im Nachgang festhält. «Die grosse Resonanz hat unsere Erwartungen übertroffen», sagt Beat Karrer, Geschäftsführer der Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt AG. Das grosse Interesse zeige, welchen Stellenwert das Kraftwerk für die Menschen in der Region habe.
Die Verantwortung
Pascal Previdoli vom Bundesamt für Energie nannte das Kraftwerk am Tag davor eine Erfolgsgeschichte der deutsch-schweizerischen Industrieund Energiezusammenarbeit. «Als es Anfang der 1930er seinen Betrieb aufnahm, war es nicht einfach ein zusätzliches, neues Kraftwerk. Ryburg-Schwörstadt war ein Meilenstein bei den europäischen Flusskraftwerken.» Manuel Winterhalter-Stocker vom Regierungspräsidium Freiburg meinte: Sei damals vor allem die Nutzung der Wasserkraft im Mittelpunkt gestanden, so stehe heute auch der Fluss selbst als wertvoller Naturund Lebensraum im Mittelpunkt, den es zu schützen gelte. «Der Hochrhein ist Naturraum und Energieraum zugleich. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, beides auch für kommende Generationen miteinander in Einklang zu bringen.» Und als Maurus Büsser, BVU-Generalsekretär beim Kanton Aargau, davon sprach, wie sehr der Hitzesommer 2026 aufgezeigt habe, dass der Rohstoff Wasser keine Selbstverständlichkeit mehr sei – «wir hätten nicht gedacht, dass wir in der Schweiz einmal über die Verteilung von Wasser sprechen müssen» – spätestens da zeigte sich, dass es nicht bloss eine Floskel war, als VR-Präsident Gautschi eingangs sagte, es mangle nicht an Herausforderungen.
Um solche anzugehen, brauche es aber «langfristige, verlässliche Perspektiven und einen regulatorischen Rahmen, der Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und auch ökologische Ziele gegeneinander abwägt und alles berücksichtigt. Nur so können wir künftig an solchen Standorten Energie produzieren.» Was es tatsächlich auch noch braucht, hatte Previdoli vom Bundesamt für Energie bereits mit einem Wunsch geäussert: genügend Wasser im Rhein. Dort, wo das Kraftwerk seit einem Jahrhundert auf den Fluss der Zeit wirkt.