Seit einem halben Jahrhundert gibt es die Familiengärten bei der Rheinfelder Siedlung Augarten. Auf 40 Parzellen wird ökologisch gegärtnert. Der Klimawandel ist auch hier spürbar.
Valentin Zumsteg
Es ist eine Idylle im Grünen, obwohl der Radweg und die vielbefahrene ...
Seit einem halben Jahrhundert gibt es die Familiengärten bei der Rheinfelder Siedlung Augarten. Auf 40 Parzellen wird ökologisch gegärtnert. Der Klimawandel ist auch hier spürbar.
Valentin Zumsteg
Es ist eine Idylle im Grünen, obwohl der Radweg und die vielbefahrene Kantonsstrasse nur ein paar Meter entfernt liegen: Seit 50 Jahren gibt es die Familiengärten bei der Siedlung Augarten, der Verein ist am 1. März 1976 gegründet worden. Erster Präsident war Peter Räss. «Als der Augarten gebaut wurde, war die Idee, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Mehrfamilienhäuser eine Gelegenheit zum Gärtnern erhalten sollten. Die Nachfrage war gross», erzählt Sabine Schramli. Sie ist Kassierin des Familiengarten-Vereins und im Augarten aufgewachsen.
«Ein harmonischer Garten»
Ursprünglich standen die Familiengärten nur den «Augärtlern» offen, später wurde diese Regelung gelockert. Seither können sich alle Rheinfelderinnen und Rheinfelder bewerben. «Heute kommen immer noch rund drei Viertel der Nutzer aus dem Augarten, ein Viertel aus dem Rest von Rheinfelden», erklärt Marcel Schramli. Er ist seit 2022 Präsident. Die Mitglieder des Familiengarten-Vereins stammen aus 21 Nationen. «Es funktioniert sehr gut. Alle sind per Du, wir helfen einander. Es ist ein harmonischer Garten und eine Oase, um sich zu entspannen», führt er weiter aus. Seine Frau ergänzt: «Ein Mann ist seit 50 Jahren dabei, also seit Beginn. Er ist heute 86 Jahre alt und immer noch gerne im Garten.» Insgesamt stehen 40 Parzellen zur Verfügung, jede misst rund 80 Quadratmeter. Das Land gehört der Rheinfelder Einwohnergemeinde, der Verein ist Pächter. Für die Parzellen gibt es eine Warteliste, denn die Nachfrage ist auch heute noch erfreulich.
«Chemie haben wir hier abgeschafft»
Grosser Wert wird im Verein auf einen natur- und umweltfreundlichen Anbau von Gemüse gelegt. «Die Chemie haben wir hier abgeschafft. Wir informieren über Alternativen», erklärt dazu Marcel Schramli. Wichtig ist auch die Pflege der Gemeinschaft. Zwei Mal pro Jahr engagieren sich die Mitglieder bei einem Frühlingsund Herbstputz. Im Anschluss daran wird jeweils gemeinsam gegrillt.
Was in den letzten Jahren spürbar wurde, war der Klimawandel – besonders in diesem Sommer. «Es gibt immer weniger Regen und es wird heisser», so Marcel Schramli. Deswegen ist es kein Wunder, dass in den Familiengärten beispielsweise Bananenstauden sehr gut gedeihen. Sabine und Marcel Schramli probieren auf ihrer Parzelle gerne immer wieder Neues aus. «Nächstes Jahr versuchen wir es mit Avocados und Kaffeebohnen», erzählen sie mit einem Lachen. Auch alte Gemüsesorten werden angepf lanzt, diese stammen von Pro Specie Rara.
Seit einem halben Jahrhundert können die Menschen in den Familiengärten Augarten also ihr eigenes Gemüse anbauen und ihre Freizeit geniessen. Das ist ein Grund zum Feiern: Am 7. November wird es ein grosses Fest für die Mitglieder geben.