«Sprechen Sie mich an»
11.03.2025 LaufenburgDer neue Burgschreiber zu Laufenburg, Knut Diers, hat Anfang März seine Arbeit aufgenommen. Vorgestellt und herzlich willkommen geheissen wurde der Autor von Reiseführern und Kriminalromanen offiziell am Donnerstagabend in der Kultschüür.
Charlotte Fröse
...Der neue Burgschreiber zu Laufenburg, Knut Diers, hat Anfang März seine Arbeit aufgenommen. Vorgestellt und herzlich willkommen geheissen wurde der Autor von Reiseführern und Kriminalromanen offiziell am Donnerstagabend in der Kultschüür.
Charlotte Fröse
Martin Willi vom Leitungsteam des grenzüberschreitenden Kulturstipendiums sagte bei der Vorstellung, dass es spannend werde, was in Bezug zu Laufenburg bei der Arbeit des Burgschreibers herauskommen wird.
Einen kleinen Einblick in die bisherigen Arbeiten des Autors konnten die Gäste bei einer kurzen Lesung erhaschen. Dabei zeigte sich, dass der Autor ein guter Betrachter und genauer Rechercheur ist. Mit einer lyrischen Betrachtungsweise verbindet er die Dinge. Diers berichtete, dass ihn der besondere Blick von innen und von aussen und mit einer Lupe dazwischen, besonders reize. Zu seiner Arbeitsweise sagte Diers: «Kleine Geschichten zu schreiben, reizt mich sehr.» Gerade diese kleinen Geschichten und die Begebenheiten am Rande sind es, die seinen Reisebüchern und Krimis einen ganz besonderen Reiz verleihen.
Bereits am 19. März wird Knut Diers ab 19.30 Uhr erste Texte, die in Laufenburg entstanden sind, im Rahmen einer Lesung in der Schweizer Bibliothek präsentieren. Dabei wird er auch von seiner Tätigkeit als Burgschreiber berichten und aus seinen bisherigen Werken rezitieren. Weitere Lesungen sind geplant. Und auch in den Schulen hüben und drüben des Rheins wird Knut Diers im Rahmen von Workshops präsent sein.
Geografie, Reisen und Krimis
Knut Diers wurde 1959 in Hannover geboren. Der Reiseschriftsteller und Fotograf studierte zunächst Geografie in Giessen. Mehr als 20 Jahre war er als Redaktor bei einer Tageszeitung tätig. Seit 2007 ist er mit seinem Redaktionsbüro Buenos Diers Media selbstständig. Neben Reisebüchern hat er auch Kriminalromane geschrieben und veröffentlicht.
Um die Kultur, die Landschaft und das Leben der Menschen in der grenzüberschreitenden Stadt Laufenburg kennenzulernen, möchte Diers auf verschiedenen Wegen, zu Fuss, mit dem Stand-up-Paddleboard auf dem Rhein und dem Fahrrad unterwegs sein. Anregungen aus der Bevölkerung nimmt er bei seinen Exkursionen gerne an. «Sprechen Sie mich an», ermunterte er dazu. Er berichtete, dass er unter anderem auch Vereine hüben und drüben des Rheins besuchen werde, um Vergleiche anzustellen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Bereits kennengelernt hat der Autor die Fasnacht in Laufenburg. Von der tollen Mischung aus Tradition und neuen Fasnachtsformen zeigte er sich beeindruckt.
Bürgermeister Ulrich Krieger und Stadtammann Herbert Weiss begrüssten den Burgschreiber. Im Gepäck hatten sie neben der Burgschreiberurkunde auch noch ein «Überlebens-Kit» in Form eines Laufenburger Schweizer-Messers, welches ihm Stadtammann Weiss mit diversen Hinweisen auf den Gebrauch überreichte. Bürgermeister Krieger betonte, dass in Laufenburg der Slogan «Zwei Länder eine Stadt» nicht nur Worte seien, sondern, dass dies auch gelebt werde. Er bedankte sich bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement und bei den Gastfamilien für die Aufnahme des Burgschreibers auf Zeit.
Im Anschluss an den offiziellen Teil hatten die Anwesenden bei einem Apéro die Gelegenheit, in direkten Kontakt mit dem neuen Burgschreiber zu treten und sich am Büchertisch über seine bisherigen Arbeiten zu informieren. Martin Willi berichtete an der Vorstellung über das grenzüberschreitende Laufenburger Projekt. Die Idee, einen Burgschreiber für Laufenburg auszuloben, entstand 2017. Der Schriftsteller Markus Manfred Jung, aus dem Kleinen Wiesental war 2019 der erste Burgschreiber. Ihm folgte 2023 die Kölner Autorin und Journalistin Anke Ricklefs. Mit Knut Diers tritt nun der dritte Burgschreiber seinen Dienst an. Aus 15 Bewerbungen wählte die Jury den Autor von Reisebüchern und Kriminalromanen, Knut Diers, aus. Drei Monate lang, bis zum 31. Mai, wird der Autor nun auf beiden Seiten des Rheins im Rahmen des grenzüberschreitenden Kulturstipendiums leben und arbeiten. Gastfamilien aus Deutschland und der Schweiz werden den Burgschreiber während seines Aufenthalts in Laufenburg beherbergen.

