Interpellation von SP-Grossrätin Colette Basler
Die anhaltende Hitze und Trockenheit hinterlassen im Aargau deutliche Spuren. Besonders betroffen ist die Landwirtschaft. Die Zeiher SP-Grossrätin Colette Basler fordert deshalb vom Regierungsrat Antworten: Wie gross sind die Schäden, wie ...
Interpellation von SP-Grossrätin Colette Basler
Die anhaltende Hitze und Trockenheit hinterlassen im Aargau deutliche Spuren. Besonders betroffen ist die Landwirtschaft. Die Zeiher SP-Grossrätin Colette Basler fordert deshalb vom Regierungsrat Antworten: Wie gross sind die Schäden, wie viele Betriebe sind in ihrer Existenz gefährdet – und welche Unterstützung ist möglich?
Susanne Hörth
Der Sommer 2026 hat der Natur stark zugesetzt. Lange Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit prägten die vergangenen Wochen. Bäche führten wenig Wasser, Wiesen vertrockneten, Felder litten sichtbar. Für viele Menschen war der Blick in die Landschaft mit Sorge verbunden – für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe ist die Situation jedoch weit mehr als ein sichtbares Problem.
Im Kanton Aargau sind die Bewilligungen zur Wasserentnahme aus zahlreichen Gewässern sistiert. Aus Bächen darf seit Juni kein Wasser mehr entnommen werden. Wer auf Wasser aus Seen und Flüssen angewiesen ist, muss teils hohe Kosten tragen. Für einzelne Betriebe, etwa im Gemüsebau, können diese bis zu 10 000 Franken pro Tag betragen.
Wie gross die wirtschaftlichen Schäden tatsächlich sind, ist noch offen. Klar hingegen ist: Neben Ertrags- und Qualitätsverlusten entstehen zusätzliche Ausgaben für Futter, Wasser, Bewässerung, Energie, Transporte oder Wiederansaaten. Hinzu kommen mögliche Folgeschäden, die sich erst später im Jahr oder sogar erst im Folgejahr zeigen.
Der Bund sah bisher keine Notwendigkeit, eine besondere Notlage auszurufen, gleichzeitig anerkenne der zuständige Bundesrat, dass die Lage für einzelne Landwirtschaftsbetriebe sehr wohl existenzbedrohend sein kann, hält SP-Grossrätin Colette Basler fest und setzt genau hier ihre Interpellation an. Sie will vom Regierungsrat wissen, ob dieser die diesjährige Trockenheit und die daraus entstandenen Schäden als ausserordentlich einstuft. Zudem fragt sie nach den Auswirkungen auf die verschiedenen Regionen und Produktionszweige der Aargauer Landwirtschaft.
Weiter interessiert Colette Basler, mit wie vielen erheblich betroffenen oder in ihrer Existenz gefährdeten Betrieben der Regierungsrat rechnet. Auch die Liquidität der Höfe steht im Fokus: Sie möchte wissen, wie diese kurz- und langfristig gesichert werden kann und welche Massnahmen Bund und Kanton zur Unterstützung ergreifen könnten.
Bäuerinnen und Bauern suchen Rat
Ein weiterer Punkt betrifft die psychische Belastung der Betroffenen. «Viele Bäuerinnen und Bauern sind verzweifelt und suchen Rat und Unterstützung», hält die SP-Grossrätin fest. Sie fragt deshalb, ob das bäuerliche Sorgentelefon über genügend Kapazitäten verfügt – und wie dieses Angebot bei Bedarf künftig organisiert werden könnte. Auch die Verwaltung rückt sie in den Blick. Sie möchte wissen, ob das kantonale Personal ausreichend Kapazitäten hat, um betroffene Betriebe zu beraten und Gesuche zu bearbeiten – und wie es bei zusätzlicher Belastung unterstützt werden kann.