Und schon sind es acht Verbündete
09.02.2024 LaufenburgDer Regionale Sozialdienst Laufenburg wächst schnell
Neu schliesst sich dem Dienst in Laufenburg mit Kaisten bereits die achte Gemeinde an. Welche Vorteile ein professioneller Sozialdienst hat, und wie der Stand der Bauarbeiten im künftigen Domizil in der Liegenschaft Adler ist, ...
Der Regionale Sozialdienst Laufenburg wächst schnell
Neu schliesst sich dem Dienst in Laufenburg mit Kaisten bereits die achte Gemeinde an. Welche Vorteile ein professioneller Sozialdienst hat, und wie der Stand der Bauarbeiten im künftigen Domizil in der Liegenschaft Adler ist, erklärt Dienstleiter Marco Schwab.
Susanne Hörth
In der gemeindeeigenen Liegenschaft Hinterer Wasen 71 in Laufenburg arbeitet der Regionale Sozialdienst schon seit geraumer Zeit in sehr beengten Räumlichkeiten. Dass diese den komplexen Anforderungen eines Sozialdienstes nicht gerecht werden, mehr Platz und geschützte Arbeitsbereiche nötig sind, dessen ist man sich bei der Stadt bewusst. Eine Erweiterung mit Kosten von 235 000 Franken am heutigen Standort lehnte das Laufenburger Stimmvolk im November 2022 jedoch ab. Stattdessen wurde eine neue Unterbringung des Sozialdienstes in der ebenfalls gemeindeeigenen Altstadtliegenschaft Adler gefordert. Im Juni 2023 bewilligte der Souverän den 620 000 Franken teuren Ausbau des ersten Obergeschosses im «Adler».
«Nach dem Entscheid und dem Ablauf der Referendumsfrist konnten wir die Detailplanung in Angriff nehmen. Diese ist abgeschlossen und es fanden bereits erste Arbeiten statt», geht Marco Schwab, Leiter des Regionalen Sozialdienst und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Stadt Laufenburg, auf den aktuellen Stand ein. In diesen Tagen wird nun mit den Abbruch- und Baumeisterarbeiten begonnen. «Es geht also vorwärts. Der Einzug ist per Juni 2024 vorgesehen», freut sich Marco Schwab über die absehbare Zeit in den beengten Verhältnissen.
Jetzt erst eine Konsolidierung
Die Frage, ob es im neuen Domizil auch noch Platz für weitere Vertragsgemeinden geben wird, beantwortet Schwab mit: «Als die neuen Räumlichkeiten geplant wurden, waren die Zugänge von Schwaderloch Ende 2023 und aktuell Kaisten noch nicht bekannt. Damals wurde die Planung so ausgelegt, dass ein bis zwei weitere Vertragsgemeinden aufgenommen werden können.» Dass diese Zugänge nun bereits Realität wurden, sei natürlich eine schöne, aber auch überraschende Entwicklung zugleich. «Deshalb streben wir mittelfristig keine Vergrösserung an.» Damit verweist Schwab auf das rasche Wachstum des Dienstes seit seiner Gründung 2017. Der Sozialdienst müsse sich nun erst einmal konsolidieren können. «Auch wir als Team benötigen diese Verschnaufpause.» Ob zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Gemeinde aufgenommen werden könne, hänge vor allem mit den Fallzahlen zusammen. Als Beispiel dafür nennt Schwab den Bereich Asyl- und Flüchtlingswesen. Sinken bei diesem die Zahlen deutlich, würden neue Kapazitäten frei. «Unser Ziel ist es, dass die Räumlichkeiten möglichst optimal ausgenutzt werden, was zum besten Kosten/Nutzen-Verhältnis führt.» Bezugnehmend auf die personelle Situation meint Marco Schwab, die Personalressourcen seien jeweils so geplant, dass die aktuellen Fallzahlen bearbeitet werden können. «Kommen neue Gemeinden hinzu, sind deshalb auch Anpassungen bei den Stellenpensen notwendig. Für die Übernahme der Kaister Sozialhilfedossiers im April können wir beim bisherigen Personal leichte Anpassungen vornehmen. Für die Übernahme des Asylbereichs der Gemeinde Kaisten im kommenden Jahr wird es aber voraussichtlich auch zu Neuanstellungen kommen.» Einerseits in der Beratung/Administration, aber auch einer Person für die Asylbetreuung.
Immer komplexere Fragestellungen
Vorteile eines professionellen Sozialdienstes.
Der Regionale Sozialdienst Laufenburg ist seit seiner Gründung im Jahr 2017 schnell gewachsen. Bald sind es acht Gemeinden, die dem Dienst unter Stellenleiter Marco Schwab angeschlossen sind.
