Reformen an den Gymnasien
Auf der Basis der Grundlagen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren und des Bunds wird der gymnasiale Lehrgang im Aargau erneuert und zukunftsfähig gemacht.
Ein zentrales Merkmal des Aargauer Gymnasiums bleibt auch in Zukunft bestehen: die ...
Reformen an den Gymnasien
Auf der Basis der Grundlagen der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren und des Bunds wird der gymnasiale Lehrgang im Aargau erneuert und zukunftsfähig gemacht.
Ein zentrales Merkmal des Aargauer Gymnasiums bleibt auch in Zukunft bestehen: die Zweiteilung in eine zweijährige Grundstufe mit Fokus auf den Grundlagenfächern und dem Akzentfach sowie eine zweijährige Vertiefungsstufe mit stärkerem Fokus auf Schwerpunktfach, Ergänzungsfach und Maturitätsarbeit. Die Stundentafel wurde überarbeitet; die Gesamtzahl der Lektionen bleibt dabei unverändert. Neu gibt es einen kantonal einheitlichen Lehrplan. Dieser gilt an allen Aargauer Kantonsschulen. Die zu erreichenden Kompetenzen sind für jedes Schuljahr festgelegt. An der Entwicklung der neuen Lehrpläne waren über 150 Lehrpersonen aus allen Fachgruppen und sämtlichen Aargauer Kantonsschulen beteiligt.
Aktualisierte Fächerangebote
Die Grundlagenfächer wurden um die bisher bereits obligatorischen Fächer Informatik sowie Wirtschaft und Recht erweitert. Im Schwerpunktfachbereich werden im Aargau weiterhin zehn Schwerpunktfächer angeboten. Neu zur Auswahl stehen unter anderem «Informatik und ihre Anwendungen», «Geschichte und Geografie» sowie «Literatur, Sprache und Kultur». Auch bei den Ergänzungsfächern bestehen kantonale Rahmenvorgaben sowie fünf Oberthemen, innerhalb derer die Schulen ihre Angebote ausgestalten können.
Sport wird neu promotionswirksam
Promotionswirksam, das heisst entscheidend für den Übertritt in die nächsthöhere Klasse, sind in der ersten, zweiten und dritten Klasse des Gymnasiums die obligatorischen Fächer gemäss Stundentafel. Neu gehört auch das Fach Sport dazu. Das Fach trägt zur Erreichung der Bildungsziele des Gymnasiums, zur allgemeinen Studierfähigkeit sowie zur vertieften Gesellschaftsreife bei.
Als Maturitätsfächer zum Abschluss des Gymnasiums gelten gemäss eidgenössischen Vorgaben die zwölf Grundlagenfächer, das Schwerpunktfach, das Ergänzungsfach und die Maturitätsarbeit. Geprüft werden am Ende der vierten Klasse die Grundlagenfächer Deutsch, Französisch oder Italienisch, Mathematik sowie das selbst gewählte Schwerpunktfach. Um die heute eher sprachlastigen Abschlussprüfungen zu diversifizieren, wird neu nach Wahl der Schülerin bzw. des Schülers das Grundlagenfach Physik oder das Grundlagenfach Geschichte geprüft. Die Schülerinnen und Schüler können hiermit und mit der Wahl des Schwerpunktfachs der Maturitätsprüfung weiterhin ihre jeweils eigene Prägung geben.
Beitrag zum Gemeinwohl
Gemäss den national geltenden neuen Vorgaben sind in allen Kantonen die Voraussetzungen zu schaffen, dass jede Schülerin und jeder Schüler an Austausch- und Mobilitätsaktivitäten in einer anderen Sprachregion der Schweiz oder des Auslands teilnehmen kann. Ebenfalls müssen Voraussetzungen geschaffen werden, die es erlauben, dass sich die Schülerinnen und Schüler für das Gemeinwohl einsetzen. In Zukunft müssen die Schulen deshalb über ein entsprechendes Konzept verfügen. Ab Schuljahr 2027/28 werden alle neu eintretenden Schülerinnen und Schüler am Gymnasium nach den neuen Vorgaben unterrichtet. Die ersten entsprechenden Maturitätsabschlüsse werden am Ende des Schuljahrs 2030/31 abgelegt. (nfz)