Stiftung Rinau Park belastet Gemeinde
02.06.2026 KaiseraugstDie Jahresrechnung 2025 der Einwohnergemeinde Kaiseraugst schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 2,2 Millionen Franken. Hauptgrund ist eine einmalige Wertberichtigung des Darlehens an die Stiftung Rinau Park.
Valentin Zumsteg
2025 war finanziell eigentlich ein gutes Jahr für ...
Die Jahresrechnung 2025 der Einwohnergemeinde Kaiseraugst schliesst mit einem Aufwandüberschuss von 2,2 Millionen Franken. Hauptgrund ist eine einmalige Wertberichtigung des Darlehens an die Stiftung Rinau Park.
Valentin Zumsteg
2025 war finanziell eigentlich ein gutes Jahr für die Einwohnergemeinde Kaiseraugst. Der operative Aufwand lag unter dem Budget, während die Steuereinnahmen die Erwartungen übertrafen. Trotzdem schliesst die Jahresrechnung mit einem Aufwandüberschuss von 2,2 Millionen Franken. Hauptgrund dafür ist eine einmalige Wertberichtigung des Darlehens an die Stiftung Rinau Park in der Höhe von 3,8 Millionen Franken, wie es in der Botschaft zur Einwohnergemeinde-Versammlung vom 17. Juni heisst.
Braucht es weiteres Geld?
Blicken wir kurz zurück: Die Stiftung Rinau Park, welche das gleichnamige Alterszentrum betreibt, ist in den vergangenen Jahren in finanzielle Schief lage geraten. Gründe sind unter anderem fehlende Rückstellungen, zu wenig Eigenkapital und höhere Kosten für den Neubau (die NFZ berichtete). An einer ausserordentlichen Einwohnergemeinde-Versammlung im Januar 2025 genehmigten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein Darlehen von maximal sieben Millionen Franken an die Stiftung.
Von diesem Kreditrahmen sind im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Franken ausbezahlt worden. «Aufgrund der aktuellen Lage der Stiftung und der Kennzahlen sehen wir nicht, dass dieses Darlehen innert nützlicher Frist zurückbezahlt werden kann. Deswegen haben wir diese Wertberichtigung von 3,8 Millionen Franken vorgenommen», erklärt Benjamin Albiez, Leiter der Abteilung Finanzen in Kaiseraugst. Das Darlehen wird als nicht werthaltig eingestuft. Sollten sich die Zahlen künftig verbessern, könnte man die Wertberichtigung wieder rückgängig machen. Bei einem älteren Darlehen in der Höhe von 500 000 Franken ist keine Wertberichtigung vorgenommen worden, da dort andere Rückzahlungsbedingungen gelten, wie Albiez ausführt.
Noch ist offen, ob in den kommenden Jahren ein weiteres Darlehen innerhalb des Kreditrahmens von 7 Millionen Franken ausbezahlt werden muss. «Da gibt es verschiedene Prognosen. Aktuell braucht die Stiftung kein zusätzliches Geld von der Gemeinde. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass dies in Zukunft wieder nötig wird», erklärt Benjamin Albiez dazu.
Die Stiftung Rinau Park weist für das Jahr 2025 ein negatives Betriebsergebnis von 2,3 Millionen Franken aus. Unter dem Strich resultiert aber ein positives Jahresergebnis von 480 000 Franken. Dies wurde aber nur möglich, weil stille Reserven in der Höhe von rund 2,8 Millionen Franken aufgelöst worden sind. Im Budget für das laufende Jahr ist ein Verlust von 646 000 Franken vorgesehen. Weitere stille Reserven sind gemäss Jean Frey, Gemeindepräsident von Kaiseraugst und Mitglied des Stiftungsrates, nicht mehr vorhanden. «Mittelfristig wird der Rinau Park kaum ohne eine Unterstützung durch die Gemeinde auskommen», heisst es im Jahresbericht der Stiftung. Jean Frey glaubt aber, dass der Rinau Park auf gutem Weg ist.
Nettovermögen von 21 Millionen Franken
Die Einwohnergemeinde Kaiseraugst hat im vergangenen Jahr direkte Steuern in der Höhe von 25,94 Millionen Franken eingenommen, budgetiert waren nur 23,14 Millionen Franken. Ein deutliches Plus gab es bei den Einkommens- und Vermögenssteuern der natürlichen Personen, die sich auf 10,29 Millionen Franken (Budget: 9,14 Millionen Franken) belaufen. Auch die Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen lagen mit 7,78 Millionen Franken rund 1,29 Millionen Franken über Budget. Kaiseraugst hat mit 50 Prozent nicht nur den tiefsten Steuerfuss im Fricktal, die Gemeinde verfügt auch über ein Nettovermögen von 21 Millionen Franken.

