Die Kraftwerksbetreiberin Naturenergie will mittels Eintiefungen an der Rheinsohle ihre Stromproduktion erhöhen. Umweltverbände haben fristgerecht interveniert.
Ronny Wittenwiler
Mit dem Projekt «Rheinfelden 20plus» will die Unternehmung Naturenergie ihre ...
Die Kraftwerksbetreiberin Naturenergie will mittels Eintiefungen an der Rheinsohle ihre Stromproduktion erhöhen. Umweltverbände haben fristgerecht interveniert.
Ronny Wittenwiler
Mit dem Projekt «Rheinfelden 20plus» will die Unternehmung Naturenergie ihre Stromproduktion um rund 20 Millionen Kilowattstunden pro Jahr steigern. Geschehen soll das durch eine Vertiefung des Rheinbetts ober- und unterhalb des Wasserkraftwerks Rheinfelden (die NFZ berichtete). Jetzt, nach Ablauf der Baugesuchsauflage, zeigt sich: Es ist zu Einsprachen gekommen. Das bestätigt auch Naturenergie auf Anfrage.
Naturenergie zeigt sich nicht überrascht
«Es sind fünf Einsprachen auf Schweizer Seite eingegangen. Diese kommen von Privatpersonen sowie von Umweltverbänden», teilt André Büssers von Naturenergie mit. Überrascht zeigt man sich darüber nicht, so jedenfalls wird es vermittelt. «Diese Anzahl war bei einem Projekt dieser Grössenordnung erwartbar», sagt Büssers. «Bei komplexen Infrastrukturvorhaben, gerade auch im energiewirtschaftlichen Umfeld, sind Einwendungen im öffentlichen Auflageverfahren nicht ungewöhnlich.» Prinzipiell würden diese Rückmeldungen im Bereich dessen liegen, was man erwartet habe. «Aus derzeitiger Sicht können wir die relevanten Punkte unter Hinzuziehung unserer Fachexperten beantworten», heisst es weiter.
Die vollständigen Unterlagen für das Baugesuch zum Projekt «Rheinfelden 20plus» reichte Naturenergie im November 2025 ein. Nach drei Jahren «intensiver Vorbereitung», wie der Konzern in einer Pressemitteilung erklärte. «Wenn alles nach Plan läuft, starten wir 2027 mit den Bauarbeiten», liess sich darin der zuständige Projektleiter Jochen Ulrich zitieren. Er war es auch, der im August 2023 erstmals über das Vorhaben öffentlich informiert hatte. Er gehe davon aus, dass es Ausgleichsmassnahmen brauchen werde, sagte Ulrich bereits damals. Jeder Eingriff in die Natur müsse per Gesetz ausgeglichen werden. Es wäre nicht normal, würden etwa Fischer oder Naturschützer ihre Interessen nicht einbringen wollen. Die nun eingegangenen Einsprachen dürften das nun bestätigt haben.
Die nächsten Schritte
Doch was geschieht nun mit diesen Einsprachen beziehungsweise was sind die nächsten Schritte seitens Naturenergie? Man nehme sämtliche Einwendungen ernst und prüfe diese sorgfältig, lässt André Büssers ausrichten. «Naturenergie steht hierzu in engem Austausch mit den zuständigen Behörden. Je nach Themenstellung werden interne Fachverantwortliche innerhalb des Projektteams sowie externe Spezialisten und Gutachter beigezogen, um die angesprochenen Punkte fundiert zu beurteilen und wo möglich, Lösungen zu erarbeiten. Unser Ziel ist es, im konstruktiven Dialog tragfähige und sachgerechte Antworten zu finden. Hierfür laden die Behörden im Frühsommer zu einem Erörterungstermin ein.»
Für die beiden Baustellen – mit den jeweiligen Eintiefungen unterhalb und oberhalb des Wasserkraftwerks in Rheinfelden – sei mit einer Dauer von je zwei bis drei Jahren zu rechnen. Zum Zeitpunkt des eingereichten Baugesuchs vergangenen November erklärte Projektleiter Ulrich: «Sofern die Genehmigungsprozesse reibungslos verlaufen, erscheint eine Fertigstellung bis 2030 realistisch.» Inwiefern die nun eingegangenen Einsprachen diesbezüglich ins Gewicht fallen, lässt sich noch nicht abschätzen.