Spitze der FDP zu Besuch in Frick
22.01.2026 FrickSusanne Vincenz-Stauffacher, seit Oktober 2025 Co-Präsidentin der FDP Schweiz, sprach sich am Dienstagabend in Frick, am ersten Kantonalparteitag der FDP im Jahr 2026, klar für die Individualbesteuerung aus. Im Beisein von Maja Riniker, 2025 Nationalratspräsidentin, und Landammann ...
Susanne Vincenz-Stauffacher, seit Oktober 2025 Co-Präsidentin der FDP Schweiz, sprach sich am Dienstagabend in Frick, am ersten Kantonalparteitag der FDP im Jahr 2026, klar für die Individualbesteuerung aus. Im Beisein von Maja Riniker, 2025 Nationalratspräsidentin, und Landammann Stephan Attiger, hatten Ständerat Thierry Burkart, die Grossräte Tim Voser, Dr. Severin Lüscher (Grüne) und Lukas Huber (GLP) sowie der Fricker Präsident der Jungfreisinnigen Etienne Frey vor der Parolenfassung zu den Volksinitiativen «Klimafonds», «Arbeit muss sich lohnen» und «Blitzerabzocke stoppen» ihre Argumente vorgelegt. Durch den Abend führte Sabina Freiermuth, Präsidentin FDP Aargau. Organisiert wurde der Parteitag von der FPD-Ortspartei Frick, vertreten durch Präsident Olivier Kreis und die FDP Bezirk Laufenburg, vertreten durch Präsident Nicola Richli. (sir)
«Zusammengerauft aus einer zeitlosen Einsicht»
Susanne Vincenz-Stauffacher am Kantonalparteitag der FDP Aargau in Frick
Nein zum «Klimafonds», Ja zu den Aargauer Volksinitiativen «Arbeit muss sich lohnen» und «Blitzerabzocke stoppen». Die FDP Aargau fasste am Kantonalparteitag in Frick ihre Parolen. Prominenter Gast: Susanne Vincenz-Stauffacher, Co-Präsidentin der FDP Schweiz.
Simone Rufli
71 Partei-Mitglieder waren in die Mehrzweckhalle in Frick gekommen, unter ihnen Maja Riniker, 2025 Nationalratspräsidentin, Landammann Stephan Attiger, Ständerat Thierry Burkart, Grossrat Tim Voser, Etienne Frey, Fricker Präsident der Jungfreisinnigen, Olivier Kreis, Präsident FPD-Ortspartei Frick, und Nicola Richli, Präsident der FDP Bezirk Laufenburg. Dazu von ausserhalb der Partei die Grossräte Severin Lüscher (Grüne) und Lukas Huber (GLP). Durch den Abend führte Sabina Freiermuth, Präsidentin FDP Aargau, aufgewachsen im Fricktal. Die Parolen für drei Volksinitiativen zu fassen war ein Grund, zur Versammlung zu kommen (vgl separaten Text), ein anderer, Susanne Vincenz-Stauffacher kennenzulernen. Die Nationalrätin teilt sich seit Oktober 2025 das Co-Präsidium der FDP Schweiz mit Ständerat Benjamin Mühlemann. Co-Präsidium deshalb, so Vincenz-Stauffacher, «weil Thierry Burkart nicht durch eine Person zu ersetzen war». Sie sei zurzeit fast jeden Abend irgendwo in der Schweiz anzutreffen, umso grösser war die Freude unter den versammelten Parteimitgliedern, dass die frühere Präsidentin der FDP-Frauen für den Kantonalparteitag nach Frick gekommen war. «Wo auch immer in der Schweiz ich derzeit begrüsst werde, es heisst immer, das hier ist der schönste Ort im Land», meinte die Ostschweizerin lachend. «Sicher ist, als ehemalige Turnerin fühle ich mich in einer Turnhalle ausgesprochen wohl.»
