Wie Traubenzucker und Kunstzucker gemeinsam zu einem grossartigen Fest beitragen, das verriet Pater Markus Schulze all jenen, die am Sonntag zusammen mit dem Kirchenchor St. Peter und Paul Frick das 200-Jahr-Jubiläum feierten.
Simone Rufli
Im Oktober 2025 hatten sie mit den ...
Wie Traubenzucker und Kunstzucker gemeinsam zu einem grossartigen Fest beitragen, das verriet Pater Markus Schulze all jenen, die am Sonntag zusammen mit dem Kirchenchor St. Peter und Paul Frick das 200-Jahr-Jubiläum feierten.
Simone Rufli
Im Oktober 2025 hatten sie mit den Proben angefangen, am Sonntag wurden sie mit langanhaltendem Applaus für ihre Arbeit belohnt; der jubilierende Kirchenchor St. Peter und Paul Frick und I Cantuccini Brugg sowie das ad hoc-Orchester – alle unter der Leitung von Simon Moesch.
Um 10 Uhr hatte Pater Markus Schulze den Jubiläums-Gottesdienst auf sehr persönliche Art eröffnet. Sein Grossvater sei entsetzt gewesen, als er ihm eröffnet habe, dass er Priester werden wolle. «Was Priester, dieses ewige Gepredige, das ist ja furchtbar. Sänger sollst Du werden! Damit kannst Du den Menschen Freude bereiten», habe sein Grossvater gesagt. Er sei schon damals überzeugt gewesen und sei es noch heute, dass dies auch mit einer Predigt gelinge, aber: «Singen hat eine Schwingung, die geht direkt ins Blut und ins Herz wie ein Traubenzucker. Eine Predigt hingegen ist wie Kunstzucker, wo die Magensäure zuerst eine komplizierte Spaltung vornehmen muss, und erst dann ist der Körper bereit, ihn aufzunehmen», erklärte der in Frick aufgewachsene Theologe und sorgte nicht nur damit für Heiterkeit in den vollbesetzten Kirchenbänken.
Es gehe aber nicht darum, Predigt und Gesang gegeneinander auszuspielen. «Sehen wir es als Einheit, die Musik als Erfüllungshelferin der Liturgie.» Und weit mehr: «Sie fliesst dahin, lässt sich nicht aufhalten – so wie das Leben. Erst wenn das ganze Musikstück verklungen ist, ist es als Ganzes da. Ist das nicht wie am Ende eines Lebens?», fragte der Pater. Mit seiner lebendigen Predigt, die er ganz Gesang und Musik widmete, traf er genau den richtigen Ton für diesen Jubiläums-Gottesdienst, der zugleich ein Patroziniums-Gottesdienst war.
Dem Chor ein Ständchen gesungen
Eine besondere Überraschung hielt Pfarreiseelsorger Uli Feger bereit. Er dichtete die Strophen des Kirchen-Schlagers, wie er es nannte, «Grosser Gott wir loben Dich» um, liess Textblätter verteilen und die vollbesetzte Kirche eine Lobeshymne auf den Kirchenchor singen – «Du bist seit 200 Jahr, unvergleichlich wunderbar» – bevor es unter den Schatten der Bäume zum Apéro und für die rund 70 geladenen Gäste in den Rampartsaal zum Mittagessen ging. Dort begrüsste Judith Leuthard, Co-Vereinspräsidentin des Kirchenchores die Ehrenmitglieder, Delegierten der singenden Fricker Vereine, Vertreter des Gemeinderats und der Partnergemeinde Frickingen.
Bewirtet wurden die Feiernden von Mitgliedern des Pfarreirats und der Missionsgruppe El Mundo. Unter den Gratulanten waren Kirchenpf legepräsident Markus Schmid, Franziska Senn, Präsidentin des Kirchenmusik-Verbands Aargau, sowie Namens des Gemeinderats, Franz Ruder. Dass die Erinnerung an diese rundum schöne Jubiläumsfeier anhält, sorgt ein von Optiker Daniel Schnid gravierter Zinnteller. Er wurde am Sonntag von Simon Moesch feierlich enthüllt.