Forschungspreis der Reha Rheinfelden zum 14. Mal verliehen.
Die Preisträgerinnen und Preisträger des Forschungspreises der Reha Rheinfelden 2025 haben untersucht, inwiefern Tests zur Messung von körperlichen und geistigen Veränderung durch Sensoren bei der ...
Forschungspreis der Reha Rheinfelden zum 14. Mal verliehen.
Die Preisträgerinnen und Preisträger des Forschungspreises der Reha Rheinfelden 2025 haben untersucht, inwiefern Tests zur Messung von körperlichen und geistigen Veränderung durch Sensoren bei der Einschätzung des Sturzrisikos unterstützen können.
Ein Sturz zählt zu den häufigsten Gesundheitsrisiken im höheren Lebensalter. Julia Seinsche, Eleftheria Giannouli (ETH Zürich, CH), Ilaria Carpinella, Maurizio Ferrarin, Francesco Rizzo, Enrico Saibene, Riccardo Villa (Fondazione Don Carlo Gnocchi, Mailand, IT), Savvina Chrysostomou, Elena Kyprianou, Sotiria Moza (Materia Group, Nikosia, CY), Lisa Lutz (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur) und Eling D. de Bruin (ETH Zürich; Ostschweizer Fachhochschule, St. Gallen; Karolinska Institut, Huddinge, SE) wurden für ihre Arbeit «Discriminative ability of instrumented cognitive-motor assessments to distinguish fallers from non-fallers» ausgezeichnet. Für ihre wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Sturzprävention erhält die Forschungsgruppe ein Preisgeld von 5000 Franken.
Stürze gehören im höheren Alter zu den häufigsten Ursachen für Verletzungen und können schwerwiegende Folgen haben. Damit Risiken früh erkannt und gezielt verhindert werden können, braucht es Tests oder Untersuchungen, die auch kleine körperliche und geistige Veränderungen zuverlässig sichtbar machen. Diese Tests prüfen häufig, wie gut jemand gehen, aufstehen oder das Gleichgewicht halten kann. Ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte Timed Up and Go Test, bei dem man von einem Stuhl aufsteht, ein paar Meter geht, umdreht und sich wieder hinsetzt. Solche Tests liefern wichtige Hinweise, berücksichtigen jedoch meist vor allem die körperliche Leistungsfähigkeit.
Genauer hinschauen
Im Alltag passieren Stürze jedoch häufig in Situationen, in denen man sich gleichzeitig bewegen und konzentrieren muss – zum Beispiel, wenn man abgelenkt ist oder schnell auf etwas Unerwartetes reagieren muss. Darum lohnt es sich, Tests genauer anzuschauen, die Bewegung und Denken miteinander verbinden. Mit modernen, messgestützten Verfahren lassen sich auch feine Veränderungen erkennen. So kann das Sturzrisiko früher und genauer eingeschätzt werden. Aus diesem Grund untersuchte die Forschungsgruppe, wie sturzgefährdete ältere Menschen zuverlässiger identifiziert werden können. Dabei sind Tests, die sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit erfassen, gegenüber herkömmlichen Alters- und Sturzassessments zu bevorzugen. Zusätzlich setzten die Forscher Bewegungssensoren ein, um noch genauere Werte zu erhalten. An der Studie nahmen 137 ältere Personen teil, die verschiedene Bewegungs- und Reaktionstests auf einer sensorgestützten Messplattform absolvierten.
Die Ergebnisse zeigen klar: Tests mit einer Denkkomponente (besonders der Go/No-Go-Test) konnten sturzgefährdete Personen deutlich besser von nicht sturzgefährdeten Personen unterscheiden. Damit betont die Studie, wie wichtig das Zusammenspiel von Denken und Bewegung für die Sturzprävention ist, insbesondere bei älteren Menschen mit noch guter körperlicher Funktion. Für die klinische Praxis sind das wichtige Hinweise. Die Kombination der Messung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit ist ein vielversprechender Weg, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielte vorbeugende Massnahmen einzuleiten.
Die Preisverleihung würdigt nicht nur die hohe wissenschaftliche Qualität der Arbeit, sondern auch ihre klare Relevanz für Prävention und Rehabilitation. Die Reha Rheinfelden fördert mit dem Forschungspreis gezielt Projekte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der rehabilitativen Versorgung leisten. Zur beurteilenden Jury für den Forschungspreis gehörten Dr. phil. Lien van Laer (Universität Ghent, B), Prof. Dr. phil. Thilo Kromer (Hochschule Furtwangen, DE) und PD Dr. phil. Corina Schuster-Amft (Leiterin Wissenschaftliche Abteilung der Reha Rheinfelden). (mgt)