«Sie sind dabei bei der Projektierung»
24.03.2026 FokusWorkshop zur Neugestaltung des Wallbacher Dorfzentrums
Wie soll das Gemeindezentrum in Zukunft aussehen? Wo soll der Volg-Laden sein, wo die Bushaltestelle? Und gibt es für das Feuerwehrmagazin keinen bessern Platz als im Zentrum gleich neben der Gemeindeverwaltung? Über diese ...
Workshop zur Neugestaltung des Wallbacher Dorfzentrums
Wie soll das Gemeindezentrum in Zukunft aussehen? Wo soll der Volg-Laden sein, wo die Bushaltestelle? Und gibt es für das Feuerwehrmagazin keinen bessern Platz als im Zentrum gleich neben der Gemeindeverwaltung? Über diese und andere Fragen haben rund 60 Wallbacherinnen und Wallbacher am Samstagvormittag in einem Workshop beraten.
Edi Strub
Der erste Workshop zur Erneuerung des Wallbacher Dorfzentrums fand im November statt. In der Zwischenzeit wurden die damals von den Workshop-Teilnehmern in die Runde geworfenen Anregungen und Ideen ausgewertet. Zusammen mit Fachleuten von «sa_partners» – einem erfahrenen Spezialisten für solche Aufträge – wurden sie zu einer reich illustrierten Diskussionsgrundlage verdichtet. Im Wesentlichen wurden zwei Alternativen ausgearbeitet. Eine mit dem Wallbacher Feuerwehrmagazin am alten Ort im Zentrum und eine mit dem Feuerwehrmagazin an einem andern Ort ausserhalb des Dorfzentrums. Beide Lösungen stiessen auf grosses Interesse.
Welche dieser zwei Lösungen schliesslich umgesetzt wird, ist noch nicht klar. Darüber werden die Stimmbürger Wallbachs irgendwann abstimmen. Über beide muss ausserdem noch mit den kantonalen Behörden wegen der Verkehrsführung, wegen des Ortsbilds und anderen Fragen verhandelt werden. Es wird daher noch eine Weile dauern, bis die ersten Entscheidungen für die Gemeindeversammlung traktandiert sind. Speziell am Vorgehen in Wallbach mit den Workshops ist, dass die Bürger schon im Vorfeld einer Volksentscheidung mitreden können. Die Bürger sollen also nicht einfach mit einem fertigen vom Gemeinderat entwickelten Konzept konfrontiert werden, zu dem sie nur noch Ja oder Nein sagen können. Die Workshops bietet ihnen die Möglichkeit, schon im Projektstadium auf wichtige Entscheidungen Einf luss zu nehmen.
Frühzeitiges Agieren
Aus der Sicht des Gemeinderats bietet dieses Vorgehen eine Chance, die Stimmung in der Bevölkerung früh zu erkunden – bevor vieles bereits festgelegt und nur noch schwer zu ändern ist. In der Bevölkerung gibt es ausserdem oft viel Wissen in solchen Fragen, von dem die Politik profitieren kann. Auffallend am Workshop am Samstag war die gute Stimmung. Der Gemeinderat versuchte nicht einfach eine Idee durchzupeitschen, sondern zeigte sich sehr offen für allerlei Vorschläge, Ideen und Einwände. Umgekehrt waren auch die rund sechzig Bürger nicht festgefahren in vorgefassten Meinungen. Die Leute hörten aufeinander und wogen Vor- und Nachteile verschiedener Lösungen sorgfältig gegeneinander ab. Von der sonst oft zu beobachtenden Polarisierung im politischen Leben war für einmal nichts zu spüren.
Sichtbare Meinungen
Am Schluss des Workshops mussten sich die Teilnehmenden in der Mehrzweckhalle so aufstellen, dass ihre einstweilige Meinung sichtbar wurde. Stand man ganz links signalisierte man seine Präferenz für Variante 1 (mit dem Feuerwehrmagazin am alten Ort), stand man ganz rechts für Variante 2 mit dem Magazin an einem andern Ort (und entsprechend viel Gestaltungsraum für das neue Zentrum.) Das Überraschende dabei war: die meisten standen irgendwo in der Mitte, manche näher bei 1, andere näher bei 2. Sie wurden dann gebeten, ihren «Standpunkt» zu begründen und das resultierte oft im Bekenntnis, beide Konzepte hätten ihre Vor- und Nachteile, die es noch näher zu ergründen gälte. Manche fanden zwar eine Versetzung des Feuerwehrmagazins eher nicht so realistisch, unter anderem wegen den damit verbundenen Kosten, gleichzeitig lockten sie aber auch die Gestaltungsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben. Unter anderem ein schöner Platz neben der Sebastians-Kapelle, die dann «wie ein Wallbacher Münster über dem Zentrum thronen würde», wie jemand scherzend bemerkte.
Der Gemeinderat wird nun mit den Fachleuten von «sa_partners» einen neuen Bericht erstellen, den auch jene studieren können, die am Workshop nicht teilgenommen haben. «Wir sind erst am Anfang der Zentrumsentwicklung», konstatierte Marion Wegner-Hänggi. «Wir werden unsere Ideen für die Wallbacher Zukunft sicher nicht schon 2027 umsetzen können.» Das sei auch nie so geplant gewesen. Das Ganze sei eher ein Generationenprojekt, an dem noch über eine längere Zeitspanne gearbeitet werden müsse. «Mit unseren Workshops sind sie dabei bei der Arbeit», meinte Gemeinderat Alois Jud, der sich begeistert für dieses neuartige Partizipationsmodell einsetzt.


