Der ehemalige Fricktaler Grosstierarzt Bernhard Benninger hat Episoden aus seinem Berufsalltag in einem Buch niedergeschrieben. In der Bibliothek Laufenburg hörte ihm ein gespannt lauschendes Publikum bei der Lesung, vielmehr seinen Erzählungen zu.
Vreni Weber
Für ...
Der ehemalige Fricktaler Grosstierarzt Bernhard Benninger hat Episoden aus seinem Berufsalltag in einem Buch niedergeschrieben. In der Bibliothek Laufenburg hörte ihm ein gespannt lauschendes Publikum bei der Lesung, vielmehr seinen Erzählungen zu.
Vreni Weber
Für Nicole Prions, Leiterin der Bibliothek Laufenburg, war klar, den ehemaligen Tierarzt Bernhard Benninger musste sie den Gästen in der Bibliothek Laufenburg nicht vorstellen. Sie erzählte ihnen vielmehr bei der Begrüssung, wie sie durch einen Artikel in der Coop-Zeitung auf Benningers Buch aufmerksam wurde und wie erstaunt sie gewesen sei, als dieses ohne ihr Zutun den Weg in die Bibliothek fand. «Das Interesse am Buch mit den 32 Kurzgeschichten ist so gross, dass es ständig im Umlauf ist.» Aus diesem Grund habe das Bibliothek-Team den Autor zu einer Lesung eingeladen.
«Auf ins Fricktal»
Bernhard Benninger las und erzählte Erlebnisse aus seinem Berufsalltag als Grosstierarzt im Fricktal. Nach Frick fand der im freiburgischen Salvenach aufgewachsene Bauernsohn, weil ihn ein älterer Student als Nachfolger für die Tierarztpraxis Bürgi in Frick anfragte. Mit treffenden Worten beschreibt er, wie Bürgi ihm die gesamte praktische Veterinärmedizin in Kurzform in wenigen arbeitsintensiven Tagen vermittelte und ihn aufforderte, alles Vermittelte in den Büchern nachzuschlagen. In der Tierarztpraxis Laufenburg, wo er nach einer Ferienvertretung die Stelle als «Impfstudent» erhielt, blieb er und war von 1974 bis 2008 Grosstierarzt im Fricktal.
Als er 2024 mehrmals im Krankenhaus war, beschloss er «mit Vollgas» die erlebten Geschichten aus seinem Arbeitsalltag niederzuschreiben. Die Geschichten zeigen, dass die Arbeit oft lebensgefährlich war und sein Einsatz auch an Feiertagen sowie rund um die Uhr gefordert war. Das weitläufige Praxisgebiet, das sich bis an die Aare und beidseits des Rheins erstreckte, verlangte gute Geografie-Kenntnisse und sorgte ab und zu für «Grenzerfahrungen».
Lebendige Erzählungen
Benninger gelingt es in seinem Buch auch, jede Situation genau zu beschreiben und so zu formen, dass die Geschichten klingen. Ob die Geschichten immer so endeten, wie er sie beschrieben hat, ist fraglich. Mit einem Augenzwinkern meinte er, dass er sich nach so vielen Jahren nicht mehr an jedes Detail erinnere. Einzelne der Geschichten, wie zum Beispiel «Hof hunde», waren für viele Zuhörerinnen und Zuhörer fast wie selbst erlebt. Andere Geschichten wiederum, wie jene von den Schafen «Mona Lisa», erheiterten das Publikum und sorgten für herzhaftes Lachen. Die Erlebnisse rund um seinen Berufsalltag wob Benninger zu herrlichen Geschichten. Die grosse Aufmerksamkeit seitens des Publikums machte das Mikrofon überf lüssig. Benninger erfreute sich am grossen Interesse und dem herzlichen Applaus. Während dem herrlich präsentierten Apéro signierte der Autor Bücher und war offen für Gespräche.
Neben der Praxistätigkeit war Benninger im Vorstand des Vereins «Museum Schiff», des Museums Reh man n, war Mitgl ied der Schulpf lege Laufenburg und im Vorstand des Aargauischen Tierärzte-Verbands.