«Stolz, ein Landwirt zu sein»
09.07.2026 Aargau106 erfolgreiche Berufsabschlüsse an der Liebegger Schlussfeier
Insgesamt 99 Landwirte und 7 Agrarpraktiker, darunter 19 Frauen, erhielten ihre Berufsausweise. Mit Stolz zeigten die jungen Berufsleute, dass Landwirt zu sein mehr ist als einfach ein Beruf.
An der Schlussfeier ...
106 erfolgreiche Berufsabschlüsse an der Liebegger Schlussfeier
Insgesamt 99 Landwirte und 7 Agrarpraktiker, darunter 19 Frauen, erhielten ihre Berufsausweise. Mit Stolz zeigten die jungen Berufsleute, dass Landwirt zu sein mehr ist als einfach ein Beruf.
An der Schlussfeier auf der Liebegg stehen verdient die Absolventinnen und Absolventen im Mittelpunkt. Dass man für einen erfolgreichen Berufsabschluss die Landwirtschaft vorgelebt bekommt, haben die Lernenden während ihrer täglichen Arbeiten auf den Lehrbetrieben wie auch an der Berufsfachschule erfahren. Der grosse Stolz war den angehenden Landwirten und Agrarpraktikern von den Augen zu lesen, als sie mit rund 85 Traktoren zur Schlussfeier an die Liebegg aufgefahren sind. Die blumengeschmückten Traktoren brachten den wahren Berufsstolz der Abschlussklassen zum Ausdruck. Die Freude bei den Absolventen, ihren Angehörigen sowie ihren Berufsbildnern war sehr gross. Dies zeigte sich auch an der grossen Teilnehmerzahl der Schlussfeier – rund 500 Personen besuchten den feierlichen Anlass in der Liebegg Arena.
Was Gedanken bewirken können
«Sei vorsichtig, was du denkst – es könnte wahr werden.» Dieser Satz entstand für Hansruedi Häf liger, Direktor LZ Liebegg, nicht in einem Buch, sondern zwischen Furchen, Erde und Dieselgeruch, während er mit einem alten Bührer 44 PS Traktor und einem schweren Zweischarpflug arbeitete. Beim stundenlangen Wenden des Pfluges mit dem Hand-Hebel, das jedem Rücken einen steifen Nacken bescherte, kam ihm der Gedanke: Vielleicht ist die Landwirtschaft genau mein Weg. Dieser beiläufige Impuls formte sein ganzes Leben und er richtete ihn an die Absolventen: Gedanken können zu Lebenswegen werden – also nehmt sie ernst. Er betont, dass Bildung das wahre Fundament ist.
Sie besteht nicht nur aus Theorie, sondern aus der Fähigkeit, Probleme zu lösen, Zusammenhänge zu erkennen, mit Menschen zu kooperieren und sich selbst stetig weiterzuentwickeln. Die Landwirtschaft von morgen brauche deshalb nicht nur starke Hände, sondern kluge, gebildete Köpfe. Ein besonderer Dank gilt den Berufsbildnerfamilien, die die Lernenden von den ersten Melk- und Fahrversuchen bis zu den unvermeidlichen Fehltritten begleiten. Ohne ihr stetiges Fördern, Herausfordern und gelegentliches Ertragen gäbe es solche Feiern nicht.
Bauernschläue und Demut
Rückblickend nennt Hansruedi Häfliger vier Leitwerte, die ihn über 50 Jahre in der Branche getragen haben: Bodenständigkeit, Bauernschläue, Handschlagmentalität und Demut vor der Natur. Zum Abschluss blickt Hansruedi Häfliger auf 33 Jahre an der Liebegg zurück. In dieser Zeit haben rund 2500 Auszubildende ihre Ausbildung abgeschlossen – praktisch eine ganze Generation, die heute Höfe führt, Betriebe weiterentwickelt und Innovationen im Aargau und darüber hinaus vorantreibt. Er ist stolz, Teil dieser Geschichte zu sein, dankbar für den Moment auf dem Bührer-Traktor, der sein Leben in die richtige Richtung lenkte. Er ist überzeugt, dass die Zukunft der Landwirtschaft in den Händen dieser jungen Menschen sicher ist.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Grundbildung haben die neuen Landwirtinnen und Landwirte im Kanton Aargau einen wichtigen Meilenstein erreicht. Patricia Kettner, Generalsekretärin des Departementes Finanzen und Ressourcen, gratulierte im Namen von Regierungsrat Markus Dieth den Absolventinnen und Absolventen herzlich – und machte ihnen Mut für die Zukunft. Im kommenden Schuljahr startet die neue Bildungsreform, und die Ausbildung an der Liebegg entwickelt sich weiter. Das Projekt Future Liebegg investiert gezielt in moderne Infrastruktur, um steigende Schülerzahlen und wachsende Ansprüche zu bewältigen. (mgt/nfz)

