So viel von allem
11.08.2026 LaufenburgEine Grossbaustelle voller Superlative
Geref-Bauhandwerk bei FlexBase in Laufenburg
Erst noch eine grosse, tiefe Grube, hat der Hochbau des geplanten Technologiezentrums Laufenburg (TZL) längst begonnen. Der Bereich Bauhandwerk des Gewerbe Region Frick-Laufenburg ...
Eine Grossbaustelle voller Superlative
Geref-Bauhandwerk bei FlexBase in Laufenburg
Erst noch eine grosse, tiefe Grube, hat der Hochbau des geplanten Technologiezentrums Laufenburg (TZL) längst begonnen. Der Bereich Bauhandwerk des Gewerbe Region Frick-Laufenburg hatte zu einer Baustellenbesichtigung eingeladen. Ein Anlass voller wahrhaft riesiger Eindrücke.
Susanne Hörth
Ein Bauvorhaben wie jenes der FlexBase mit Technologiezentrum ist auch für die vielseitig erprobte Erne-Unternehmung etwas Besonderes. Die Projektleiter Kilian Glauser und Rolf Zumsteg brachten die Teilnehmenden am Donnerstagnachmittag mit ihren Ausführungen und bei der anschliessenden Baustellenbesichtigung immer wieder zum Staunen. Ein Bauwerk voller Superlative, war mehrfach zu hören.
Für das geplante 180 Meter lange, 85 Meter breite und 27 Meter hohe Gebäude – das entspricht rund zwei Fussballfeldern – mussten 470 000 Kubikmeter Aushub abtransportiert werden. Denn gebaut wird auch in die Tiefe: 27 Meter in den Boden. «Uns ist keine Baustelle mit grösserem Aushub bekannt», sagte Zumsteg. Ein Lastwagenchauffeur habe einmal ausgerechnet, dass er allein dafür 19 Jahre gebraucht hätte. So viel Zeit stand jedoch nicht zur Verfügung. Auch hinsichtlich des Zeitplans setzt FlexBase neue Massstäbe: Von der Bekanntgabe der Idee für das Technologiezentrum auf dem ehemaligen Swissgrid-Areal bis zur Baubewilligung verging gerade einmal ein Jahr.
Im Mai 2025 erfolgte der Baustart, und im März 2026 wurde bereits mit dem Rohbau begonnen. Mit konventioneller Planung wäre dies nicht möglich gewesen. Stattdessen wurde auf die Abwicklung mit dem Werkgruppenmodell gesetzt, erfuhren die Teilnehmenden bei der Besichtigung. Dafür hätten von Beginn an Bauherrschaft, Architekten, GA-Planer und ausführende Baumeister an einem Tisch gesessen. Verglichen wurde die Grossbaustelle mit ihren vielen Herausforderungen – dazu gehören die Baugrube, die Logistik und der Hochbau – mit einem Uhrwerk, bei dem alle Rädchen stets ineinandergreifen müssen. Grossgeschrieben werden dabei auch Sicherheit, Qualität und Vertrauen. Das Technologiezentrum Laufenburg wird als digitale Baustelle geführt. Dadurch sind alle relevanten Informationen jederzeit für alle Beteiligten abrufbar.
Zusätzliche Kräne gekauft
«Es sind gewaltige Mengen, die da umgesetzt werden», sagte Zumsteg mit Blick auf das benötigte Material. Für das Gebäudevolumen von 864 000 Kubikmetern werden 130 000 Tonnen Beton benötigt. 800 verankerte Pfähle wurden gesetzt, dazwischen ohne Verankerung nochmals je zwei. Die 1600 benötigten Vorspannanker würden aneinandergereiht eine Länge von 34 Kilometern ergeben. Zwischenzeitlich sind auch rund 70 Prozent der 1,4 Meter dicken Betonbodenplatten verlegt. Für die Grossbaustelle hat Erne zusätzliche Kräne gekauft. Insgesamt acht befinden sich auf der gigantischen Baustelle.
Bis Ende 2028 soll hier das TZL mit dem Batteriespeicher fertiggestellt sein. Ein Batteriespeicher, erfuhren die Teilnehmenden an der Besichtigung, der mit einer Kapazität von 2,1 GWh fünf Stunden lang eine Million Haushalte mit Strom versorgen kann. Die Leistung der Batterie entspricht mit 1,2 GW der Leistung des Kernkraftwerks Leibstadt. Es ist definitiv keine 08/15-Baustelle, betonten die Verantwortlichen und genau dieser Eindruck blieb auch bei den Teilnehmenden nach der Besichtigung haften. Ein gemütlicher Ausklang erfuhr der informative Nachmittag im Waldhaus Ebni bei einem gemeinsamen Nachtessen.




