Stein sagt Ja zu Tempo 30
16.06.2026 SteinBei der Gemeindeversammlung stand das Thema Verkehrsberuhigung im Mittelpunkt
Die Diskussion um Verkehrsanpassungen in der Rüti- und Münchwilerstrasse beschäftigt die Steiner Bevölkerung und den Gemeinderat schon länger. Jetzt wurden die geschnürten «Massnahmenpäckli» zur ...
Bei der Gemeindeversammlung stand das Thema Verkehrsberuhigung im Mittelpunkt
Die Diskussion um Verkehrsanpassungen in der Rüti- und Münchwilerstrasse beschäftigt die Steiner Bevölkerung und den Gemeinderat schon länger. Jetzt wurden die geschnürten «Massnahmenpäckli» zur Antragsgenehmigung vorgelegt.
Petra Schumacher
An der Gemeindeversammlung am letzten Freitag präsentierte Gemeindeammann Beat Käser die Jahresrechnung 2025 mit einem Ertragsüberschuss von 870 755 Franken. «Den erfreulichen Abschluss verdanken wir hauptsächlich den höheren Steuereinnahmen», so der Gemeindeammann. Mit den gestiegenen Einnahmen konnten die höheren Kosten bei der Pflege und Sozialen Wohlfahrt gedeckt werden. Auch der Bereich Bildung verzeichnete höhere Kosten gegenüber dem Vorjahr.
Zentrales Thema dieser Gemeindeversammlung war die Verkehrsberuhigung an der Rütistrasse und der Münchwilerstrasse. An der Gemeindeversammlung im Dezember 2024 waren zwei Überweisungsanträge angenommen worden, die den Gemeinderat zur Prüfung der Einführung von Tempo 30 auf den beiden Strassen verpflichteten. In der Folge wurde das Fachbüro Metron AG, Brugg, mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Die erarbeiteten «Massnahmenpäckli» wurden zusammen mit einer Kostenschätzung anlässlich einer Informationsveranstaltung am 22. April 2026 der Bevölkerung vorgestellt, intensiv diskutiert und dann nochmals geprüft.
Tempo 30 auf der Rütistrasse
Sylvie Thomann von der Metron AG fasste für die anwesende Zuhörerschaft die bereits präsentierte Situationsanalyse nochmals kurz zusammen und stellte die Massnahmen vor. So gehören zum «Päckli» die Einführung einer Tempo-30-Zone auf der Rütistrasse, nach der Einmündung der Oberen Rütistrasse. Eine «Wartenase» beim Treppenaufgang Fischingerweg ist als Einengung der Fahrbahn mittels Pfosten und Markierung umzusetzen. Zudem ist der Rechtsvortritt überall auf der Strasse zu markieren. Der Präsentation folgte eine erneute inhaltliche Diskussion mit Fragen und Vorschlägen aus dem Publikum. «Wir haben eine schlanke Variante in unserem Massnahmenpäckli mit einer Kostenschätzung von 12 000 Franken erarbeitet», so Gemeinderat Vanik Kaufmann. «Lasst uns die Massnahmen umsetzen und schauen, ob wir mit dem Ergebnis zufrieden sind. Nachbessern können wir jederzeit. Der Gemeinderat ist weiterhin gesprächsbereit und daran interessiert, Lösungen zu finden, die passen.» In der Diskussion um Tempo 30 auf der Rütistrasse wurde der Antrag gestellt, dies auch auf der Oberen Rütistrasse einzuführen. Dieser Antrag wurde ebenso angenommen wie der Antrag für die Verkehrsberuhigungsmassnahmen auf der Rütistrasse.
«Auf der Münchwilerstrasse soll der Veloverkehr neu auf der Strasse geführt werden», erklärte Sylvie Thomann. «Die Strasse ist als Kernfahrbahn, ohne Mittellinie, mit einem beidseitigen Radstreifen zu markieren. Der bisherige Grünstreifen zwischen dem bisherigen Velo-Fussgängerweg und der Fahrbahn bleibt bestehen. Auch auf der Münchwilerstrasse wird ab Abzweiger Industriestrasse Tempo 30 eingeführt. Auf den Rechtsvortritt wird verzichtet.» Auch zu diesem Traktandum gab es Nachfragen und Diskussionspunkte, dennoch wurde der Antrag mehrheitlich angenommen.
Zusatzkredit
Für die Verlegung und den Ausbau des Recyclingplatzes beim Werkhof wurde ein Zusatzkredit von 184 000 Franken vom Gemeinderat beantragt. Grund dafür sind einerseits die fachgerechte Entsorgung und Lagerung des mit schwer abbaubaren Chemikalien, sogenannten PFAS, belasteten Bodens des Areals, das früher als Abfallgrube genutzt wurde, und andererseits die gestiegenen Kosten der Baumeisterarbeiten aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