Vincenz-Stauffacher gratulierte der FDP Aargau zu ihrem Erfolg bei den zurückliegenden Wahlen. «Vielleicht lässt sich später im Séparée darüber sprechen, wie sich dieser Erfolg aufs ganze Land ausdehnen lässt.» Mit Blick in die Geschichte nannte sie die FDP Aargau «ein Sinnbild für Schweizer Politik und Freiheit» und das seit der Gründung anno 1894. «Damals haben sich zwei Lager zusammengerauft, um sich innerhalb der Freisinnigen nicht auseinanderdividieren zu lassen – zusammengerauft aus einer zeitlosen Einsicht heraus.»
Petition lanciert
Disziplin, Fleiss, Bescheidenheit, Demut – diese Werte aus der Gründerzeit gelte es zu stärken in einer unberechenbar gewordenen Welt voller Spaltung, Populismus, Protektionismus und Abgrenzung. Angesichts einer neuen Weltordnung, wo immer mehr das Recht des Stärkeren gelte, gehe es darum, Prioritäten zu setzen und vorab in die Sicherheit zu investieren. «Priorisierung als Zeichen von Verantwortung», so Vincenz-Stauffacher. Verantwortung übernehmen bedeute auch, nicht länger zuschauen, wenn Chaoten Demonstrationen für ihre Zwecke missbrauchten. In einer am Dienstag lancierten Petition fordert die FDP deshalb ein hartes Durchgreifen. Sie verlangt insbesondere, die maximale Dauer der vorläufigen Festnahme von 24 auf 48 Stunden zu verdoppeln. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung wolle Sicherheit statt Chaos, Ordnung statt Verwüstung und Meinungsfreiheit ohne Gewalt, so die Co-Parteipräsidentin.
Ja zur Individualbesteuerung
Verantwortung übernehmen heisse auch, das überholte Steuersystem der diversen Gesellschaft anzupassen. «Gibt es etwas Einfacheres, als dass eine Person von Geburt bis zum Tod ein Steuersubjekt ist?», fragte Vincenz-Stauffacher. Als Scheidungsanwältin erlebe sie täglich, wie schnell und oft der Zivilstand einer Person ändern könne. Mit der Individualbesteuerung hätte das keine Auswirkungen auf die Art der Besteuerung mehr. «Aber auch in der Familie soll sich die Arbeit des Zweitverdieners lohnen.» Zudem handle es sich um eine Steuersenkungsvorlage. «Auf Bundesebene würden rund 600 Mil lionen Franken weniger an Steuergeldern auf Privateinkommen eingenommen.»
Unterstützung für die Jungen – Ja zu «Blitzerabzocke stoppen»
«Geschwindigkeitskontrollen müssen der Sicherheit dienen, nicht Einnahmez wecken», betonte Etienne Frey und stellte sich im Pro und Contra «Blitzerabzocke stoppen» gegen GLP-Grossrat Lukas Huber. Bei seinem «Heimspiel» konnte Frey, Präsident der Jungfreisinnigen, am Ende einen Erfolg verbuchen. 52 Parteimitglieder sprachen sich für eine Bewilligungspflicht für stationäre Blitzer-Kästen aus, 7 stimmten dagegen, 14 enthielten sich der Stimme. Christoph von Büren, FDP-Präsident der Stadt Rheinfelden, sprach vom Dilemma, in dem er sich befinde. «Es ist eigentlich eine unnötige Initiative, die zusätzlichen Aufwand generiert – aber sie kommt von den Jungfreisinnigen.» Ein deutliches Ja gab es zur Volksinitiative «Arbeit muss sich lohnen», wo der Grünen-Grossrat Dr. Severin Lüscher Grossrat Tim Voser in der Argumentation unterlag. 8,5 Milliarden jährlich in den Klimafonds (rund 1 % des Bruttoinlandprodukts), stünde nicht nur in keinem Verhältnis zu den Verteidigungsausgaben (0,7%), so Ständerat Thierry Burkart. «Es gibt auch zu wenige Projekte, in die das Geld flies sen könnte. Weil die Finanzierung dieses Fonds zudem nicht unter die Schuldenbremse fallen würde, würde überdies die solide Finanzpolitik des Landes untergraben. Die Nein-Parole erfolgte einstimmig. (sir)