Susanne Hörth
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Kaisten neu zu m Reg iona len Sozia ld ienst Laufenburg stossen wird. Ihm gehören bereits die Standortgemeinde Laufenburg selbst sowie Gansingen, Mettauertal, Oeschgen, Schwaderloch, Sisseln und Stein an. «Für die Gemeinden ist es stets ein Abwägen», geht Marco Schwab, Leiter des Regionalen Sozialdienstes auf die Überlegungen und Veränderungen der Gemeinden ein, wenn sich diese mit einem Anschluss an den Dienst auseinandersetzen. Ein wichtiger Punkt seien jeweils auch die Kosten. «Ich bin der Meinung, dass ein Beitritt kostenneutral sein kann, wenn eine Vollkostenrechnung erstellt wird, die alle Verwaltungskosten der Gemeinde für die eigene Führung des Sozialdienstes beinhaltet», so Schwab. Die Erfahrung zeige, dass die meisten Gemeinden bei den Unterstützungsbeiträgen sogar deutlich Kosten einsparen können.
Als grossen Vorteil erachtet er, dass die Gemeinden über einen stabilen und professionellen Sozialdienst verfügen, welcher ihre Interessen kompetent vertreten und gegenüber den Klientinnen und Klienten eine qualitativ gute Dienstleistung erbringen kann. Hierzu erwähnt Schwab insbesondere kleinere Gemeinden, bei welchen der Sozialdienst oft nur durch eine Person betreut wird. «Fällt diese aus oder verlässt die Verwaltung, führt dies häufig zu einer kritischen Situation. Auch die immer komplexeren Fragestellungen, sei es rechtlich oder aufgrund der Lebensumstände der Menschen, die zu uns kommen, können kaum noch allein durch eine Person abgedeckt werden.»
Um sich den heutigen Herausforderungen stellen zu können, brauche es keine riesigen und anonymen Dienste, betont Marco Schwab. Aus Erfahrung weiss er jedoch, dass eine gewisse Grösse hilfreich ist. Nicht nur in Bezug auf die verschiedenen Aufgaben, die es wahrzunehmen gilt, sondern auch auf dem Personalmarkt.
Eine grosse Veränderung für die Vertragsgemeinden, dessen ist sich der Sozialdienstleiter bewusst, ist der teilweise Verlust der direkten Kontrolle aufgrund des Kompetenzreglements. «Um effizient arbeiten zu können, ist es wichtig, dass wir auf Stufe Sozialdienst Entscheidungen fällen können. Wir nehmen aber unsere Verantwortung gegenüber den verschiedenen Gemeinden ernst und kommunizieren proaktiv.»
Asylbetreuer
In einzelnen der Vertragsgemeinden stehen, beziehungsweise standen auch Asylbetreuer zur Seite. «Da die Gemeinden für die Unterbringung von Personen mit F-Asyl oder Schutzstatus S zuständig sind, ist dies je nach Unterkunftsart, Zusammensetzung der Personen oder anderweitigen Umständen notwendig», führt hierzu Schwab aus. Beim Regionalen Sozialdienstes gab es bisher keine durch ihn angestellte Betreuungsperson, erklärt er auf entsprechende Frage. «Einerseits, da die Stadt Laufenburg und Stein die Kontingente mit den Kantonalen Unterkünften abdecken konnten, andererseits weil die hinzugestossenen Gemeinden jeweils bereits jemanden angestellt hatten.» Der Leiter des Regionalen Sozialdienst führt jedoch an, dass durch die zuletzt stark angewachsenen Kontingente, diese Betreuung vermehrt zum Thema wurde. «Mit der Übernahme des Asylwesens der Gemeinde Kaisten per Januar 2025 sind wir nun dran, ein Konzept für eine zentrale Asylbetreuung zu erstellen, damit diese zukünftig durch den Regionalen Sozialdienst erbracht werden kann.»
Was verändert sich für die Asylsuchenden, wenn sich eine Gemeinde dem Regionalen Sozialdienst anschliesst? Dazu Marco Schwab: «Wir sind auch für das Asyl- und Flüchtlingswesen zuständig. Die Personen kommen für Termine neu nach Laufenburg.» Grundsätzlich sei der Regionale Sozialdienst von Anfang an bestrebt, auch die Personen, die von der Gemeinde untergebracht sind, möglichst so zu unterstützen, dass sie selbstständig werden. «Sie sollen sich rasch allein zurechtfinden und Verantwortung übernehmen.» Schwab ist überzeugt, dass dies auch die generelle Integration und die mittelfristige Aufnahme einer Erwerbstätigkeit verbessert.



